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Nachträglich Zoff wegen Buga-Straßensperre

Brandenburg an der Havel Nachträglich Zoff wegen Buga-Straßensperre

Die Sperrung der Altstadt von Brandenburg an der Havel während der Buga 2015 sorgte damals für viel Ärger. Die Straße hätte nicht dauerhaft gesperrt sein müssen, sagt nun der Beigeordnete Brandt. Doch ihm seien die Hände gebunden gewesen. Sein Kollege, Bürgermeister Steffen Scheller (beide CDU), widerspricht entschieden.

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Deutlich mehr Autos als Fußgänger passierten 2015 diese Passage in der Altstadt

Quelle: Archiv: J. STEINER

Brandenburg/H. 50 Fußgänger – pro Minute. So viele Menschen sollen laut Schätzung des Buga-Zweckverbands in den Monaten der Gartenschau in Brandenburg an der Havel die Plauer Straße auf Höhe Humboldthain/Wall queren. Deshalb hatte der Beigeordnete Michael Brandt (CDU) damals die Altstadt für den Verkehr sperren lassen. Zum Ärger der Brandenburger und – wie sie immer wieder auch gegenüber der MAZ betonte – zum Ärger der Oberbürgermeisterin Dietlind Tiemann (CDU).

Brandt verwies im April 2015 auf die Zahlen des Zweckverbandes: 56 Prozent aller Besucher würden mit dem Auto zu den Buga-Schauen fahren, etwa 22 Prozent werden mit einem Reisebus kommen. Insgesamt würde die Region mit Mehrfachbesuchen rund 4,4 Millionen Mal angefahren, sagte Brandt Ende März 2015. Und: An einem Durchschnittstag der 177 Buga-Tage werde allein in Brandenburg/Havel mit 1621 Autos und insgesamt 8042 Gästen gerechnet. Das im Blick, müsse man mit 50 Besuchern rechnen, die pro Minute über die Plauer Straße pilgern.

Diese Sperrung für den Durchgangsverkehr – an die sich häufig nicht einmal die Polizei hielt – war einer der umstrittensten Aktionen für die Brandenburger während er Buga. Das kann Brandt, wie er sagt, nachvollziehen auch wenn die Sperrung in seinen Aufgabenbereich fiel. Glaubt man dem Beigeordneten, versuchten er uns seine Leute frühzeitig gegenzusteuern. Sie seien aber vom Buga-Zweckverband ausgebremst worden. „Die Stadt als untere Verkehrsbehörde hat auf Antrag des Zweckverbandes die Plauer Straße gesperrt. Unsere Beobachtungen haben früh gezeigt, dass die Besucherzahlen nicht so auftreten wie prognostiziert“, sagt Brandt gegenüber der MAZ und dem Onlineportal Meetingpoint.

Er habe schriftlich beim Zweckverband nachfragen, lassen, ob die Zahlen nach unten korrigiert werden könnten. Der Zweckverband habe jedoch ausdrücklich schriftlich mitgeteilt, dass keine Senkungen der Besucherzahlen stattfinden werde und man vielmehr mit einem Anstieg der Besucherzahlen rechne. Damit sei eine vorzeitige Aufhebung der Sperrung kam nicht in Frage gekommen. Heute sagt Brandt: „Rückblickend muss man sagen, dass die Einschätzungen des Zweckverbandes hinsichtlich der Besucherzahlen und die damit verbundene Schließung der Plauer Straße einer kritischen Überprüfung nicht standhalten.“

Als untere Verkehrsbehörde sei seine Verwaltung an die prognostizierten Zahlen des Zweckverbandes gebunden gewesen.“ Für Bürgermeister Steffen Scheller ist Brandts Argumentation „eine Frechheit.“ Er sei mehrfach dabei gewesen, als Tiemann Brandt aufgefordert habe, angesichts der wenigen Fußgänger, die zum Marienberg liefen, die Sperrung aufzuheben. Brandt habe dann immer gefordert, Tiemann als OB müsse ihn schriftlich anweisen, weil er – Brandt – dafür nicht die Verantwortung übernehme, erinnert sich Scheller. Es sei, so ist Scheller überzeugt, Michael Brandt nur darum gegangen, „Dietlind Tiemann vorzuführen. Es war doch auch für Herrn Brandt zu erkennen, dass da nicht 50 Leute pro Minute über die Straße laufen.“

Von Benno Rougk

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