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Brandenburg Nachwuchssorgen bei Brandenburgs Apotheken
Brandenburg Nachwuchssorgen bei Brandenburgs Apotheken
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18:19 10.02.2019
Apotheker Bernd Viesteg steht vor der Löwen Apotheke in Wittstock. Die Zahl der Apotheken in Brandenburg ist mit derzeit 575 in den vergangenen zehn Jahren konstant geblieben. Quelle: ZB
Potsdam

Die Apotheken in Brandenburg klagen über akuten Personalmangel. Etwa ein Drittel der Mitarbeiter in den Apotheken erreichen in den nächsten zehn Jahren das Rentenalter. Es sei vielerorts schwierig, Nachfolger zu finden, sagte der Sprecher des Landesapothekerverbands, Mathias Braband-Trabandt. Insgesamt gibt es landesweit 575 Apotheken – die Zahl ist seit Jahren konstant.

Als ein Grund für den Personalmangel gibt der Verband zu wenig verfügbare Studienplätzen im Bereich der Pharmazie an. „Eine Möglichkeit, dem zu begegnen, wäre ein Pharmaziestudium in Brandenburg, um entsprechend für Nachwuchs zu sorgen“, sagte der Sprecher.

Doch nicht nur studierte Pharmazeuten rücken zu wenig nach. Ausgebildetes Fachpersonal wie pharmazeutische kaufmännische oder technische Assistenten seien „Goldstaub“ in der Branche, wie Bernd Viesteg betont. Er betreibt seit 20 Jahren die Löwen Apotheke in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin). Dort hat sich in den vergangenen Jahren in Sachen Apothekenanzahl nicht viel getan. „Schwieriger dürfte es in zehn Jahren aussehen“, sagte er. Dann sei auch er in Rente. Zumindest habe er aber schon eine Idee, wer sein Nachfolger werden könnte, sagte er.

Bernd Viestegs gut 200 Kunden halten dem Apotheker nach dessen Angaben schon seit Jahren die Treue. In der Apotheke erhalten sie kostenlose Beratung zu rezeptpflichtiger aber auch rezeptfreier Arznei. „Die öffentlichen Apotheken spielen eine wichtige, gesellschaftlich und politisch anerkannte und legitimierte Rolle in der Prävention“, betonte Verbandssprecher Braband-Trabandt.

In Sachen Preisgestaltung gelten sowohl für stationäre als auch Versandapotheken bundesweit einheitliche Standards was rezeptpflichtige Medikamente angeht. „Die machen rund 85 Prozent unseres Marktes aus“, sagte Viesteg. Bei den anderen Medikamenten und Hilfsmitteln seien aber oft die Versandapotheken, vor allem jene aus dem Ausland, im Vorteil.

Online-Versand als Hilfestellung

Die Erfahrung hat Bernd Viesteg schon gemacht, als Kunden teure Waren wie Enzympräparate lieber online kauften anstatt bei ihm. „Versandapotheken sind mit ihrem Online-Vertriebskanal eine komplementäre Ergänzung zum stationären Absatz von Medikamenten“, sagte der Sprecher des Bundesverbands der Versandapotheken, Udo Sonnenberg. Insbesondere in Flächenländern wie Brandenburg mit oftmals rückläufiger Infrastruktur könne der Online-Versand eine große Hilfestellung für Patienten bieten. Außerdem müssten Kunden beim Versand nicht zweimal zur Apotheke fahren, um Medikamente zu bestellen und abzuholen.

Den Aspekt der oftmals langen Wege, gerade in der Ostprignitz, kennt auch Bernd Viesteg. „Auf unseren Lieferdienst können wir nicht mehr verzichten“, sagte er. Angefahren würden Orte in einem Radius von rund 25 Kilometern – ohne Zusatzkosten für den Kunden. Beim Versandhandel bezweifelt der Apotheker jedoch, dass dieser spezielle Rezepturen zusammenmischen würde. Im Übrigen leisteten die stationären Apotheken einen 24-Stunden-Notdienst.

Damit die Apotheken auch künftig gut aufgestellt sind, sollten sie laut Apothekerverband auf eine stärkere Kooperation mit Medizinern setzen. Auch sei eine moderne Kommunikation und digitaler Datenaustausch dringend nötig.

Von Christian Bark

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