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Naschen ist strafbar: Regeln fürs Einkaufen

Was im Supermarkt erlaubt ist Naschen ist strafbar: Regeln fürs Einkaufen

Erst in den Mund, dann in den Einkaufswagen: Wer hat nicht schon einmal eine Weintraube im Supermarkt probiert? Doch rein rechtlich gesehen ist das Diebstahl! Viele vermeintlichenSelbst­verständlichkeiten sind in Wahr­heit verboten. Um keinen Ärger zu bekommen: Lesen Sie, welche Regeln im Supermarkt gelten.

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Fürs Einkaufen im Supermarkt gelten Regeln.

Quelle: dpa

Potsdam. Erst in den Mund, dann in den Einkaufswagen: Wer hat nicht schon einmal eine Weintraube im Supermarkt probiert? Das ist aber eigentlich nicht erlaubt, streng genommen sogar Diebstahl. Bis zum Bezahlen gehört die Ware grundsätzlich dem Supermarkt. Was viele ebenfalls nicht wissen: Auch wer aus Versehen etwas fallen lässt, zum Beispiel ein Gurkenglas oder vielleicht sogar eine Sektflaschen-Pyramide umstößt, muss für den Schaden gerade stehen. Die Stiftung Warentest räumt in der September-Ausgabe der Zeitschrift "test" mit den häufigsten Irrtümern auf und beschreibt, was erlaubt ist und was nicht.

Die wichtigsten Regeln im Supermarkt:

Naschen
Ein Griff in die unbe­zahlte Gummi­bärchentüte kann einen Einkauf versüßen. Aus juristischer Sicht sollten Verbraucher sich aber besser zügeln, denn noch gehört die Ware dem Laden­besitzer. Wenn Kunden einen Schluck aus der Apfelsaft­flasche nehmen, die bereits auf dem Kassenband steht, drücken die meisten Händler ein Auge zu. Anders sieht es schon bei einem Schokoriegel aus, der zwischen den Regalen verputzt wird. Die Gefahr, dass die Verpackung gleich nach dem Verzehr in der Jackentasche verschwindet, gilt als hoch.

Umtausch
Zuhause packt man die Einkäufe aus und stellt fest: Statt der gewünschten Spaghetti liegt eine Makkaroni-Tüte in der Tasche. Die Packung ist intakt, der Bon noch im Portmonee. Also bringt man die falschen Nudeln zurück und holt sich die richtigen? Leider nicht. Kunden haben kein Recht auf einen Umtausch von Waren, die sie irrtümlich erworben haben. Anders ist die Lage, wenn Lebens­mittel vor Ablauf des Mindest­halt­barkeits­datums verdorben sind. Dann müssen Händler sie zurück­nehmen.

Bruchware
Es ist der Alptraum jedes Supermarkt­kunden: Ein kurzer Moment der Unacht­samkeit, ein Stolpern – und schon stürzt man in eine Sekt­flaschen-Pyramide. Solche Miss­geschicke sind peinlich – und teuer. Kunden müssen alle Schäden ersetzen, die sie im Supermarkt verschulden. Immerhin: Wenn nur ein Gurkenglas zerschellt, zeigen sich die meisten Einzel­händler kulant. Geht es um höhere Summen, springt die private Haft­pflicht­versicherung ein.

Verpackungen
Kartons von Eiern oder Aktions­ware dürfen Kunden öffnen, wenn weder Inhalt noch Verpackung zu Schaden kommen. Das gilt selbst dann, wenn Warnhin­weise behaupten: „Öffnen verpflichtet zum Kauf.“ Wichtig ist jedoch, dass Verpackungen behut­sam aufgemacht und wieder verschlossen werden. Wer allzu rabiat an den Kartonagen reißt und den Inhalt beschädigt, muss das Produkt bezahlen. Geht nur die Packung kaputt, hat der Kunde lediglich für diesen Schaden aufzukommen.

Obst und Gemüse
Die Weintrauben sehen prall und köstlich aus. Ob der verführerische Anblick hält, was er verspricht, merkt man leider erst beim Reinbeißen. Also stecken sich viele Kunden am Gemüse­stand die eine oder andere Beere in den Mund. Erlaubt ist diese Art der Geschmacks­probe nicht, streng genommen ist sie sogar Diebstahl. Bis zum Bezahlen gehört die Ware grund­sätzlich dem Supermarkt. Wer Obst oder Gemüse vorab kosten will, muss das Verkaufs­personal fragen. In Ordnung ist es, den Reifegrad von Früchten wie Pflaumen oder Mango durch vorsichtiges Betasten zu über­prüfen.

Groß­einkauf
Das Mineralwasser ist im Sonder­angebot – da kommen manche Kunden auf die Idee, sich einen Vorrat für das nächste halbe Jahr anzu­legen und die Kisten zu Hause zu stapeln. Doch in der Regel dürfen Kunden im Supermarkt nur „haus­halts­übliche Mengen“ einkaufen. Hintergrund: Gerade von besonders begehrter Ware sollen so viele Personen wie möglich etwas davon haben. Was „haus­halts­üblich“ ist, dürfen die Händler selbst entscheiden.

Bezahlen
Kunden, die an der Supermarkt­kasse eine Tüte mit Kupfergeld ausschütten, machen sich beim Kassen­personal und anderen Wartenden nicht nur unbe­liebt. Wer mehr als 50 Münzen aufs Fließ­band kippt, muss auch damit rechnen, abge­wiesen zu werden. Denn mehr müssen Kassierer pro Einkauf nicht akzeptieren. Auch sind sie nicht verpflichtet, jeden Geld­schein anzu­nehmen. Wer nur ein Kaugummi­päck­chen kauft, kann nicht erwarten, dass der Händler ihm eine 100-Euro-Note wechselt.

Pfand
Läden mit mehr als 200 Quadrat­metern Verkaufs­fläche müssen auch Einwegflaschen annehmen, die sie nicht im Sortiment haben. Der Strichcode und das Pfandzeichen sollten lesbar sein. Nimmt der Leer­gut-Auto­mat die Flasche nicht an, muss der Händler trotzdem das Pfand auszahlen – auch wenn Einwegflaschen zerbeult oder zersprungen sind. Mehr­wegflaschen sind Eigentum der Getränkefirma und werden erneut befüllt. Bei der Rück­gabe müssen diese intakt sein. Händler sind nur verpflichtet, Mehr­wegflaschen zurück­zunehmen, die auch in ihrem Sortiment sind.

Aktions­ware
Computer, Kameras, Laufschuhe und andere Sonder­angebote müssen am ersten Aktionstag bis mittags im Laden vorrätig sein. Mindestens. Werden Lebens­mittel als Aktions­ware beworben, müssen sie bis zum Ende des ersten Aktions­tags erhältlich sein. Das gilt auch, wenn in der Werbebroschüre steht: „Nur so lange der Vorrat reicht.“ So hat der Bundes­gerichts­hof zu den sogenannten „Lockvogelangeboten“ entschieden.

Einkaufs­wagen
Einkaufs­tüten schleppen ist lästig. Mancher Kunde schnappt sich daher den Einkaufs­wagen und karrt seine Taschen damit nach­ Hause. Erlaubt ist das nicht: Wagen und Körbe stehen im Eigentum des Supermarkts. Sie dürfen nicht außer­halb des Geländes verwendet werden. Hier verstehen Händler keinen Spaß. Kein Wunder: Die Wagen kosten 100 bis 150 Euro. Der Schaden durch entwendete Körbe und Wagen summiert sich laut Handels­verband HDE für einzelne Händler auf mehrere tausend Euro im Jahr.

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