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Brandenburg Nauener Neonazis schon bald vor Gericht
Brandenburg Nauener Neonazis schon bald vor Gericht
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21:35 07.11.2016
Abgebrannte Sporthalle in Nauen. Quelle: Julian Stähle
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Nauen

Die Nauener Neonazi-Zelle kommt, auf deren Konto der Brand einer Sporthalle am 25. August 2015 geht, vor Gericht. Die Tat hatte bundesweit Schlagzeilen gemacht, weil die Halle als Asyl-Unterkunft vorgesehen war. Unter den Folgen leidet der Ruf der havelländischen Stadt bis heute.

Anklage spricht von „krimineller Vereinigung“

Wie das Landgericht Potsdam mitteilte, sind elf Verhandlungstage angesetzt – Auftakt ist am 24. November. Einer Gruppe von fünf Männer um den Nauener NPD-Stadtverordneten Maik Schneider wird vorgeworfen, die Stadt im Havelland von Jahresbeginn bis Ende August 2015 terrorisiert zu haben. Das Motiv: Fremdenfeindlichkeit. Die „kriminelle Vereinigung“ soll die Nauener Stadtverordnetensitzung am 12. Februar 2015 durch fremdenfeindliche Rufe und Drohgebärden gesprengt, das Auto eines polnischen Staatsbürgers angezündet, eine Rohbombe vor einem Lidl-Markt gezündet, ein Linken-Büro beschmiert und ein Dixi-Klo in Brand gesetzt haben – es stand vor der Baustelle eines Übergangswohnheims für Flüchtlinge.

Alle Taten sollen mit Wissen der Gruppe verübt worden sein

Die Anklage hebt den Banden-Charakter der Gruppe heraus. Alle Taten seien von der Gruppe gemeinschaftlich geplant, beauftragt und ausgeführt worden. Im Zentrum des Geschehens sehen die Fahnder den Neonazi Schneider, der noch in Untersuchungshaft sitzt. Ein Gruppenmitglied soll als whatsapp-Mitglied eingebunden gewesen sein.

3,5 Millionen Euro Schaden entstanden beim Turnhallen-Brand

Ein paar interessante Details enthält die Mitteilung zudem. So ist als mutmaßlicher Haupttäter bei der Turnhallen-Brandstiftung am Oberstufenzentrum Maik Schneider als Haupttäter identifiziert. Drei andere Männer hätten „Schmiere gestanden“. Dieser Befund könnte – sollte er sich bestätigen – gravierende Auswirkungen für Schneider haben. Denn die Schadenersatzforderung von 3,5 Millionen Euro steht noch im Raum. Als Ersatz für den völlig zerstörten Bau wurde auf einem nahen Grundstück eine Traglufthalle errichtet, die aber nie in Betrieb ging.

Wenig beachtet worden war bislang im Zusammenhang mit der Nauener Tatserie auch die Detonation einer Bombe vor dem Lidl-Markt. Dabei entstand ein Sachschaden von 9000 Euro.

Von Ulrich Wangemann

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