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Brandenburg Nazi-Sprüche vom Feuerwehr-Ausbilder
Brandenburg Nazi-Sprüche vom Feuerwehr-Ausbilder
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09:49 17.09.2015
   Quelle: dpa
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Potsdam

Der mutmaßliche Neonazi-Skandal an der Landesfeuerwehrschule in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) ist womöglich kein Einzelfall. Nach Bekanntwerden der Ermittlungen des Staatsschutzes gegen neun Berufsfeuerwehrleute, die am Rande eines Lehrgangs „Sieg Heil“ gerufen und rechtsextreme Musik abgespielt haben sollen, gibt es neue Vorwürfe gegen die zentrale Einrichtung des Landes für die Ausbildung haupt- und ehrenamtlicher Feuerwehrleute. So soll nach MAZ-Informationen ein Lehrgangsleiter keinen Hehl aus seiner rechtsextremen Gesinnung machen, was die Schulleitung trotz wiederholter Entgleisungen offenbar nicht mit Konsequenzen bedacht hat.

Ausbilder soll sich  einer Nazi-Rhetorik bedienen

Der Ausbilder soll sich in seiner Ansprache gegenüber den Schülern regelmäßig einer nationalsozialistisch anmutenden Rhetorik bedienen. So soll dieser zur morgendlichen Begrüßung in Anspielung auf führende Nationalsozialisten in übertriebener Weise das „R“ rollen. Um den Unterschied zwischen haupt- und ehrenamtlichen Feuerwehrleuten zu verdeutlichen, soll der Lehrer die Kameraden der freiwilligen Feuerwehr als „Volkssturm“ bezeichnet haben.

Druck ist intern groß

Nach Auskunft des Innenministeriums vom Mittwoch sind diese Vorwürfe nicht bekannt. Angesprochen auf Probleme mit Rechtsextremismus hatte zuvor auch Landesbranddirektor Heinz Rudolph betont, es gebe „keinen braunen Mob“ bei Brandenburgs Feuerwehren. Unter den Kameraden ist die Bereitschaft gering, über das Thema öffentlich zu reden. Offenbar ist der Druck intern groß. In Feuerwehrkreisen geht nach übereinstimmenden Berichten die Angst um, durch Enthüllungen Probleme mit Vorgesetzten zu bekommen. Das sei ein fragwürdiger „Korpsgeist“ unter den Kameraden, warnt der CDU-Landtagsabgeordnete und Innenexperte Björn Lakenmacher.

Innenministerium sorgt für bessere Kontrolle

Intern wird auch die Doppelrolle von Heinz Rudolph als Landesbranddirektor und Leiter der Landesfeuerwehrschule kritisiert. Die Schule führe fernab von Potsdam ein Eigenleben, heißt es aus Feuerwehrkreisen. Der Landesrechnungshof hatte zuletzt die Veruntreuung von Steuergeld moniert. Daraufhin veranlasste das Innenministerium eine bessere Kontrolle des Lehrbetriebs. Unterdessen ist ein anderer Lehrer, der mit seiner Anzeige den mutmaßlichen Neonazi-Skandal erst ins Rollen brachte, angesichts der Flüchtlingskrise und mit seiner Einwilligung nach Potsdam versetzt worden.

Von Bastian Pauly

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