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Nazi-Tattoo: Schnelles, aber mildes Urteil

MAZ-Kommentar Nazi-Tattoo: Schnelles, aber mildes Urteil

Wegen Volksverhetzung ist der Brandenburger Neonazi und NPD-Politiker Marcel Zech am Dienstag zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. MAZ-Autor Bastian Pauly meint, dass dieses Urteil bemerkenswert schnell gefällt wurde. Aber das Gericht hätte Spielraum für ein härteres Urteil gehabt.

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MAZ-Autor Bastian Pauly

Quelle: Detlev Scheerbarth

Oranienburg. Was der Neonazi Marcel Zech auf seinem Körper durch die Gegend trägt, ist nicht schön anzusehen. Das liegt weniger an seinem gut gepolsterten Hüftgürtel, als vielmehr an dem braunen Geist, von dem die Tätowierungen zeugen. Über die Auschwitz-Silhouette mit dem mörderischen Buchenwald-Spruch „Jedem das Seine“ gibt es keine zwei Meinungen. Es erfüllt den Tatbestand der Volksverhetzung.

Dass das Urteil so schnell gefällt wurde, ist bemerkenswert

Das schnelle Urteil gegen Zech sollte ein Zeichen sein: Der Rechtsstaat weiß sich gegen seine Feinde zu wehren. Dass es lediglich einen Monat von der Tat bis zur Verurteilung gedauert hat, ist angesichts der unter Personalnot leidenden brandenburgischen Justiz durchaus bemerkenswert. Dass es bei der erdrückenden Beweislage nur zu einer Bewährungsstrafe gereicht hat, wird allerdings keinen Neonazi in Hektik versetzen, sich schnell das Hakenkreuz-Tattoo weglasern zu lassen.

Zech ist mit seinem Tattoo baden gegangen

Dem wäre anders, wenn Zech für seinen widerlichen Badeausflug ins Gefängnis gemusst hätte. Der Spielraum war da, auch wenn die Beschleunigung des Verfahrens das mögliche Höchstmaß der Strafe von vornherein von fünf Jahre auf ein Jahr reduziert hat.

Zech ist mit seinem Tattoo baden gegangen – im Spaßbad tat er das stundenlang nahezu unbehelligt. Es soll nicht das erste Mal gewesen sein. Dass er nicht rausgeworfen wurde, ist befremdlich. Schließlich weiß man in Oranienburg nur zu genau, was zwischen 1933 und 1945 passiert ist.

Von Bastian Pauly

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