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Nazi-Tattoo im Spaßbad: 28-Jähriger erneut vor Gericht

Prozess in Neuruppin Nazi-Tattoo im Spaßbad: 28-Jähriger erneut vor Gericht

Vor einem halben ist der NPD-Politiker Marcel Zech zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er hatte sich mit einem geschmacklosen und verharmlosenden KZ-Tattoo in einem Oranienburger Spaßbad gezeigt. Der Prozess geht nun in eine neue Runde. Zech hofft auf eine mildere Strafe, die Staatsanwaltschaft will mehr.

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Wegen dieses geschmacklosen Tattoos muss sich ein NPD-Politiker erneut vor Gericht verantworten.

Quelle: Screenshot

Neuruppin. Der Prozess um das Nazi-Tattoo eines Barnimer NPD-Kommunalpolitikers Marcel Zech geht in die nächste Runde. Am Montag muss sich der 28-Jährige vor dem Landgericht Neuruppin als Berufungsinstanz verantworten. Er hatte im Prozess vor dem Amtsgericht Oranienburg im Dezember 2015 gestanden, die Tätowierung mit den Umrissen eines Konzentrationslagers und dem Spruch „Jedem das Seine“ in einem Schwimmbad der Havelstadt gezeigt zu haben. Er wurde wegen Volksverhetzung zu sechs Monaten auf Bewährung verurteilt. Daraufhin legten Verteidigung und Staatsanwaltschaft Berufung ein (AZ: 14 Ns 25/16).

Steht am Montag in Neuruppin vor Gericht, der NPD-Politiker Marcel Zech

Steht am Montag in Neuruppin vor Gericht, der NPD-Politiker Marcel Zech.

Quelle: Screenshot

Ein Journalist, der als Badegast in Oranienburg war, hatte den Prozess erst ins Rollen gebracht. „Ich fand das Tattoo so ungewöhnlich, dass ich es dokumentieren musste“, erklärte er im Dezember 2015 vor dem Amtsgericht. Auch weil sonst in der Schwimmhalle kaum einer Anstoß daran nahm, postete er es auf „Facebook“.

Staatsanwalt: Der Angeklagte handelte aus „tiefer politischer Überzeugung“

Das Tattoo mit den stilisierten Umrissen des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau und der Spruch erforderten eine „deutliche Reaktion des Staates“, argumentierte die Anklagebehörde damals. Der heute 28-Jährige handelte aus Sicht der Staatsanwaltschaft aus „tiefer politischer Überzeugung“. Er habe mit der Zurschaustellung seines Tattoos das Andenken an die von den Nationalsozialisten Ermordeten verunglimpft, hieß es. Er habe die „Massenvernichtung“ damit sogar öffentlich „gebilligt“. Die Anklage verlangte deshalb zehn Monate Haft ohne Bewährung.

Die Verteidigung hingegen bestand auf Freispruch. Sein Mandant sei seit seinem Schwimmbad-Besuch einem „enormen Shitstorm“ ausgesetzt, meinte dessen Anwalt Wolfram Nahrath. Das sei schon Strafe genug.

Im Neuruppiner Berufungsprozess soll der komplette Fall noch einmal aufgerollt und neu bewertet werden.

Von Georg Russew, dpa

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