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Brandenburg Neonazi aus Nauen weiter auf der Flucht
Brandenburg Neonazi aus Nauen weiter auf der Flucht
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17:00 02.03.2016
Dieses Auto ist im Mai 2015 angezündet worden, verantwortlich könnten Schneider und sein Komplize sein. Quelle: Julian Stähle
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Nauen

Nach der Festnahme des NPD-Politikers Maik Schneider wegen eines fremdenfeindlichen Brandanschlags ist sein mutmaßlicher Komplize weiter auf der Flucht. Die Polizei suche den 28-jährigen Dennis W. mit Haftbefehl, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Potsdam am Mittwoch. Eine 22-jährige Frau, die zusammen mit Schneider am Dienstag in Nauen (Havelland) festgenommen worden war, ist inzwischen gegen Auflagen wieder auf freiem Fuß. Schneider dagegen wurde einem Haftrichter vorgeführt und sitzt in Untersuchungshaft.

Der NPD-Stadtverordnete Maik Schneider wurde verhaftet. Quelle: Neumann

Die drei Beschuldigten sollen im Mai 2015 aus fremdenfeindlichen Motiven den Wagen eines Polen angezündet haben. Das Auto war zu diesem Zeitpunkt vor einem Wohnhaus in Nauen abgestellt.

Gut vernetzter Neonazi gilt als Schlüsselfigur der Szene

Der 29-jährige Maik Schneider sitzt für die NPD in der Stadtverordnetenversammlung von Nauen und seit dem vergangenen Jahr auch als Nachrücker im Kreistag Havelland. Nach Einschätzung von Beobachtern ist er eine Schlüsselfigur der rechtsextremen Szene im Havelland und auch mit den gewaltbereiten „Freien Kräften Neuruppin/Osthavelland“ vernetzt. Im Februar vergangenen Jahres war er auch an Tumulten von Bürgern bei einer Stadtverordnetenversammlung beteiligt, auf der über einen Grundstücksverkauf zum Bau eines Flüchtlingsheims entschieden wurde.

Ist das Neonazi-Trio auch für andere Anschläge verantwortlich?

Nach der Festnahme von Schneider wird nun geprüft, ob das Trio möglicherweise auch für andere Anschläge in Nauen verantwortlich sein könnte. In der 17.000-Einwohner-Stadt ist es immer wieder zu Anschlägen gekommen. So ging zum Beispiel im Sommer vergangenes Jahres ein geplantes Flüchtlingsheim in Flammen auf. Außerdem ist das Parteibüro der Linken immer wieder attackiert worden. Auch ein Zusammenhang zu einer Explosion im November 2015 in einem Jüterboger (Teltow-Fläming) wird geprüft. Die Demo zuvor war von Schneider angemeldet worden. Nach Ende der Kundgebung kam es zur Explosion.

Anschläge auf Linken-Büros in Nauen

25. März 2015: Einschlagen der Scheiben des Büros mit 29 Hammerschlägen

Ende März: Zerstören des Fahrradständers mit Partei-Logo vor dem Haus

25. Mai 2015: Anschlag mit Farbbeuteln und halb ausgebrüteten Eiern, Verkleben der Schlösser

31. Mai 2015: Bekleben der Fensterscheiben mit Aufklebern der NPD

3. Juni 2015: Einschlagen der Scheiben mit vier Hammerschlägen

7. Juni 2015: Anschlag mit Farbbeuteln, vordere und seitliche Fassade (Festnahme zweier Tatverdächtiger)

9 Juni 2015: Verkleben der Schlösser (Festnahme eines Tatverdächtigen)

Auch der Verein Mikado in Nauen wurde Opfer eines Anschlags:

16. April 2015: Zerstechen der Reifen des Busses von Mikado., Hinterlassen eines Zettels „Liebe Asylantenfreunde, Töglitz ist auch hier. Bis bald!“

Von MAZonline und dpa

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