Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Brandenburg “Es wurde niemand angepinkelt“
Brandenburg “Es wurde niemand angepinkelt“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:32 31.08.2015
Am S-Bahnhof Frankfurter Allee ereignete sich der Vorfall. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Auf die ungeheuerliche Tat angesprochen, pöbelt der Mann in weißem Pullover ungeniert vor laufender Kamera herum. „Haut ab, ihr Hundegesichter“, brüllt er den Journalisten von „Spiegel TV“ entgegen. Das Reporter-Team hatte den 32-jährigen Christoph Sch., der in der Berliner S-Bahn auf zwei Kinder uriniert haben soll, in Neukölln gestellt. Er gilt als Mitläufer in der Naziszene und soll dort mit seiner Pinkel-Attacke geprahlt haben.

Beide Täter der Polizei als Rechtsradikale bekannt

Der gebürtige Thüringer soll am Abend des 22. August zusammen mit einem Freund in der Berliner Ringbahn eine Mutter und ihre beiden Kinder fremdenfeindlich beleidigt haben. Sie grölten Naziparolen und beschimpften die drei als „Asylantenpack“, sprachen von „Herrenrasse“ und zeigten den Hitlergruß. Der 32-Jährige ging sogar noch weiter: Laut Zeugenaussagen öffnete der jüngere Angreifer die Hose und urinierte auf die Kinder im Alter von etwa 5 und 15 Jahren, während der andere sie bespuckte.

Zeugen beobachteten die Tat und alarmierten über Notruf die Polizei. Bundespolizisten konnten die beiden Männer auf dem S-Bahnhof Frankfurter Allee festnehmen, während die Familie in der Bahn weiterfuhr.

Beide Täter sind der Polizei seit Jahren als Rechtsradikale bekannt und durch Delikte aufgefallen, unter anderen wegen des Verbreitens von Naziparolen, Körperverletzung und Diebstahls.

„Es wurde niemand angepinkelt“

Bei dem zweiten Angreifer, der die Opfer laut Zeugenaussagen angespuckt haben soll, soll es sich nach Informationen der Bild-Zeitung um den 37-jährigen Robert S. aus Templin (Uckermark) handeln. Zu dem Vorfall sagte er: „Das stimmt nicht, es wurde niemand angepinkelt. Mein Kumpel hat sich nur die Hose zugemacht, wir haben niemanden beleidigt oder angespuckt.“

„Die unerträgliche Fratze des Rassismus“

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verurteilte die Tat. Der Angriff sei an Widerlichkeit kaum zu überbieten. „Ich bin erleichtert, dass Zeugen nicht weggeschaut, sondern mitgeholfen haben, diese Typen zu stellen.“ Auch der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) zeigte sich entsetzt. „Hier werden Menschen entwürdigt, und zwar von Tätern, die sich selbst wie Tiere benehmen. Das ist die unerträgliche Fratze des Rassismus.“

Für viel Kritik hatte die Tatsache gesorgt, dass die beiden Männer nach der Personalienaufnahme und Blutentnahme wieder laufen gelassen wurden. Nach Ansicht des innenpolitischen Sprechers der Grünen, Benedikt Lux, wäre es rechtlich zulässig gewesen, beide Männer bis zum Abklingen ihres Rausches in Polizeigewahrsam zu nehmen. Dies sei möglich, um die bevorstehende Begehung oder Fortsetzung einer Straftat zu verhindern.

Die Bundespolizei ermittelt wegen fremdenfeindlicher Beleidigung, Körperverletzung und der Verwendung verfassungsfeindlicher Symbole. Von den Opfern der Attacke fehlt weiter jede Spur, sie haben sich bislang nicht bei der Polizei gemeldet.

Von MAZonline

Ein heißer Sommerabschied: Der Deutsche Wetterdienst hat eine Hitzewarnung für Brandenburg herausgegeben. Damit reiht sich der Montag als letzter Tag vor dem meteorologischen Herbstbeginn in die Reihe vieler heißer Sommertage ein – und doch wird 2015 sich nicht mit dem Titel „heißester Sommer aller Zeiten“ schmücken können.

31.08.2015

Die rot-rote Landesregierung macht ein Angebot für die geplante Kreisgebietsreform. Rund 400 Millionen Eurosollen zur Teilentschuldung von Kommunen eingesetzt werden, die tief in den roten Zahlen stecken.

31.08.2015
Brandenburg Frauenhäuser in Brandenburg bieten Hilfe - Wenn die Ehe zur Hölle wird

Körperlich und psychisch misshandelten Frauen bleibt oft nur ein Frauenhaus als letzter Zufluchtort. Vor den gewalttätigen Männern geschützt, versuchen sie dort, ein unabhängiges Leben zu beginnen. Ein Besuch im Frauenhaus in Ludwigsfelde (Teltow-Fläming) – ein Ort, dessen Adresse geheim bleiben muss.

03.09.2015
Anzeige