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Neue Ausbildungsstätte für Hebammen

Hebammenmangel im Land Neue Ausbildungsstätte für Hebammen

Der Notstand ist lange bekannt: Es gibt viel zu wenig Hebammen im Land Brandenburg. Im November eröffnet eine neue Ausbildungsstätte für Geburtshelferinnen in Eberswalde, 15 Hebammen pro Jahr sollen dort ausgebildet werden. An den Problemen, die Hebammen im Berufsalltag haben, ändert sich jedoch nichts.

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15 neue Hebammen sollen ab November in Eberswalde ausgebildet werden.

Quelle: dpa

Eberswalde. Mit einer neuen Hebammenschule in Eberswalde (Barnim) soll dem beklagten Fachkräftemangel im Land begegnet werden. Am 1. November startet der Schulbetrieb nordöstlich von Berlin mit 15 Auszubildenden und in den beiden darauffolgenden Jahren beginnen nochmals jeweils so viele, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Potsdam mitteilte.

Geburtenzahlen steigen. Hebammen werden immer weniger

Der Landeshebammenverband begrüßt nach eigenen Angaben die neue Ausbildungsmöglichkeit, bislang würden nämlich nur in Cottbus Hebammen ausgebildet. Erst in der vergangenen Woche hatte der Landeshebammenverband Alarm geschlagen, weil trotz deutlich steigender Geburtenzahlen zu wenige Hebammen Geburtshilfe leisten – dabei sind sie die Expertinnen in Sachen Vorbereitung, Geburt und Nachsorge. Anders als Ärzte dürfen Hebammen Geburten leiten. Doch vor allem hohe Versicherungskosten machen den Geburtshelferinen zu schaffen, immer weniger von ihnen leisten wirklich Arbeit im Kreißsaal. Das sorgt landesweit für Probleme, im Süden des Landes suchen verzweifelte Eltern bereits via Kleinanzeige eine Hebamme. Auch in Oberhavel spricht man von einem Notstand.

Hebammen dürfen, anders als Ärzte, Geburten auch allein leiten

Hebammen dürfen, anders als Ärzte, Geburten auch allein leiten. Sie sind die Expertinnen in allen Fragen des Kinderkriegens.

Quelle: Bevisphoto

Als ein Problem hatte der Hebammenverband zu wenige Auszubildende in Brandenburg genannt. Zugleich stieg im ersten Halbjahr 2016 die Geburtenzahl in Brandenburg: Es kamen 10.100 Babys zur Welt und damit fast 1000 Kinder mehr als im Vergleichszeitraum 2015, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg in Potsdam mitteilte.

Kombination mit dualem Studium möglich

Träger der neuen Hebammenschule ist die Bildungseinrichtung Akademie der Gesundheit Berlin/Brandenburg, die neben Eberswalde auch Standorte in der Hauptstadt und Bad Saarow (Oder-Spree) betreibt. Am Campus Eberswalde gibt es bislang zwei Schulen unter dem Dach des Vereins - eine für Gesundheits- und Krankenpflege/-hilfe und eine für Logopädie.

Die nun dritte Ausbildungsstätte wird Schule für Hebammen und Entbindungspfleger heißen, wie Akademieleiter und Geschäftsführer Jens Reinwardt auf Anfrage sagte. Krankenhäuser hätten im Vorfeld signalisiert, dass sich ein Hebammenmangel abzeichne. Auch deshalb habe man sich für die Schule am Standort Eberswalde entschieden.

Mehr Bewerberinnen als Plätze

Für die erste Hebammen-Ausbildungsgruppe lägen schon mehr Bewerbungen vor als es Plätze gibt, wie Reinwardt ergänzte. Die Hebammen-Ausbildung könne auch mit einem dualen Studium kombiniert werden. Dem Gesundheitsministerium zufolge gibt es derzeit in Brandenburg 25 Krankenhäuser mit geburtshilflichen Abteilungen.

Von MAZonline/ dpa

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