Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Neue Lehrer für Flüchtlinge in Brandenburg

Integrationskonferenz in Brandenburg Neue Lehrer für Flüchtlinge in Brandenburg

In Potsdam fand die 1. Integrationskonferenz mit mehr als 200 Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft statt. Ein Ergebnis: Die Brandenburger Landesregierung will im kommenden Jahr weitere 260 Lehrer einstellen.

Voriger Artikel
Klage freier Schulen gegen das Land abgewiesen
Nächster Artikel
Brandenburgs Russland-Exporte brechen ein

In Brandenburg soll jungen Asylsuchenden mit Vorbildung der Zugang zu Hochschulen ermöglicht werden.

Quelle: foto: dpa

Potsdam. Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hat die Brandenburger zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung für die Integration von Zehntausenden Flüchtlinge aufgerufen. „Integration kann nicht von oben funktionieren, das kann nicht nur von einer Landesregierung bewerkstelligt werden“, sagte Woidke am Montag zur 1. Integrationskonferenz des „Bündnisses für Brandenburg“ in der Staatskanzlei. Woidke hatte das Bündnis im November initiiert. Wirtschaft, Politik, Verbände und Initiativen wollen damit Maßnahmen zur Integration bündeln.

Vor mehr als 200 Gästen schilderten Flüchtlinge ihren gefahrvollen Weg über das Mittelmeer und ihre Ankunft in Brandenburg. „In Eisenhüttenstadt war es erst schwer, das Heim war nicht so gut“, berichtete der junge Sami Nazari. Inzwischen habe er jedoch eine Wohnung in Frankfurt (Oder) und fühle sich dort sehr wohl.

Thomas Klähn von der Willkommensinitiative (Frankfurt (Oder) verwies auf die Probleme der Neuankömmlinge in den abgelegenen Flüchtlingsheimen. „Je weiter man raus aufs Land kommt, desto einsamer wird es rund um manche Unterkünfte“, sagte er. Wenn sich dort niemand um die Flüchtlinge kümmere, blieben die dort mit den Leidensgenossen, die ihre Sprache sprechen, unter sich.

Die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Potsdam, Beate Fernengel, berichtete, dass viele Unternehmer händeringend nach Flüchtlingen als Fachkräfte suchten. Die IHK will 2016 mit der Arbeitsagentur ein Willkommenszentrum einrichten. „Wir wollen zunächst zumindest Flüchtlinge in Praktika vermitteln“, so Fernengel. Woidke erklärte, dass das Land mehr Geld für die duale Ausbildung in Berufsschulen und Betrieben bereitstellen werde. Professor Wolfgang Schroeder von der Universität Kassel berichtete, dass 10 Prozent der Flüchtlinge einen akademischen Abschluss und 24 Prozent eine Berufsausbildung hätten. Rund Zweidrittel hätten keine Berufsausbildung, die meisten jedoch eine Schulausbildung. Die Staatskanzlei kündigte an, dass für den Unterricht der Flüchtlingskinder im kommenden Jahr weitere 260 Lehrer eingestellt werden. In diesem Jahr war bereits Geld für 340 zusätzliche Lehrkräfte bereitgestellt worden. In den ländlichen Regionen könne das dazu führen, dass bisher wegen Schülermangels gefährdete Schulstandorte erhalten blieben, hieß es.

Am Rande des Gipfels wurden zwei Polizeibeamte durch Stein- und Flaschenwürfe verletzt. Linke Demonstranten hatten mit den Wurfgeschossen versucht, einen abfahrenden Lkw der NPD zu treffen. Zuvor hatten sich rund zehn Vertreter der rechtsextremen Partei an einem Seiteneingang der Staatskanzlei versammelt, wo zeitgleich die Konferenz stattfand. Über den Lautsprecherwagen riefen sie fremdenfeindliche Parolen und protestierten gegen die Asylpolitik der Bundesregierung.

Der Flüchtlingsrat Brandenburg forderte am Montag mehr professionelle Unterstützung bei der Integration. Einen Offenen Brief an die Landesregierung unterzeichneten 50 Willkommensinitiativen für Flüchtlinge. Derzeit werde darauf gesetzt, dass Ehrenamtler staatliche Versorgungslücken schließen, heißt es in dem Schreiben. „In vielen Fällen übernehmen wir unentgeltlich Beratungs- und Versorgungsaufgaben, die eigentlich staatliche Aufgaben wären.“

Das Bündnis

Das Bündnis für Brandenburg zur Integration von Flüchtlingen war am 26. November in Potsdam gegründet worden. Es wird unterstützt von Verbänden, Kirchen, Gewerkschaften und der Wirtschaft. Ministerpräsident Dietmar Woidke nannte das Bündnis breite Allianz aus der Mitte unseres Landes“.

Unter dem Dach des Bündnisses wurde die Integrationskonferenz etabliert, die am Montag zum ersten Mal zusammenkam.

Jeder Brandenburger kann auf www.buendnis-fuer-brandenburg.de die Initiative unterstützen.

Von Klaus Peters

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Brandenburg

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg