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Brandenburg Diese Gruppe steckt hinter der neuen PDS
Brandenburg Diese Gruppe steckt hinter der neuen PDS
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16:43 14.03.2019
Am 26. Mai finden Kommunalwahlen in Brandenburg statt. Quelle: Bodo Schackow/ZB/dpa
Potsdam

Es ist fast wie früher: Auf den Wahlzetteln zur Kommunalwahl am 26. Mai tritt auch eine vermeintlich altbekannte Partei auf: die PDS. Doch hinter dem Kürzel steckt nicht die „Partei des demokratischen Sozialismus“, aus der die heutige Linke hervorging, sondern die neu gegründete „Partei der Sorben“. Der Landeswahlausschuss hat die PDS am Donnerstag als offizielle Partei für die Kommunalwahlen zugelassen.

Doch wer steckt hinter der PDS? Parteichef ist Lars Krause. Der 45-Jährige aus Falkensee (Havelland) war bis Anfang Januar Landesvorsitzender der Satierepartei Die PARTEI (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative). Die Sorbenpartei wurde im Sommer 2018 gegründet, quasi als Schwester-PARTEI. Im Wahlprogramm heißt es: „Wir, die Mitglieder der PDS, stellen alles Leben – außer Mücken – in den Mittelpunkt unserer Politik.“

PDS-Chef meint es ernst

Das klingt ebenfalls nach Satire. Unter anderem fordert die Partei die Abschaffung der Sklaverei und die Wiedereinführung der letzten Kommunalverfassung der DDR. Doch PDS-Chef Krause beteuert, dass er und seine rund 150 Mitstreiter es durchaus ernst meinen. Satire sei für ihn ein Stilmittel in der politischen Auseinandersetzung. Im Kern gehe es der PDS aber darum, der sorbisch-wendischen Minderheit eine Stimme zu geben.

Lars Krause Quelle: privat

Er sei selbst Sorbe, zwar in Kassel geboren, sein Vater stamme aber aus der Lausitz, erklärt Krause. „Es gibt keine vernünftige Minderheitenpolitik in Brandenburg. Die letzten sorbischen Gebiete werden ja lieber abgebaggert“, sagte Krause. Sorben würden von Spreewaldbesuchern meist nur als Bewohner eines „Menschenzoos“ wahrgenommen. Das erklärte Ziel laut Parteiprogramm: Die Gründung eines sorbischen Staates. „Allerdings mit friedlichen Mitteln. Wir wollen nicht mit Fackeln nach Potsdam marschieren“, beteuerte er.

Vorteil auf dem Wahlzettel

Dass die Abkürzung der Partei einigen älteren Wählern bekannt vorkommen könnte, sieht Krause durchaus als Vorteil. „Das kommt uns zupass. Die Altwähler wissen mit dieser Abkürzung, wen sie wählen sollen.“ Antreten will die Partei unter anderem in Nauen, Falkensee, Rathenow und Schönwalde-Glien im Havelland. Außerdem peile man wie in Potsdam-Mittelmark den Kreistag an.

Das größere Ziel steht der PDS jedoch noch bevor: Im Herbst will die Partei zur Landtagswahl antreten. Dafür müssen Krause und seine Mitstreiter noch Unterschriften sammeln. Außerdem müsse die Partei aufpassen, dass die Sorben innerhalb der Partei in der Mehrheit bleiben. Sonst könnte sie womöglich nicht zugelassen werden.

Die First zur Teilnahme an der Kommunalwahl endet am Donnerstag kommender Woche (21. März). Bis dahin haben Parteien, Vereinigungen und Wählergruppen noch Zeit, ihre Wahlvorschläge mit Kandidaten einzureichen. Die ebenfalls neu gegründete Freiparlamentarische Allianz (FPA) wurde vom Wahlausschuss nicht als Partei für die Wahl zugelassen. Sie verfüge „neun Monate nach ihrer Gründung noch nicht über eine ausreichende personelle und organisatorische Struktur“, als dass sie als Partei anerkannt werden könne, hieß es. Die FPA, die unter anderem für ein bedingungsloses Grundeinkommen antritt, kann bei der Kommunalwahl nur als Vereinigung antreten. Insgesamt treten damit 19 Parteien an.

Von Torsten Gellner

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