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Neue TV-Gebühr für 70.000 Brandenburger

Umstellung auf DVB-T2 Neue TV-Gebühr für 70.000 Brandenburger

Superscharfe TV-Bilder, aber neue Kosten: Auf Tausende Brandenburger kommt im nächsten Frühjahr ein zweiter Fernsehbeitrag zu. Mit der Umstellung auf das neue Antennen-Format DVB-T2 HD, das hochauflösendes TV verspricht, werden Privatsender wie RTL und Pro Sieben nicht mehr frei empfangbar sein.

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Für 70000 Brandenburger ändert sich im Frühjahr das Fernsehformat.

Quelle: Monika Skolimowska

Potsdam. Superscharfe TV-Bilder, aber neue Kosten: Auf Tausende Brandenburger komm im nächsten Frühjahr eine Art zweiter Fernsehbeitrag zu: Mit der Umstellung auf das neue Antennen-Format DVB-T2 HD, das hochauflösendes Fernsehen verspricht, werden Privatsender wie RTL und Pro Sieben nicht mehr frei empfangbar sein. Wer sie weiterhin sehen will, muss dafür 69 Euro im Jahr zahlen. Für den Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender im hochauflösenden HD-Format wird keine Zusatzgebühr fällig.

Rund 70 000 Haushalte in Brandenburg und 400 000 in Berlin empfangen ihr Programm über Antenne im bald veralteten Standard DVB-T. Bislang ist es für viele eine kostengünstige Alternative für den Empfang über Kabel- oder Satellit. Doch am 29. März 2017 erfolgt der Wechsel auf DVB-T2. Die Umstellung erfolgt im „harten Schnitt“, wie Justus Demmer, Sprecher des RBB erklärt. „Der alte Standard geht mit dem Tag der Einführung von DVB-T2 vom Netz.“ Wer weiter über Antenne fernsehen möchte, muss sich neue Receiver zulegen – und zwar für jedes Fernsehgerät, das er nutzen will, betont Demmer.

Darauf sind viele Brandenburger offenbar noch nicht vorbereitet. Bundesweit wurden erst rund 100 000 Empfänger für den neuen Standard verkauft. Demmer wirbt darum, sich rechtzeitig um die neue Technik zu kümmern, um am 29. März kein böses Erwachen zu erleben. Schon jetzt könne man die neuen Geräte nutzen, sie können auch das bisherige DBV-T-Format verarbeiten.

Doch warum kosten Privatsender plötzlich Geld? Es liege an der neuen hochauflösenden Technik HD, die immer mehr Kunden verlangten, erklärt Veit Olischläger vom Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland, das die Umstellung organisiert.„HD ist teurer. Privatsender können die Kosten nicht über zusätzliche Werbeerlöse ausgleichen. Deswegen gibt es künftig das Entgelt , so wie das heute schon über Satellit oder Kabel üblich ist, wenn man HD-Programme sehen will.“ Die Öffentlich-Rechtlichen finanzieren die Umstellung auf den scharfen Bildstandard über den Rundfunkbeitrag.

Die Privatsender laufen künftig unter der Bezeichnung „Freenet TV“. Noch offen ist nach Angaben von Freenet, ob auch der Sportsender Eurosport Teil des kostenpflichtigen Freenet-Pakets sein wird, ist nach Angaben des Unternehmens noch offen. Man verhandele derzeit, hießt es auf Nachfrage. Eurosport wird künftig die olympischen Spiele übertragen.

Allerdings hat die neue Fernsehlandkarte, die ab 29. März 2017 gilt, in Brandenburg noch weiße Flecken. Rund um Wittstock und Wittenberge, aber auch in der Uckermark und Lausitz wird DVB-T2 später eingeführt. Bis dahin läuft das alte Antennenformat weiter.

Und Privatsender wird man dort auch in Zukunft wohl nicht über Antenne empfangen können. „DVB-T2 HD mit dem vollen Programmangebot wird es vornehmlich in Ballungsräumen geben“, erklärt Veit Olischläger. Grundsätzlich gelte die Faustregel: Wer heute schon Privatsender über Antenne empfängt, werde dies auch künftig tun. Vorausgesetzt, er schafft sich die nötigen Geräte an. Wir erklären, worauf man achten muss.

Was beim Umstieg auf DVB-T2 zu beachten ist >

Von Torsten Gellner

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