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Brandenburg Neuer BER-Termin: Warum es diesmal klappen soll
Brandenburg Neuer BER-Termin: Warum es diesmal klappen soll
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14:04 15.03.2018
Die Dauerbaustelle soll in 34 Monaten keine mehr sein. Quelle: dpa-Zentralbild
Potsdam

Die Ereignisse gleichen sich: Im Dezember 2014 tagte der BER-Aufsichtsrat, und Flughafenchef Hartmut Mehdorn präsentierte als vorweihnachtliches Geschenk ein sogenanntes Terminband: der Flughafen solle im zweiten Halbjahr 2017 eröffnen. Die Eröffnung blieb bekanntlich eine Illusion, wie schon so oft zuvor. Fast auf den Tag genau drei Jahre später gibt es nun wieder einen Termin, der ähnlich fern in der Zukunft liegt wie weiland Mehdorns Festlegung: Oktober 2020. Und wieder heißt es: Wir sind sicher, dass wir es schaffen. Was aber ist nun wirklich anders?

Einigung mit wichtigster Technikfirma

Als Mehdorn vor drei Jahren seinen Termin verkündete, waren drei Megathemen noch völlig ungelöst. Erstens: Für die Brandschutzanlage gab es noch nicht mal fertige Umbaupläne, geschweige denn, dass das komplexe System baulich angefasst worden wäre. Zweitens: Die finalen Baugenehmigungen, der fünfte und der sechste Nachtrag – jeweils Planungskonvolute von mehreren Tausend Seiten – lagen nicht vor. Der sechste Nachtrag wurde erst Anfang dieses Jahres genehmigt. Und drittens: Die maßgeblichen Baufirmen hatten zu wenige Anreize, pünktlich zu liefern, der Streit um Nachträge und Fehlplanungen überlagerte das Geschehen.

Nun gibt es die Pläne und Genehmigungen, und die Arbeiten an der Brandschutzanlage sollen in absehbarer Zeit abgeschlossen sein. Auch das hörte man schon mehrfach. Ein echter Fortschritt, der freilich viel zu spät kommt, ist jedoch die Einigung der Flughafengesellschaft (FBB) mit der wichtigsten Technikfirma Caverion.

Pfusch trotz Doppelüberwachung

Caverion ist auf dem Bau für die komplizierten Brandschutzklappen zuständig und mit einem Volumen von mehr als 300 Millionen Euro eines der wichtigsten Unternehmen auf dem Bau. Die FBB und Caverion haben nun vereinbart, dass die Arbeiten an der Anlage bis Ende August 2018 abgeschlossen sind. Falls nicht, muss Caverion eine Strafe zahlen; eine, die nicht aus der Portokasse zu zahlen sei, heißt es aus Flughafenkreisen. Genau solche Verträge fehlten in der Vergangenheit, was die Motivation für ein zügiges Abarbeiten der Aufträge offenkundig schmälerte.

Allein die Bauüberwachung zeigt, wie das Projekt aus den Fugen geraten ist, ironischerweise in dem Bestreben, alles richtig zu machen und um am Ende nicht von der Bauaufsicht, die rund zwei Millionen Seiten Pläne prüfen muss, zurückgepfiffen zu werden. Es gibt je zwei externe Projektüberwacher für Hochbau, für Mechanik und für das Kabelgewerk. Der eine Überwacher prüft die Bauausführung, der andere die Rechnungen.

Doch auch diese Doppelüberwachung konnte Pfusch am Bau nicht verhindern. Inzwischen sind die Verträge mit den Überwachern nachjustiert worden. Hier soll, wie bisweilen beim Straßenbau, ein Bonus-Malus-System greifen. Wenn eklatante Mängel übersehen werden, drohen den Überwachern Abschläge.

Die Skepsis bleibt groß

Gleichwohl: Die Skepsis ist groß, dass es diesmal etwas wird mit der Eröffnung. Das lehrt die Vergangenheit. Grünenfraktionschef Axel Vogel glaubt den Beteuerungen aus Aufsichtsrat und FBB-Management längst nicht mehr. Er hält es nach den vielen Pannen für folgerichtig, dass das die Flughafengesellschaft sich auf den Betrieb von Tegel und Schönefeld konzentriert, und das gesamte Baugeschehen rund um den BER an eine externe Baugesellschaft ausgliedert. Mehr noch: „Um unnötige Kosten zu vermeiden, muss sofort ein Baustopp verhängt werden, um die tabulose Prüfung einer Entkernung des Hauptterminals zu ermöglichen.“ Billigterminals wie das ohnehin geplante Zusatzterminal T-1E sollen aufgestellt werden, damit man in Ruhe - und zur Not von Grund auf - das aus den Fugen geratene Hauptterminal neu angeht.

Andererseits: Eigentlich ist das Terminal seit 2013 einmal entkernt worden. Das Gebäude wurde von innen technisch praktisch neu ausgestattet: Brandschutz, Versorgungsschächte, Kabel, Sprinkleranlagen, Klappen, Türen. 2,8 Milliarden Euro hat das Terminal bislang verschlugen – allein das Terminal, das anfangs auf 600 Millionen Euro taxiert worden war. Aber das war zu einer Zeit, als man noch ganz sicher war, dass der BER im Oktober 2011 in Betrieb geht.

Von Torsten Gellner

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