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Brandenburg Neuer Fahrsimulator für die S-Bahn-Azubis
Brandenburg Neuer Fahrsimulator für die S-Bahn-Azubis
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00:19 19.03.2019
Linus Leißner ist im dritten Ausbildungsjahr bei der S-Bahn Berlin. Quelle: Thorsten Keller
Berlin

Die Haltestellen heißen Klostersee und Kreuzhain, Brottfeld und Brehmsbeck. „Wir haben hier ein paar schöne Phantasie-Strecken zusammenbauen lassen“, sagt André Kohlrusch, leitender Lokführer-Ausbilder bei der S-Bahn Berlin anlässlich der Präsentation eines neuen Fahrsimulators im Werk Schöneweide. „Hier können unsere Azubis in geschützter Atmosphäre üben, ohne dass etwas kaputtgeht.“ Eine Abbildung des realen, mehr als 300 Kilometer langen S-Bahn-Netzes sei nicht sinnvoll, so Kohlrusch.

Seit 2012 werden die angehenden Lokführer bei der Berliner S-Bahn in einem dualen Modell ausgebildet. Nach einer zweijährigen Ausbildung zum Industrie-Elektriker folgen elf Monate Ausbildung zum Triebfahrzeugführer. Diese zweigleisige Schulung habe sich bewährt, findet S-Bahn-Geschäftsführer Peter Buchner.

Gespür für die Technik

In den ersten zwei Lehrjahren in der S-Bahn-Werkstatt gewinnen die angehenden Lokführer „ein Gefühl dafür, welche Komponenten verbaut sind und wie sie funktionieren“. Dank dieser technischen Qualifikation könnten die Fahrer auf etwaige Störungen besser reagieren, „das steigert auch unsere Betriebsqualität“. Auch für die Fahrer sei das hilfreich, so Buchner. Wer diesen Job nicht mehr ausüben kann, etwa, weil er bei den regelmäßigen Gesundheitschecks durchfällt, hat einen Plan B.

Zum Beginn des neuen Ausbildungsjahrs am 1. September verdoppelt das Unternehmen die Zahl der Ausbildungsplätze von zwölf auf 24. Die erste Klasse ist bereits voll belegt, in der zweiten sind noch Plätze frei. Wer die Ausbildung erfolgreich abschließt, hat eine Jobgarantie und „geht nicht mit weniger als 2000 Euro netto nach Hause“, so der Leiter des Ausbildungszentrums, Jens Klischies. Die Auszubildenden starten demnach mit 1000 Euro brutto pro Monat.

Zahlen und Fakten zur Berliner S-Bahn

Die S-Bahn Berlin gehört mit 3000 Mitarbeitern zu den größten Arbeitgebern der Hauptstadt.

1100 haben Lokführer-Lizenz. Diese erneuert sich alle zwei Jahre, wenn zuvor die Fahrprüfung am Simulator bestanden wurde. Das Netz besteht aus 16 Linien, und ist 327 Kilometer lang. Es gibt 166 Bahnhöfe, davon 33 in Brandenburg.

Linus Leißner ist einer der Azubis im dritten Lehrjahr. Er ziehe den S-Bahn-Job dem Fernverkehr vor, sagt er. Er schwärmt vom der „Arbeit im Rhythmus einer Stadt. Im ICE fliegt man an den Städten eher vorbei.“ Besonders reizvoll findet er die Linie 7 von Ahrensfelde nach Potsdam. Leißner und sein Azubi-Kollege Tobias Hirsch schätzen zudem, dass sie bei der S-Bahn ortsgebunden arbeiten und nicht durchs ganze Land tingeln.

Praxis erst nur unter Aufsicht

Nach der Theorie und den Übungen im virtuellen Fahrerstand in den ersten drei Monaten geht es für die Auszubildenden raus in die reale Welt. An der Seite eines der 75 Ausbildungs-Lokführer absolvieren sie mindestens 37 Schichten unter Aufsicht, dann steht die Abschlussprüfung an. In den vergangenen Jahren fielen dabei im Schnitt zwei von zwölf Azubis durch. Das ist eine hohe Erfolgsquote im Vergleich zu den Quereinsteigern bei der S-Bahn: Dort fällt jeder Dritte durch. „Das Regelwerk ist sehr umfangreich“, erklärt Jens Klischies. Die angehenden Fahrer würden auch auf Ernstfälle vorbereitet, „von denen man hofft, dass sie niemals eintreten“.

„Der Beruf des Lokführers ist nach wie vor attraktiv“, fasst Geschäftsführer Peter Buchner zusammen. Dass die S-Bahn über Bedarf ausbilde, sei kein selbstloser Akt, sondern eine vorausschauende unternehmerische Entscheidung, die einen Netzausbau ebenso vorwegnehme wie neue Arbeitszeitmodelle. Der Tarifvertrag bei der S-Bahn sieht bereits jetzt eine gewisse Wahlfreiheit vor zwischen Lohnerhöhungen und zusätzlichen Urlaubstagen.

Von Thorsten Keller

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