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Neuer Prozess gegen ICE-Entführer von Nauen

24-Jähriger soll Bundespräsident genötigt haben Neuer Prozess gegen ICE-Entführer von Nauen

Bei einer Fahrkartenkontrolle in einem ICE kurz vor Nauen (Havelland) dreht ein junger Mann durch. Er zückt eine Schreckschusspistole und schießt um sich. Kurze Zeit später wird er jedoch überwältigt. Jetzt steht er in Berlin vor Gericht. Der Vorwurf: Nötigung des Bundespräsidenten.

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Der Angeklagte Benjamin S. bei seinem Prozess in Potsdam

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Neun Monate nach der Geiselnahme eines ICE von Berlin nach Hamburg muss sich der 24jährige Tatverdächtige in Berlin vor Gericht verantworten. Obwohl die Tat bei Nauen (Havelland) passierte, ist das Kammergericht der Hauptstadt zuständig, da es sich um ein Staatsschutzdelikt handelt. Einer der Vorwürfe lautet: Nötigung des Bundespräsidenten.

Der Fall war im Juni bereits vor dem Potsdamer Landgericht gelandet Doch als sich herausstellte, dass es sich um ein Staatsschutzdelikt handeln könnte, verwies Richter Jörg Tiemann den Fall an die zuständigen Berliner Kollegen. Am 14. August geht dort nun die Hauptverhandlung los.

Bundespräsident und Kanzlerin sollten seinen Anweisungen folgen

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, dass er am 21. November 2014 im ICE von Berlin nach Hamburg den Zugchef mit einer Schreckschusspistole bedroht und gefordert hat, dass der Bundespräsident, die Bundeskanzlerin und der Bundesaußenminister in einer Pressekonferenz die Anerkennung Palästinas als Staat durch die Parlamente von Schweden, Großbritannien und Spanien auf das schärfste verurteilen. Zudem forderte der Mann eine halbe Million Euro ein.

Benjamin S. gesteht politische Motive

Der Angeklagte ist Benjamin S., ein 24-Jähriger aus Künzelsau (Baden-Württemberg). Bei der ersten Verhandlung in Potsdam hatte er gestanden, den Intercity aus politischen Motiven gekapert zu haben. Er habe mit einer Schreckschusspistole den Zugchef und bis zu sechs Passagiere bedroht. Um sich Respekt zu verschaffen, schoss der Mann damals in einen Sitz. Dann forderte er vom Zugchef, dass dieser ein Schreiben mit Forderungen am Telefon vorliest.

Fahrgäste überwältigen den Bewaffneten

Einigen Passagieren war es gelungen, den Mann zu überwältigen. Dabei lösten sich drei Schüsse aus der Pistole. Bei dem Zwischenfall wurde zum Glück niemand verletzt.

Benjamin S.: Eine „Herzensangelegenheit“

Beim Prozessauftakt hatte der Angeklagte über seine Tat gesagt: „Es war eine Herzensangelegenheit“. Das palästinensische Hamas-Regime sei unmenschlich – darauf habe er aufmerksam machen wollen.

Von Torsten Gellner

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