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Neuer Wirbel in der CDU um Saskia Ludwig

Politikerin plant Kandidatur für Bundestag Neuer Wirbel in der CDU um Saskia Ludwig

Neuer Wirbel um Saskia Ludwig: Die einstige Brandenburger CDU-Chefin plant eine Kandidatur für den Bundestag 2017. In der Parteispitze ist man von diesem Schritt völlig überrascht. Nun wird darüber spekuliert, was die umstrittene Politikern mit dem Schritt erreichen will. Denn die Spekulationen um einen Übertritt zur AfD halten an.

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Saskia Ludwig.

Quelle: Uwe Klemens

Potsdam. Die frühere CDU-Landeschefin in Brandenburg, Saskia Ludwig, hat ihre Partei erneut in Aufregung versetzt. Anlass sind die ungewöhnlichen Umstände, wie die 47-jährige Politikerin ihre Kandidatur für den Bundestag 2017 plant. Sie verknüpft eine Bewerbung im prestigeträchtigen Wahlkreis Potsdam und Potsdam-Mittelmark mit der ultimativen Aufforderung an CDU-Parteichef Ingo Senftleben, ihr dabei die „volle Unterstützung“ zu gewähren. Ludwig: „Wenn die Daumen nach oben zeigen, knüpfe ich gerne an die direkt gewonnenen Landtagsmandate an, um auch das Direktmandat für die CDU in Potsdam und Potsdam-Mittelmark zu verteidigen.“ Zuvor hatte ihr eigener Kreisvorstand sie zu einer Kandidatur aufgefordert.

Bild noch aus besseren Zeiten

Bild noch aus besseren Zeiten: Saskia Ludwig und Ingo Senftleben 2010 im Landtag.

Quelle: dpa-Zentralbild

Ihr Schritt kommt für die Parteispitze völlig überraschend. Ludwig ist derzeit Abgeordnete im Landtag und Vorsitzende des Kreisverbands Potsdam-Mittelmark. Bei der Partei- und Fraktionsspitze um Senftleben war sie wegen umstrittener Alleingänge nachhaltig in Ungnade gefallen. In der Fraktion gilt sie, auch wegen ihrer Nähe zur AfD, als isoliert.

Entsprechend giftig fiel am Donnerstag die Reaktion aus. „Daumen heben oder Daumen senken gab es vielleicht im antiken Rom“, sagte Generalsekretär Steeven Bretz der MAZ. In der CDU würden demokratische Regeln gelten. Wer letztlich im Wahlkreis für die CDU antritt, entschieden die Mitglieder der Wahlkreiskonferenz.

Ludwig will sich zu ihrer geplanten Kandidatur nicht äußern

Nach Unterstützung, wie von ihr erhofft, klingt das nicht, eher nach dem Gegenteil. Nur was bezweckt Ludwig, zumal sie sich eine solche ablehnende Reaktion ausrechnen konnte? Sie selbst will sich zu ihrer Kandidatur persönlich nicht äußern. Sie sei auf einer Wehrübung der Bundeswehr, sagte ihr persönlicher Referent. Er ist sich sicher: Falls sie die Unterstützung der Parteispitze nicht bekommt, „wird sie nicht kandidieren“.

Bereits 2013 wollte Ludwig die CDU-Kandidatur für diesen Wahlkreis, verlor das interne Machtduell aber gegen Katherina Reiche, die später den Wahlkreis, den bislang stets die SPD holte, überraschend direkt gewann. Reiche ist 2015 in die Wirtschaft gewechselt.

Spekulationen um einen Übertritt zur AfD halten an

Ist Ludwigs Schritt nun besonders raffiniert oder einfach nur eine Provokation? Darüber gehen in der CDU die Meinungen auseinander. Genährt werden damit auch Spekulationen, die schon länger im Landtag kursieren, wonach Saskia Ludwig einen Übertritt in die AfD-Fraktion plant, aber noch einen Grund sucht. Eine Abfuhr der Parteispitze wäre einer.

Im Landtag fällt schon länger ihr guter Draht zur AfD auf. Sie war die einzige Nicht-AfD-Abgeordnete beim Neujahrsempfang der Partei und pflegt einen engen Kontakt zu Parteichef Alexander Gauland. Sie war auch die einzige Abgeordnete, die einer Einladung der AfD zu einer Podiumrunde kürzlich in Werder gefolgt war. Dafür erhielt sie viel Lob – von der AfD.

Von Igor Göldner

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