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Neues Schuljahr, weniger Pannen?

Bildung in Brandenburg Neues Schuljahr, weniger Pannen?

Angehende Abiturienten in Brandenburg haben jetzt mehr Mathe auf dem Stundenplan. Das Land reagiert damit auf das diesjährige Debakel beim Mathe-Abitur. Ob diese Maßnahme ausreicht, um Schüler auf ihre Prüfungen künftig besser vorzubereiten, wird jetzt unter Bildungspolitikern des Landes diskutiert.

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Schüler der Oberstufe stehen vor neuen Anforderungen.

Quelle: dpa

Potsdam. Neues Schuljahr, mehr Mathe: Seit dieser Woche müssen Oberstufenschüler aus Brandenburg mit einer Neuerung auf ihrem Stundenplan rechnen: Für sie ist der Mathe-Unterricht im letzten Jahr vor dem Abitur um eine Stunde auf fünf Wochenstunden aufgestockt worden – eine direkte Folge aus dem Debakel um das diesjährige Mathe-Abitur. Ob diese und andere Maßnahmen ausreichen, um die Schüler in Zukunft ausreichend auf die Prüfungsanforderungen vorzubereiten, wird jetzt unter Bildungspolitikern des Landes diskutiert und auch Thema im Bildungsausschuss in der kommenden Woche im Landtag sein.

Rund 2300 Schüler hatten ihre Mathe-Abiturklausuren wiederholt, weil sie bei der Prüfung Logarithmus-Aufgaben erhielten, die in vielen Schulen vorher gar nicht im Unterricht behandelt worden waren. Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) hatte die Ursache für das Debakel beim diesjährigen Mathe-Abi in Brandenburg in der geringeren Zahl an Unterrichtsstunden in dem Fach ausgemacht. Dies lag einer Kommission zufolge auch daran, dass Lehrer Fortbildungen nicht besucht hatten. Lehrer sollen deshalb, so eine weitere Konsequenz, fortgebildet werden und die Teilnahme der Pädagogen auch kontrolliert werden. Außerdem soll der Rahmenlehrplan Mathematik konkreter formuliert werden.

CDU: Lehrpläne zu schwammig

„Mehr Mathestunden sind eine Maßnahme, die ich für richtig halte“, sagte CDU-Bildungsexperte Gordon Hoffmann. Allerdings müsse in den Rahmenlehrplänen konkretisiert werden, was genau Unterrichtsstoff für die Schüler ist und was nicht. „Die Lehrpläne sind nicht nur im Fach Mathematik schwammig formuliert.“ Die Lehrer in allen Fachbereichen seien auf klare Vorgaben angewiesen.

Ähnlich sieht es Kathrin Dannenberg, bildungspolitische Sprecherin der Linken. „Die Rahmenlehrpläne müssen präzisiert und Interpretationslücken geschlossen werden“, fordert sie. Nach der Panne hatten sowohl die Linke als auch die oppositionelle CDU Akteneinsicht zum Mathe-Abi genommen.

Die CDU hatte dem Land bei der Vorbereitung des diesjährigen Abiturs massives Organisationsversagen vorgeworfen. Bis zum heutigen Tag stehe nicht fest, wie viele Schüler im ersten Anlauf der Prüfung tatsächlich die schwere Variante mit der ungewöhnlichen Logarithmus-Frage bearbeitet haben. Wie aus einer aktuellen Antwort der rot-roten Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der oppositionellen CDU hervorgeht, liegen der Landesregierung aufgrund „des Verwaltungsaufwandes“ keine Daten darüber vor, wie viele Nachschreiber die betreffende Wahlaufgabe „Der Eisbecher“ gewählt hatten. Das Ministerium sah aber in der Tatsache, dass rund ein Drittel aller Schüler Einsen und Zweien im Mathe-Abitur geschrieben haben, einen Beleg dafür, dass die umstrittene Aufgabe 2 mit der ungewöhnlichen Logarithmus-Frage doch lösbar gewesen sein muss. Die CDU hielt dagegen, dass die Darstellung der Prüfungsergebnisse außer Acht lasse, dass es sich

Und was ist mit Deutsch und Englisch?

Kathrin Wiencek, Mathematiklehrerin und Vorsitzende vom Philologenverband Berlin-Brandenburg, sieht noch ein anderes Problem. Sie begrüßt, dass der Mathe-Unterricht bereits in diesem Schuljahr um eine Stunde auf fünf Wochenstunden aufgestockt wird. Doch dies erzeuge eine neue Ungerechtigkeit: „Denn warum bekommen Oberstufenschüler nicht auch in Deutsch oder Englisch eine Stunde mehr Unterricht?“

Weniger Leistungskurse

Unabhängig vom Mathe-Abiturskandal war von der Landesregierung entschieden worden, dass Abiturienten in Brandenburg künftig nur noch zwei statt fünf Leistungskurse belegen müssen, wie es in Berlin bereits der Fall ist. Dies entspricht einer Vorgabe der Kultusministerkonferenz, die einen Rahmen der Leistungskurse von zwei bis maximal vier festlegt. Damit soll gewährleistet werden, dass die Abituranforderungen über alle Länder hinweg vergleichbar sind. Ob diese und andere Maßnahmen ausreichen, um die Schüler in Zukunft ausreichend auf die Prüfungsanforderungen vorzubereiten, wird jetzt unter Bildungspolitikern des Landes diskutiert. Die Reform in Brandenburg tritt allerdings erst zum Schuljahr 2018/2019 in Kraft. An Gymnasien wirkt sie ab dem Schuljahr 2019/2020.

Von Diana Bade

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