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Brandenburg Neugeborenen-Screening: 45.000 Babys profitieren
Brandenburg Neugeborenen-Screening: 45.000 Babys profitieren
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08:37 29.11.2017
An der Universitätsklinik in Greifswald wird am Fuß eines Babys Blut für ein Neugeborenen-Screening abgenommen. Quelle: dpa
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Greifswalder

Neugeborene im nördlichen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und im polnischen Westpommern werden künftig im Rahmen der Früherkennung auf zusätzliche Erkrankungen untersucht. Die Universitätsmedizin Greifswald hat am Mittwoch zusammen mit Partnern in Stettin und der Charité Berlin, die als neuer Partner zum Projekt dazukommt, ein erweitertes Neugeborenen-Screening gestartet. Statt auf bislang 15 Erkrankungen werde das Blut der dort geborenen Babys auf drei weitere Erkrankungen untersucht. Insgesamt 45.000 Neugeborene in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern sollen pro Jahr von dem Screening profitieren, wie Gesamt-Projektleiterin Theresa Winter von der Universitätsmedizin Greifswald sagte.

Frühe Untersuchung zur Krankheitsverhinderung

In dem Projekt „PomSreen“ zum ersten grenzüberschreitenden Neugeborenen-Screening war zwischen 2012 und 2015 pro Jahr das Blut von 30.000 Neugeborenen in Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern auf seltene Erkrankungen untersucht worden. Zusätzlich zur bundesweit üblichen Untersuchung wurde bei den Laboruntersuchungen geprüft, ob die Babys auch an der angeborenen Stoffwechselerkrankung Mukoviszidose erkrankt sind. In Mecklenburg-Vorpommern seien so allein sechs Kinder frühzeitig identifiziert worden, bei denen nach der frühen Diagnose einer chronischen Erkrankung der Lunge vorgebeugt werden konnte, sagte Winter. 2016 wurde das Mukoviszidose-Screening aufgrund der Erfahrungen in dem deutsch-polnischen Projekt bundesweit eingeführt.

Beginn in den 70er-Jahren

Das Neugeborenen-Screening in Deutschland begann 1969 mit der Untersuchung auf Phenylketonurie, die als eine der häufigsten angeborenen Stoffwechselerkrankungen gilt. Mit dem Fortschritt der Analysemethoden wurde die Screening-Liste seitdem auf 15 Erkrankungen erweitert. Im nördlichen Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Westpommern kommt nun die frühzeitige Erkennung von angeborenen Erkrankungen des Immunsystems, des Fettstoffwechsels und von Hämoglobinkrankheiten hinzu. Die Screening-Labors werden sich dabei auf jeweils eine Krankheit für alle Neugeborene des Einzugsgebietes spezialisieren. Erkrankungen des Immunsystems würden in Stettin, des Fettstoffwechsels in Greifswald und der Hämoglobinkrankheiten an der Charité untersucht.

Das jetzt gestartete und auf drei Jahre angelegte EU-Projekt „RareScreen“ wird mit 3,4 Millionen Euro aus dem Interreg V A-Programm gefördert. In diesem Projekt sollen neue Untersuchungsmethoden etabliert werden – als Grundlage für ein möglicherweise flächendeckendes Screening aller Neugeborenen in Deutschland.

Vorreiterrolle

Mit dem erweiterten Screening nehme die Universitätsmedizin Greifswald deutschlandweit eine Vorreiterrolle im Bereich der Prävention und Gesundheit von Neugeborenen ein, sagte der Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Greifswald, Professor Max Baur. Das Neugeborenen-Screening gelte als eine der wichtigsten Präventionsmaßnahmen zur Früherkennung angeborener Stoffwechselstörungen und Hormonstörungen, die durch fehlende Symptome in den ersten Lebenstagen ohne Laboruntersuchungen nicht zu erkennen sind.

Von MAZonline

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