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Neun getötete Babys entdeckt

Mutter bestreitet, Kinder umgebracht zu haben Neun getötete Babys entdeckt

Die 39-jährige Sabine H. soll seit 1988 neun ihrer neugeborenen Kinder getötet und die Leichen auf dem Grundstück der Eltern in Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree) in einem alten Aquarium, in Eimern und Blumentöpfen versteckt haben.

Brieskow-Finkenheerd. Die am Sonntag zufällig entdeckten sterblichen Überreste habe die Frau in einer Garage verborgen, berichtete Staatsanwalt Michael Neff in Frankfurt (Oder). Sabine H. ist Mutter von vier Kindern. Drei davon sind erwachsen, das jüngste, ein Nachzügler, ist anderthalb Jahre alt.
Die arbeitslose Frau, gegen die am Abend Haftbefehl wegen neunfachen Totschlags erlassen wurde, bestreitet, die Säuglinge gewaltsam umgebracht zu haben. Ein förmliches Geständnis liegt laut Staatsanwaltschaft noch nicht vor. „Sie wirkt nicht verwirrt und macht normale Angaben“, so ein Ermittler. Nach Auskunft des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen handelt es sich um den schlimmsten bekannten Fall von Säuglingstötung in der europäischen Kriminalgeschichte.

Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) reagierte mit „tiefer Erschütterung“. „Dieser grausige Fund macht uns fassungslos“, sagte er. Die zuständigen Behörden würden „alles Notwendige unternehmen, um die genauen Umstände schnellstmöglich und umfassend aufzuklären“. Innenminister Jörg Schönbohm (CDU) meinte: „Wir müssen uns fragen, wie dieses unglaubliche Verbrechen über die ganzen Jahre hinweg im Verborgenen blieb.“ Dies alles sei „möglich gewesen, weil zu viele weggeschaut haben, statt zu helfen – der Frau und den Kindern“, so Schönbohm.

Staatsanwalt Neff erklärte: „Die Frage ist, wie die Frau die Leichen beseitigen konnte, ohne dass es jemand merkte.“ Ob auch Behörden Mitverantwortung an den Tötungen tragen, ist unklar.

Ein Zeuge hatte am Sonntag in einer Garage auf dem Grundstück bei Aufräumarbeiten einzelne Menschenknochen gefunden. Daraufhin wurde die Fläche genau abgesucht. Dabei fanden die Beamten die anderen acht Babyleichen. Die Polizei suchte gestern auf dem Gelände nach möglichen weiteren Leichen, stellte die Suche jedoch ein. Acht Spürhunde und 40 Polizisten waren im Einsatz.

Jüngeren kriminologischen Untersuchungen zufolge kommen in Deutschland bis zu 20 Säuglingstötungen pro Jahr vor.

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