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Brandenburg Nilgänse vertreiben sogar Störche
Brandenburg Nilgänse vertreiben sogar Störche
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11:58 08.08.2015
Die Nilgans hat sich unerfreulich ausgebreitet. Quelle: Foto: dpa
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Potsdam

Der Landesjagdverband schlägt Alarm: Die aus Afrika stammende Nilgans breitet sich in Brandenburg immer stärker aus und verdrängt heimische Arten. Daher müsse der Eindringling zur Jagd freigegeben werden, forderte Verbandssprecher Tino Erstling. Länder wie Niedersachsen, Schleswig-Holstein oder Sachsen hätten bereits reagiert.

Die Staatliche Vogelschutzwarte Buckow (Havelland) schätzt den Nilgans-Bestand im Land aktuell auf weit mehr als 100 Brutpaare. 2009 waren es laut Brandenburger Brutvogelatlas noch 25. Problematisch sei die Nilgans (Alopochen aegyptiacus), weil sie in ihrem Territorium keine anderen Vögel duldet, erklärte Erstling. In Brandenburg sei sogar bei Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) beobachtet worden, wie Nilgänse im vergangenen Jahr Weißstörche aus ihrem Nest vertrieben.

Laut dem Naturschutzbund brütet die eingewanderte Vogelart teils im Schilf, aber auch in den Nestern fremder Vögel. Mit bis zu drei Kilogramm ist sie etwa doppelt so schwer wie der Storch und kann sich entsprechend durchsetzen.

Natürlich sei die Nilgans vom Charakter her aggressiv. „Aber es ist nicht so, dass sie andere Arten auf breiter Ebene in ihrem Bestand bedroht“, relativierte Torsten Langgemach von der Vogelschutzwarte. Laut dem Wild-Jahresbericht des Jagdverbandes wurden bei der jüngsten Zählung deutschlandweit 7844 Brutpaare registriert. Die meisten Nilgänse wurden in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen gezählt. Vom Nordwestdeutschen Tiefland scheine sich das Tier nach Richtung Osten auszubreiten, heißt es im Jagdbericht.

Zu erkennen sind die Tiere an ihrem dunklen Augenfleck und den relativ hohen Beinen. Im 18. Jahrhundert wurden sie als Ziergeflügel in Großbritannien eingeführt. Über die Niederlande gelangten Nilgänse in den 1970er Jahren nach Deutschland, erklärte Langgemach.

Von Georg-Stefan Russew

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