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Noten für Zweitklässler abschaffen?

Debatte im Landtag Noten für Zweitklässler abschaffen?

Bildungsminister Günter Baaske (SPD) will den Weg dafür ebnen, dass Schüler in den ersten beiden Jahrgangsstufen generell keine Ziffernnoten mehr bekommen. Am Donnerstag befasste sich der Landtag mit dem Thema. Die Meinungen von Experten gehen auseinander.

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Im Landtag diskutieren heute Experten über die Schulgesetzreform.

Quelle: dpa

Potsdam. Das Vorhaben der rot-roten Landesregierung, Noten für Zweitklässler abzuschaffen, hat gestern für Diskussionen im Bildungsausschuss des Brandenburger Landtags gesorgt. In einer Anhörung äußerten sich Bildungsexperten überwiegend positiv, übten aber auch Kritik.

Die vom rot-roten Kabinett geplante Änderung des Schulgesetzes sieht vor, dass Grundschüler in den ersten und zweiten Klassen eine schriftlich ausformulierte Leistungsbewertung erhalten und keine Noten. In Berlin und Niedersachsen etwa gilt eine solche Regelung heute schon.

Der Landesschülerrat Brandenburg begrüßte das geplante Gesetz grundsätzlich, weil der Entwicklungsstand von Grundschülern besonders in den ersten und zweiten Jahrgangsstufen „höchst unterschiedlich“ sei. „Die Leistung eines jungen Menschen lässt sich besser durch einen Text widerspiegeln als durch einen Stempel mit Wolken und Sonnen oder Zahlen von Eins bis Sechs“, sagte Johannes Sven Hänig, Sprecher des Landesschülerrates.

Gegen Schulnoten in den ersten beiden Jahren sprach sich auch der Grundschulverband Brandenburg aus. „Die Kinder sollen lernen, weil es ihnen Spaß macht, und nicht, weil sie eine Eins oder Zwei auf dem Zeugnis stehen haben“, sagte die Landesvorsitzende Denise Sommer.

Der Landesverband der Deutschen Philologen Berlin/Brandenburg kritisierte hingegen, dass mit dem Gesetz möglicherweise die Wünsche der Kinder nicht ausreichend berücksichtigt würden. „Die Kinder wollen Noten. Sie wollen sich messen und untereinander abgrenzen und stehen dem Wettbewerbsgedanken sehr nahe“, sagte die Vorsitzende Kathrin Wiencek. Sie befürchtet zudem, dass die schriftlichen Beurteilungen den Leistungsstand der Schüler nicht klar und eindeutig wiedergeben. „Die Note macht kurz, prägnant und eindeutig eine Zuordnung möglich“, so Wiencek. Formulierungen, die in Schulnoten übersetzt werden, wie man es aus dem Arbeitszeugnis kennt („Er war stets bemüht“), seien heikel.

Der Bildungsexperte Wilfried Steinert hält die geplante Änderung im Schulgesetz für richtig. „Wichtig ist aber, dass mit der Neuregelung sichergestellt ist, dass Eltern eine gute Rückmeldung von den Schulen und Lehrern haben“, sagte er. In den meisten europäischen Ländern funktioniere die zensurenfreie Schullandschaft gut – mit schriftlichen Bewertungen bis zur sechsten Klasse.

Dieses Modell gefällt auch den Grünen in Brandenburg. „Wir würden die verbale Notengebung gern auf die ganze Grundschulzeit von sechs Jahren ausweiten“, erklärte die Bildungsexpertein Marie Luise von Halem. Sie forderte, eine „gesunde Feedbackkultur“ müsse bereits in jungen Jahren beginnen.

Auf MAZ-online.de wird das Thema Schulnoten kontrovers diskutiert. „Ich hatte seinerzeit schon in der ersten Klasse Zensuren auf dem Zeugnis und habe es überlebt“, schreibt Anke Bunn auf der MAZ-Facebook-Seite. In einer MAZ-online-Umfrage hatte sich die Mehrheit der Nutzer für Zensuren für Erst- und Zweitklässler ausgesprochen. Der Bildungsausschuss wird in seiner nächsten Sitzung vom 15. Juni seine Empfehlung aussprechen.

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Sollte es für Erst- und Zweitklässler Zensuren geben?

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In der Umfrage haben bis Donnerstagmittag 12 Uhr mehr als 1600 Leser abgestimmt. 77 Prozent sprechen sich für Noten aus. 23 Prozent sind gegen Zensuren in den ersten und zweiten Klassen.

Von Diana Bade

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