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Brandenburg „Null Toleranz bei Alkoholvergehen“
Brandenburg „Null Toleranz bei Alkoholvergehen“
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15:30 23.05.2016
Wenn es nach SPD und Grüne geht, liegt die Promillegrenze für Radfahrer künftig bei 1,1. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Vorschlag der SPD, die Promillegrenze für Radfahrer von 1,6 auf 1,1 zu senken, stößt bei MAZ- Lesern in den sozialen Netzwerken auf großen Widerstand. Die einen vermuten hinter diesem Vorschlag pure Abzocke, andere fragen sich, wie sie künftig ohne Fahrrad und ohne Auto auf dem Land von einer Party nach Hause kommen sollen. Wieder andere finden die Idee aber gut und sprechen sich dafür aus.

Der Verkehrsgerichtstag hatte im vergangenen Jahr in Goslar bereits die Absenkung des Promillewertes gefordert. Die „Saarbrücker Zeitung“ berief sich in ihrer Berichterstattung zu diesem Thema am Wochenende auf ein Beschlusspapier der SPD. Matthias Gastel, ein Sprecher der Grünen, unterstützte den Vorschlag.

MAZ-Leser auf Facebook sehen ihn allerdings kritisch: „In ihrer Verzweiflung probiert die SPD mit populistischen Scheinproblemen Aufmerksamkeit zu erheischen“, schreibt Matthias Zimmermann (*Kommentare sind in Originalfassung).

In ländlichen Gegenden sind viele aufs Fahrrad angewiesen

Das Thema entfachte unter den Lesern nicht nur eine Debatte über Sinn und Unsinn dieser Neuregelung, sondern auch darüber, wie gut oder schlecht man speziell abends auf dem Land von einer Party wieder nach Hause kommt.

Markus Wicke kommentiert: „Ich warte noch auf den Tag, an dem Promillegrenzen für Fußgänger eingeführt werden.“ Netzel Olaf findet: „wir sollten uns mal der EU anpassen und diese art von abzocke abschaffen, welche man mpu nennt [...] wenn man irgendwo feiern möchte...gibts genug taxis... wer trinken kann... hat auch genug geld fürs taxi..“

Brigitte Schreiber hält dagegen: „Schon mal auf dem Land gelebt? Kein Bus, keine Bahn, kein Taxi und bis zum Event oder zu Freunden im nächsten Dorf schaffst du es nicht zu laufen.“

Das droht betrunkenen Radfahrern

Wer mit 1,6 Promille oder mehr auf dem Fahrrad erwischt wird, dem drohen 3 Punkte in Flensburg, eine Geldstrafe und die Anordnung einer Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU). Dabei ist es auch völlig egal, ob andere Verkehrsteilnehmer gefährdet wurden oder nicht.


Eine Strafanzeige droht Radlern,
die mit 0,3 Promille oder mehr unterwegs sind.

Wer unter Einfluss von Drogen Rad fährt, bekommt ebenfalls eine Strafanzeige und eine Anordnung zur MPU.

Wer sich weigert oder die MPU nicht besteht
verliert den Führerschein. Auch Wiederholungstäter auf dem Fahrrad - selbst wenn sie unterhalb des Grenzwertes von 1,6 Promille lagen - müssen sich einer MPU unterziehen, wenn sie mehrmals unter Alkoholeinfluss fahrauffällig wurden.

Selbst wer noch gar keinen Führerschein besitzt, kann betroffen sein: Für Jugendliche ab 16 Jahren, die betrunken auf dem Fahrrad erwischt werden, kann unter Umständen der Nachweis einer MPU beim Erwerb des Auto-Führerscheins erforderlich sein.

Bernd Jewerowski schreibt: „Ich bin nur der Meinung, Radfahren-Boot/Freizeit hat nichts mit der PKW-LKW-Fahrerlaubnis zu tun. Ist ne Sauerei.“

Viele fordern generell Null Promille

Neben dieser Kritik gibt es allerdings auch Befürworter des Vorschlags. „Entweder Fahren oder Trinken, gibt nur eine Möglichkeit! 0 Promille! 0 Toleranz bei Alkoholvergehen“, schreibt Thomas Dorneburg.

„Kein Alkohol sowie erstrecht Drogen am Lenker“, fordert auch Andreas Lietz. Carolin Ganzer schreibt ebenfalls: „Ich bin dafür!“

Kathrin Schmidt findet, dass auch betrunkene Fußgänger eine Gefahr für den Straßenverkehr darstellen: „Wo zieht man dann die Grenze? Das soll jetzt aber nicht falsch verstanden werden. Beim Autofahren bin ich für Null-Promille-Grenze.“

Von MAZonline

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