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Brandenburg Nur jeder Dritte im Osten erhält Urlaubsgeld
Brandenburg Nur jeder Dritte im Osten erhält Urlaubsgeld
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05:25 12.06.2017
Quelle: dpa
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Potsdam

Die meisten Arbeitnehmer in Brandenburg gehen auch in diesem Jahr beim Urlaubsgeld leer aus. Nur etwa jeder dritte Beschäftigte im Osten kommt in den Genuss des sommerlichen Lohntüten-Zuschusses, der meist im Juni von den Arbeitgebern gezahlt wird, wie aktuelle Erhebungen der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung ergaben. Bundesweit erhält danach knapp jeder zweite Arbeitnehmer (42,6 Prozent) eine solche Finanzspritze für den Urlaub.

Bei der Höhe gibt es starke Schwankungen – je nach Branche. Gezahlt wird eine Sonderleistung zwischen 156 und 2316 Euro. So erhält im Brandenburger Einzelhandel eine Verkäuferin mit rund 2400 Euro monatlichem Bruttogehalt gut 1000 Euro Urlaubsgeld. Offiziell liegt im Einzelhandel die Höhe des Urlaubsgeldes bei 45 Prozent des Arbeitslohns.

Ein im Vergleich außergewöhnlich hohes Extra-Salär erhalten in diesem Jahr die Beschäftigten im Bauhauptgewerbe der Region. Die Arbeitgeber zahlen ein Plus von 20 Prozent des bisherigen Urlaubsgeldes. Betroffen davon sind knapp 21 000 gewerbliche Arbeitnehmer in Brandenburg. Sie erhalten pro Urlaubstag einen Zuschuss, der bei einem durchschnittlichen Bruttoeinkommen von 33 000 Euro etwa 150 Euro ausmacht, wie der Bauindustrieverband auf Anfrage mitteilte. Das sind bei 30 Tagen Urlaub rund 4500 Euro zusätzlich. Im nächsten Jahr, so sieht es die Tarifeinigung vor, wird der Zuschuss sogar noch steigen – auf 25 Prozent.

Im Öffentlichen Dienst und in der brandenburgischen Stahlindustrie gibt es kein Extra-Urlaubsgeld. Dafür gibt es eine Jahressonderzahlung, die mit dem Weihnachtsgeld ausgezahlt wird. Bei Mitarbeitern der Deutschen Bahn ist das Urlaubsgeld in das sogenannte Jahrestabellenentgelt eingerechnet worden. Laut Böckler-Stiftung gibt es im Bankgewerbe und in der Energiewirtschaft kein tarifliches Urlaubsgeld. Die Stiftung wertet alljährlich Tarifverträge aus Branchen aus und ergänzt das mit einer Online-Umfrage. Bundesweit beziehen 51 Prozent der Männer die Leistung, bei Frauen sind es 39 Prozent.

Überdurchschnittlich häufig wird Urlaubsgeld in Unternehmen mit Tarifbindung gezahlt – der Anteil liegt dort bei 60,4 Prozent. Bei den Beschäftigten ohne Tarifvertrag sind es hingegen lediglich 36,9 Prozent. Die Berlin-Brandenburger Dienstleistungsgewerkschaft Verdi beklagt seit längerem eine Flucht der Arbeitgeber aus den Flächentarifverträgen und fordern eine stärkere Tarifbindung. Der Trend ist auch in der Region so: Je kleiner ein Unternehmen, desto geringer die Tarifbindung, was sich dann auch auf die Sonderzahlungen auswirkt.

Diese sind, und darauf weisen Arbeitsrechtler hin, eine freiwillige Leistung des Arbeitgebers. Einen gesetzlichen Anspruch auf Urlaubsgeld gibt es nicht. Ein Anspruch muss im Arbeits- oder Tarifvertrag geregelt sein. Gibt es in einem Betrieb Urlaubsgeld oder ähnliche Sonderzahlungen wie Weihnachtsgeld, gilt allerdings die Regel „Gleiches Recht für alle“: Teilzeitkräfte oder Minijobber müssen laut der Gewerkschaft Verdi ebenso Urlaubsgeld bekommen. Hat der Arbeitgeber mehrere Jahre lang im Sommer etwas mehr bezahlt, darf er den Bonus außerdem nicht ohne weiteres stoppen: Dann gilt eventuell der Grundsatz der „betrieblichen Übung“. Die durchzusetzen, ist allerdings im Einzelfall oft nicht ganz einfach, warnt die Gewerkschaft.

Von Igor Göldner

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