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Brandenburg Obdachloser hätte qualvoll verbrennen können
Brandenburg Obdachloser hätte qualvoll verbrennen können
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14:34 09.05.2017
Der Obdachlose hatte auf einer Bank auf dem Bahnsteig der U-Bahnlinie 8 gelegen. Quelle: dpa
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Berlin

Die Angeklagten sollen in der Weihnachtsnacht versucht haben, einen Obdachlosen anzuzünden – nun hat die Staatsanwaltschaft sechs der sieben jungen Männer einen heimtückischen und grausamen Anschlag vorgeworfen.

Die 16- bis 21-Jährigen hätten billigend in Kauf genommen, dass der Mann in dem Berliner U-Bahnhof selbst hätte Feuer fangen und „qualvoll verbrennen“ können, hieß es in der am Dienstag zum Auftakt vor dem Landgericht verlesenen Anklage. Die mit Spannung erwartete Verhandlung begann schleppend. Es gab Anträge von Verteidigern und Unterbrechungen.

Opfer bisher nicht als Zeuge geladen

Sechs der Angeklagten müssen sich wegen versuchten Mordes vor einer Jugendstrafkammer verantworten. Einem siebten wird unterlassene Hilfeleistung zur Last gelegt. Die jungen Männer sollen in der Nacht zum 25. Dezember 2016 versucht haben, den ahnungslos Schlafenden im U-Bahnhof Schönleinstraße anzuzünden. Der Angriff hatte deutschlandweit Entsetzen ausgelöst.

Nur durch das Eingreifen von Fahrgästen konnte in dem Kreuzberger U-Bahnhof laut Staatsanwaltschaft Schlimmeres verhindert werden. Sie löschten demnach die Flammen, der Obdachlose aus Polen wurde gerettet. Der damals 37-Jährige ist bislang nicht als Zeuge geladen.

Angeklagte kamen als Flüchtlinge nach Berlin

Sechs Verdächtige stammen nach Angaben von Ermittlern aus Syrien, einer aus Libyen. Die Angeklagten sollen zwischen 2014 und 2016 als Flüchtlinge nach Deutschland gekommen sein, fünf als alleinreisende Minderjährige. Als Hauptangeklagter gilt ein 21-jähriger Syrer. Einer seiner Verteidiger erklärte, sein Mandant werde sich äußern.

Andere Fahrgäste hatten in der Nacht Schlimmeres verhindert. Quelle: dpa

Die Tat war von einer Überwachungskamera gefilmt worden. Wegen der Schwere des Delikts war die Öffentlichkeitsfahndung schnell genehmigt worden. Dann stellten sich die Verdächtigen.

Bei versuchtem Mord nicht unter drei Jahren Gefängnis

Die sechs mutmaßlichen Haupttäter sitzen derzeit in Untersuchungshaft. Eine Jugendstrafkammer wird die Vorwürfe prüfen. Sechs der sieben Angeklagten können im Falle eines Schuldspruchs mit einer Strafe nach dem milderen Jugendstrafrecht rechnen. Für den 21-Jährigen gilt das Erwachsenenstrafrecht. Danach wird versuchter Mord mit einer Strafe nicht unter drei Jahren Gefängnis bestraft.

Der Angriff auf den Obdachlosen war kein Einzelfall. Zuletzt wurde im April in Hamburg der Schlafsack eines 49-Jährigen unter freiem Himmel angezündet. Ebenfalls dort wurde im Februar die Schlafstätte von zwei wohnungslosen Männern in einem Parkhaus in Brand gesteckt.

Von dpa

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