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Brandenburg Oder-Deiche durch Wildschweine bedroht
Brandenburg Oder-Deiche durch Wildschweine bedroht
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21:08 15.07.2016
Quelle: dpa
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Criewen

An Deichanlagen im Nationalpark Unteres Odertal würden immer mehr durch Wildschweine verursachte Wühlschäden entdeckt, bestätigte Parkleiter Dirk Treichel einen entsprechenden Bericht der “Märkischen Oderzeitung“. “Der Hochwasserschutz kann deshalb stellenweise nicht mehr sichergestellt werden“, betonte Treichel.

Aufgrund der angespannten Situation wurde zusammen mit dem Umweltministerium und dem Landesumweltamt eine Arbeitsgruppe gebildet, die nach Lösungen suchen soll. In einem ersten Schritt wurden bereits Schutzmatten ausgelegt, Elektrozäune gespannt und Duftpallets verteilt, die die Schwarzkittel von den Deichanlagen fernhalten sollen.

Passive Maßnahmen reichten allein aber nicht aus, betonte Treichel. Ohne Jagd komme man im 50 Kilometer langen Park entlang der Oder nicht aus. Seit November seien bereits 60 Sauen geschossen worden. Das Umweltministerium signalisierte unterdessen, dass es für die ganzjährige Jagd keine Beschränkungen mehr gebe. Davon ausgenommen seien jedoch Muttertiere.

Auch der Biber bedroht Deiche

Die seit fast einem Jahr im Land geltende Biberverordnung gestattet außerhalb der Schonzeit im Ausnahmefall den Abschuss der eigentlich geschützten Tiere: aber nur, wenn sie Menschen in Gefahr bringen beispielsweise durch unterhöhlte Straßen.

“Bei den Gewässer- und Deichverbänden liegen die angerichteten Schäden im sechsstelligen Bereich“, sagte der Vizelandrat des Landkreises Märkisch-Oderland, Rainer Schinkel. Biber stauen Wasser, verstopfen Zuläufe und lassen Gräben überlaufen. Wenn Böschungen ins Rutschen geraten, Straßen oder Schienenwege unterhöhlt oder Deiche beschädigt werden, müsse eingegriffen werden, betonte er.

In Brandenburg leben etwa 3000 Biber, darunter ein Drittel des bundesweiten Bestandes des so genannten Elbebibers. Zur Wende waren die Tiere fast ausgerottet. Allein im Oderbruch ist die Zahl der größten Nagetieres Europas von wenigen ausgesetzten Exemplaren in den 1980-er Jahren auf heute etwa 1000 gestiegen. Hier sind die Lebensbedingungen besonders günstig: Es gibt ein dichtes Netz von Gräben und ein gutes Futterangebot durch Mais und andere Feldfrüchte.

Von MAZonline

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