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Öfter psychische Störungen bei Schulanfängern

Stress als Ursache Öfter psychische Störungen bei Schulanfängern

Erstklässler haben in Brandenburg immer häufiger emotionale und soziale Störungen. Die Bandbreite reicht von Angststörungen, über Phobien bis hin zu Depressionen. Die Tendenz ist beunruhigend. Häufig ist Stress die Ursache. Doch man kann den psychischen Problemen vorbeugen.

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Beunruhigende Entwicklung: Die Zahl der Erstklässler mit emotionalen und sozialen Störungen ist in Brandenburg gestiegen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Brandenburg. Die Zahl der Erstklässler mit emotionalen und sozialen Störungen in Brandenburgs Schulen ist in den vergangenen Jahren gestiegen. Lag der Anteil der betroffenen Kinder mit dieser Diagnose bei der Einschulungsuntersuchung 2010 noch bei 6,2 Prozent, waren es 2014 7,6 Prozent, wie aus einer Antwort von Gesundheitsministerin Diana Golze (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage hervorgeht. Bei den Zehntklässlern gab es in dem Zeitraum einen leichten Anstieg von 1,2 auf 1,7 Prozent. Die Mehrheit der betroffenen Kinder und Jugendlichen wurden ärztlich behandelt.

Die Fragestellerin, die Landtagsabgeordnete Birgit Bessin (AfD), nannte die Tendenz der vergangenen Jahre «keine positive Entwicklung». Sie kündigte an, dass ihre Fraktion die rot-rote Landesregierung auffordern werde, die Ursachen näher zu hinterfragen. Laut einem Sprecher sind dem Gesundheitsministerium keine Erklärungen für den Anstieg bekannt.

Phobien, Angststörungen und Depressionen

Zu den häufigsten emotionalen Störungen in diesen Altersgruppen zählen demnach Angststörungen, Phobien, depressive Störungen und Zwangsstörungen. Die beiden letzteren treten meist erst ab der späten Kindheit auf. Stress kann laut Golze eine Ursache für gesundheitliche Belastungen und psychische Störungen sein.

Laut Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz (LUGV) stellten die Ärzte des Kinder- und Jugendgesundheitsdienstes bei Jungen häufiger als bei Mädchen emotionale und soziale Störungen fest. Außerdem waren Kinder aus Familien mit niedrigem Sozialstatus fast viermal häufiger betroffen als Gleichaltrige aus Familien mit hohem Sozialstatus.

Das Wichtigste: Ein Familienzusammenhalt

Die Landesregierung nutze kontinuierlich verschiedene Möglichkeiten, um Präventionsprogramme zur Stressbewältigung bekannter zu machen, betonte Golze. Als Beispiele nannte sie die von der Techniker Krankenkasse entwickelten Programme «Snake» und «Bleib locker». «Snake» richtet sich an Jugendliche der 8. und 9. Klassen. Es soll ihnen helfen, ihr Wissen rund um das Thema Stress zu erweitern und Bewältigungsstrategien zu erlernen. Der Kurs «Bleib locker» soll Grundschülern spielerisch beibringen, wie man mit Stress umgeht.

Wichtig für eine günstige Entwicklung der Kinder seien vor allem das familiäre Umfeld und ein dortiger Zusammenhalt, Unterstützung durch Gleichaltrige oder Erwachsene und ein soziales Netz, heißt es dazu im LUGV.

Von Anja Sokolow

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