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Brandenburg Ohne Leute wie ihn gäbe es keine Zeitung
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18:45 15.05.2017
Maximilian Szameitat an seinem Arbeitsplatz. Über die Rollen läuft später die Zeitung. Quelle: Julian Stähle
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Potsdam

Wenn Maximilian Szameitat beim Frühstück zur Zeitung greift, dann fällt sein Blick nicht zuerst auf Überschriften und Artikel. Ihn interessiert zunächst etwas anderes. „Ich schaue, ob die Farbe stimmt und ob die Bilder gut gedruckt worden sind“, erklärt der 21-Jährige. Seine berufliche Erfahrung hat ihn schon geprägt: Maximilian Szameitat ist im ersten Ausbildungsjahr zum Medientechnologen beim Pressedruck Potsdam, eine der größten und modernsten Zeitungsdruckereien in den neuen Bundesländern. Am Donnerstag, dem 18. Mai, wird er bei der ersten Azubi-Nacht der Druckerei an der Seite von Matthias Voß, dem Rotationsleiter des Pressedrucks, die moderne Form der Drucker-Lehre vorstellen.

Bei Problemen muss man einen kühlen Kopf bewahren

Der Wechsel von der Schulbank zur 18 Meter hohen Druckmaschine ist ihm nicht schwer gefallen. „Arbeiten macht mir viel mehr Spaß“, erklärt Szameitat. Beim Probearbeiten lernte er die Abläufe kennen, die vielen Zeitungslesern verborgen bleiben. „Die Kollegen hier haben mir alles gut erklärt.“ Zum Beispiel, wie man bei Problemen reagiert und einen kühlen Kopf behält. „Mal hängt man die Druckplatte verkehrt ein oder die Papierrolle reißt“, erzählt der junge Mann.

Für die Drucker wird es dann stressig. Schließlich muss die MAZ noch in der Nacht pünktlich bis in die Prignitz oder ins westliche Havelland geliefert werden. Noch weiter kann die Reise der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ und des „Handelsblatts“ sein, die ebenfalls hier gedruckt werden. „Bis alles wieder nach Plan läuft, kann es schon mal 20 Minuten dauern“, sagt der angehende Medientechnologe. „Da kommt dann schon Zeitdruck auf.“

Es fehlt an qualifizierten jungen Menschen

Im ersten Jahr hat er eine Menge gelernt. „Ich fühle mich sicher, bei dem, was ich da tue“, erzählt Szameitat. „Aber man trägt schon große Verantwortung.“ Die eine Woche, die er monatlich in der Berufsschule in Berlin-Wittenau verbringt, sei manchmal ein wenig „anstrengend“, verrät er.

Mathematisches und technisches Grundverständnis, Interesse an Medienprodukten und Drucktechnik seien gute Voraussetzungen für den Job, erzählt Maximilian Szameitat. „Meine Eltern haben beide Maschinenbau studiert, deshalb bin ich ein wenig vorbelastet.“ Ein Studium kam für ihn nicht infrage. Er hielt eine Ausbildung nach seinem Fachabitur für sinnvoller. Sein Chef, Druckereileiter Matthias Voß, freut sich darüber. „Es fehlt uns an qualifizierten jungen Menschen, die Interesse an technischen Berufen haben“, sagt Voß.

Herausforderung Schichtarbeit

Eine Herausforderung für Max Szameitat war zunächst die Umstellung auf die Schichtarbeit. „Aber die Arbeitszeiten sind gut geregelt“, erklärt er. Die Schichten beginnen für ihn morgens um acht Uhr, um 13 Uhr oder abends um 17 Uhr. Auch am Wochenende muss der junge Mann aus Caputh (Potsdam-Mittelmark) manchmal arbeiten. Sein Privatleben leide nicht unter der Schichtarbeit. Irgendeiner habe immer Zeit, so der Azubi.

Jeden Tag fährt er gern zur Arbeit – immer mit dem Fahrrad. „Zu Beginn der Ausbildung war mein Ansporn, diese riesige Druckmaschine selbst zu bedienen. Ich bin auf einem guten Weg“, erzählt er. In den acht Drucktürmen können die Papierbahnen beidseitig bedruckt werden. Pro Stunde werden bis zu 90 000 Zeitungen gedruckt. Besonders gefällt Maximilian Szameitat an seinem Beruf, dass er am Schichtende etwas in den Händen halten kann. „Da weiß man, was man geschafft hat.“

Drei Jahre Ausbildung, gute Übernahmechancen

Drei Jahre dauert die Ausbildung zum Medientechnologen Druck beim Pressedruck Potsdam. In dieser Zeit lernen die Auszubildenden den Zeitungsdruck an einer Rollen-Offsetmaschine, aber auch Vorstufen- und Weiterverarbeitungsprozesse zu beherrschen. Im Team kümmern sich 40 Mitarbeiter um die Druckplattenherstellung, das Einrichten der Maschinen, die Steuerung sowie die Überwachung der Produktion. Außerdem müssen die 1,6 Tonnen schweren Papierrollen vorbereitet werden. Ein wichtiger Teil der Arbeit ist auch die Wartung und Instandhaltung der teuren Maschinen.

Nach der Ausbildung stünden die Chancen gut, weiterhin im Pressedruck arbeiten zu können, so Matthias Voß: „Fachkräfte gibt es eben nicht auf dem Markt. Also müssen wir sie ausbilden.“ Maximilian ist zufrieden mit seiner Ausbildung. „So lange es geht, möchte ich auch hier bleiben“.

Azubi-Nacht bietet Blick hinter die Kulissen

Sie haben Lust, den Beruf des Medientechnologen (m/w) näher kennenzulernen? Dann kommen Sie am 18. Mai von 18.30 Uhr bis 22 Uhr zu unserer Azubi-Nacht im Pressedruck Potsdam, Friedrich-Engels-Straße 24, Potsdam. Maximilian und seine Kollegen führen Sie gerne durch die Druckerei und zeigen Ihnen, was man hier lernen kann. Eingeladen sind alle Jugendlichen, die 2017 die Berufsbildungsreife erwerben oder bereits erworben haben und die bis Ende 2017 volljährig sind.

Eine formlose Anmeldung an personal@maz-online.de und pünktliches Erscheinen sind erforderlich.

Von Lisa Neumann

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