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Olympia-Stimmung im Stern-Center

MAZ-Talkrunde Olympia-Stimmung im Stern-Center

Am Montagabend plauderten Sportlerinnen und Sportler beim MAZ-Talk über die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro. Mit dabei unter anderem eine Trainerlegende und Top-Sportler, die bei den Spielen auf Medaillen hoffen. Ihre Chancen auf Edelmetall waren auch ein wichtiges Thema in der Talkrunde.

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Von links oben nach rechts unten: Jürgen Eschert, Udo Beyer, Yannick Lebherz, Bernd Schröder, Sebastian Brendel, Franziska Weber, Hans Gruhne, Christian Diener, Torben Schmidtke und Ronald Rauhe.

Quelle: Stähle

Potsdam. Potsdam. Mit Applaus und einer ersten kleinen, goldenen Medaille wurden am Montag Top-Sportlerinnen und -Sportler sowie Ehrengäste beim Olympia-Talk der MAZ und der AOK Nordost begrüßt. Die Kandidaten für die Sommerspiele, die vom 5. bis zum 21. August in Rio stattfinden, sprachen auch über Medaillenchancen. Mit dabei waren Sebastian Brendel, Franziska Weber, Ronald Rauhe (alle Kanu), Yannick Lebherz, Christian Diener, Torben Schmidtke (alle Schwimmen), Hans Gruhne (Rudern), Udo Beyer (Kugelstoß-Olympiasieger), Jürgen Eschert (Kanu-Olympiasieger) und Bernd Schröder (Turbine Potsdam).

Der Gejagte: Kanute Sebastian Brendel will Olympia-Gold verteidigen

Potsdams Kanuten sollen auch 2016 wieder ein Erfolgsgarant sein – allen voran Sebastian Brendel. Der Olympiasieger im Einer-Canadier von 2012 trägt eine enorme Last auf seinen breiten Schultern: „Vor vier Jahren war ich noch ziemlich unbekannt, jetzt bin ich der Gejagte“, sagte der 27-jährige Familienvater. „In den letzten beiden Jahren bin ich Weltmeister geworden, diese Serie soll ausgerechnet bei Olympia nicht reißen. Der Druck ist groß und die anderen schlafen nicht. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass ich gewinne. Das wird ganz hart, aber ich habe bereits gut trainiert.“ Wie die anderen deutschen Top-Kanuten weilte er dreieinhalb Wochen in Florida/USA. „Die Grundlagen sind gelegt“, meinte Brendel. Schon am Mittwoch geht es ins nächste Trainingslager nach Italien. „Da werden bereits Wettkampfstrecken geübt.“ Denn im April stehen die ersten Qualifikationen an.

Sebastian Brendel

Sebastian Brendel

Quelle: Stähle

Der Metallsucher: Schwimmer Christian Diener fasziniert von Olympia

Diese Chance ließ sich Christian Diener nicht entgehen: Nach dem MAZ-Talk ging der Schwimmer zu Kanu-Olympiasieger Sebastian Brendel und fragte, ob er dessen Goldmedaille einmal halten könne. „Sie fühlte sich verdammt schwer an und als ob ziemlich viel Arbeit drinsteckt. So eine will ich auch haben“, sagte der 22-Jährige ziemlich beeindruckt vom Londoner Edelmetall. „Vielleicht klappt es noch nicht dieses Mal, aber vielleicht schon beim nächsten Mal“, erklärte der Rückenspezialist.

Denn zuvor steht für Diener, der genau wie Yannick Lebherz in der Trainingsgruppe von Jörg Hoffmann trainiert und ebenfalls am Mittwoch nach Singapur fliegt, die Qualifikation. „Ich war schon sehr nah an den Normen dran“, erzählte der Schwimmer des Potsdamer SV im OSC Potsdam.

2005 kam er an die Sportschule in der Brandenburger Landeshauptstadt, obwohl er zuvor sogar ein einwöchiges Probetraining beim FC Energie Cottbus hatte. „Der Trainier meinte, dass ich ziemlich schnell bin, aber die Ballkontrolle sei nicht besonders“, sagte der Juniorenweltmeister von 2011 über 50 Meter Rücken.

Für die möglichen Wettkämpfe in Brasilien hat er, wie Lebherz, schon eine spezielle Trainingswoche eingelegt und zu den Zeiten trainiert, zu denen auch in Rio geschwommen wird. „Die ersten Tage war es abends ziemlich schwer, am Ende habe ich mich reingefuchst“, erzählte er – die Olympischen Spiele können also kommen.

Christian Diener

Christian Diener

Quelle: Stähle

Der Ungekrönte: Ruderer Hans Gruhne strebt eine Medaille an

Hans Gruhne war schon als Siebtklässler groß und schnell. So kam der Pätzer (Dahme-Spreewald) an die Sportschule Potsdam, ohne vorher einmal im Ruderboot gesessen zu haben. Der 27-Jährige lächelte, als er die Anekdote erzählte. Denn daraus ist eine olympische Karriere geworden, die in Rio gekrönt werden soll. 2008 in Peking wurde Gruhne mit dem Doppel-Vierer Sechster. London 2012 verpasste der Bundespolizist knapp in der internen Qualifikation. „Ich will nicht noch mal zugucken.“ Für Rio muss der Doppelvierer-Weltmeister im April bei der deutschen Einzelmeisterschaft unter die besten acht Skuller kommen. „Es gibt keinen Freifahrtschein für alte Erfolge.“ Mittwoch geht es ins Trainingslager nach Sevilla. Vielleicht besucht der Fußballfan wieder ein Spiel des FC, 2015 sah er das 2:3 gegen Real Madrid.

Hans Gruhne

Hans Gruhne

Quelle: Stähle

Der Qualifizierte: Schwimmer Torben Schmidtke will Gold

Torben Schmidtke mag Trainingslager. Der paralympische Schwimmer freut sich immer auf die Abrechnung seiner Wohnung. „Man spart Heizkosten, Strom und Wasser.“ Viel wichtiger ist aber natürlich der sportliche Nutzen der Schinderei. Und nachdem der 27-Jährige von einem Magen-Darm-Virus genesen war, hat er kürzlich im Trainingslager auf Lanzarote einen ordentlichen Sprung in seiner Form gemacht. „Ich fühle mich gut auf dem Weg nach Rio“, sagte Schmidtke, der mit einer Fehlbildung der Beine und des linken Arms auf die Welt kam. Der Mann vom SC Potsdam ist bereits über seine Lieblingsstrecke 100 Meter Brust qualifiziert. Über diese Distanz gewann er bei den Paralympics 2012 in London die Silbermedaille. Deshalb sind die Trainingspläne nun ähnlich angelegt. „Ich mache vieles so wie damals.“ In Brasilien soll es allerdings am liebsten Gold werden. Schmidtke, der auf fünf Strecken den Weltrekord seiner Startklasse hält, hat sich für Rio eine Bestzeit auf die Fahne geschrieben. „Ich freue mich auf ein spannendes, schnelles Rennen. Und auf die Atmosphäre im Athletendorf.“ Der Angestellte der Bundespolizei fliegt am Montag für drei Wochen ins Trainingslager in die Sierra Nevada. Rio immer vor Augen.

Torben Schmidtke

Torben Schmidtke

Quelle: Stähle

Die Optimistische: Kanutin Franziska Weber vertraut auf ihre Stärke

Wenn man die Arbeit mit einem Lächeln angeht, dann gelingt es auch. Das scheint das Motto von Kanu-Olympiasiegerin Franziska Weber zu sein. Die 26 Jahre alte Potsdamerin meinte mit Blick auf ihre olympischen Aussichten für Rio: „Für mich gibt es nur den Druck, den man sich selber macht. Ich bin zuversichtlich. Das Training lief bisher gut. Ich hoffe, es klappt wieder.“ Die dreimalige Weltmeisterin geht das Unterfangen Olympia mit viel Optimismus an.

Sie weiß, dass gerade Olympia kein Wunschkonzert ist. Trotzdem würde sie liebend gern wieder mit der Leipzigerin Tina Dietze im Kajakzweier über 500 Meter antreten. „Aber erst einmal muss ich meine Leistung bringen. Am Ende sitzen die beiden Besten in dem Boot“, erklärte sie beim MAZ-Olympia-Talk. Unter den Zuschauern war auch der Präsident des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV), Thomas Konietzko. In Bezug auf die nicht unbedingt idealen Bedingungen auf dem Gewässer in Rio angesprochen, meinte Franziska Weber: „Ich muss mich auf meinen Sport konzentrieren. Ich kann es ja nicht ändern. Ich will nach Rio. Ich hoffe nur, dass die Bedingungen dort fair sind.“

Bereits am Mittwoch geht es für sie ins nächste Trainingslager nach Sevilla. Hoch erfreut zeigte sie sich, dass der Potsdamer Ruderer Hans Gruhne zeitgleich nach Spanien fliegt. „Das ist schön, dass wir Potsdamer Sportler uns dort wiedertreffen – und dann hoffentlich in Rio“, wünschte sich Franziska Weber, die sich vor ihrer Kanu-Karriere im Judo versuchte.

Franziska Weber

Franziska Weber

Quelle: Stähle

Der Routinierte: Ronny Rauhe möchte Kanu-Karriere mit Erfolg beenden

Kanute Ronald Rauhe redete Klartext: „Mein großer Traum ist es, mit Gold meine olympische Karriere zu beenden.“ Der 34-Jährige vom KC Potsdam will bei seinen fünften Olympischen Spielen nach Gold (2004), Silber (2008) und Bronze (2000) noch mal den großen Coup. „Wenn ich antrete, dann will ich immer gewinnen“, sagte Rauhe, der nun mit dem Dresdner Tom Liebscher im K2 über 200 Meter einen starken Partner habe wie einst mit Tim Wieskötter. Rauhe, der seinen 20 Monate alten Sohn Til sehr vermisse, wenn er zwei Drittel des Jahres wegen Wettkämpfen und Trainingslagern nicht zu Hause sei, wurde quasi im Boot groß. „Ich konnte eher paddeln als schwimmen, weil meine Eltern auch Kanuten waren“, erzählte er. Am Mittwoch düst Rauhe bereits ins nächste Trainingscamp nach Sevilla/Spanien.

Ronny Rauhe

Ronny Rauhe

Quelle: Stähle

Der Höhenjäger: Schwimmer Yannick Lebherz glaubt an Olympia-Quali

Für Schwimmer Yannick Lebherz geht es ab Mittwoch in die Höhe, zumindest in die simulierte. In Singapur wird er gemeinsam mit der Trainingsgruppe von Coach Jörg Hoffmann ein dreiwöchiges Trainingslager abhalten. In normaler Höhe wird geschwommen, geschlafen wird dagegen in simulierter Höhenluft. Zweimal zwei Stunden täglich geht er dann ins Wasser, dazu kommt das Training an Land. Das Flugmeilenkonto wird somit weiter gefüllt, erst am Montag kam er von einem Wettkampf aus Marseille. „Die Ergebnisse waren gut. Dadurch, dass die letzte Saison so schwierig war, haben mir die Ergebnisse wieder Schwung gegeben“, sagte der 27-Jährige, der schon bei den Spielen in London dabei war. Deshalb ist er auch optimistisch, was die Qualifikation für Rio angeht.

Yannick Lebherz

Yannick Lebherz

Quelle: Stähle

Von Sebastian Morgner, Stephan Henke, Peter Stein und Ronny Müller

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