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Ominöser Besuch entzweit AfD-Fraktion

Landtag Brandenburg Ominöser Besuch entzweit AfD-Fraktion

Es knirscht gewaltig in der AfD-Fraktion im Landtag Brandenburg. Jüngst soll Vize-Fraktionschef Andreas Kalbitz ominöse Besucher im Potsdamer Landtagsschloss empfangen haben – hüllt sich darüber aber in Schweigen. Das bringt für einige Fraktionskollegen „das Fass zum Überlaufen“.

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Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Zwielichtige Besucher sorgen für einen Streit innerhalb der Brandenburger AfD-Landtagsfraktion. In der vergangenen Woche hat dazu eine Sondersitzung der Fraktion stattgefunden. Darüber berichtet die Bildzeitung. Der Abgeordnete Steffen Königer greift den Vize-Fraktionschef Andreas Kalbitz scharf an. Inzwischen rebelliert laut Königer eine Mehrheit der Abgeordneten gegen die Fraktionsführung.

Anlass war der Besuch mehrerer Männer vor etwa zwei Wochen. „Mitarbeiter haben mir berichtet, dass diese Besucher bedrohlich und wie Zuhälter wirkten“, sagte Königer.

Ein Besucher soll ein Waffenholster getragen haben

Laut Bericht sollen Brandenburgs AfD-Vize Andreas Kalbitz, die parlamentarische Geschäftsführerin Birgit Bessin und der Abgeordnete Steffen Kotré die Besucher durch das Landtagsschloss geführt haben. Zeugen wollen außerdem gesehen haben, dass einer der Besucher ein Waffenholster getragen habe.

Das AfD-Trio wurde von Partei- und Fraktionskollegen auf den Vorfall angesprochen, äußerte sich aber nicht. Gegenüber der Bild sagte Bessin dann, dass es sich bei den Besuchern um Unternehmer aus der Immobilien- und Gastronomiebranche gehandelt habe. Man habe es ja schließlich schwer, Lokale für Veranstaltungen zu finden.

In der Fraktion herrscht Unmut über den zwielichtigen Besuch

Gegen einen Unternehmer soll ein Verfahren wegen Insolvenzverschleppung laufen. Die anderen Besucher sollen in Berlin und Potsdam Lokale betreiben. Bei ihnen soll es sich um Albaner handeln.

In der Fraktion herrscht Unmut über den zwielichtigen Besuch. Das falle auf die Fraktion zurück, wird ein Abgeordneter zitiert. Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland verlangte Aufklärung. „Auf einer von vier Abgeordneten beantragten Sondersitzung der Fraktion wurde uns vergangene Woche Auskunft darüber verweigert, um wen es sich bei dieser Delegation gehandelt hat“, berichtete Königer der dpa. „Ich habe kein Vertrauen mehr zu dieser Führung.“ Laut Bildzeitung hat Kalbitz aus gesundheitlichen Gründen bei der Sondersitzung gefehlt, er äußerte sich bislang nicht zu den Vorfällen.

Der ominöse Besuch habe aber nur „das Fass zum Überlaufen“ gebracht, sagte Königer. Er erinnerte daran, dass Kalbitz und Bessin im Frühjahr ein früheres NPD-Mitglied im Büro beschäftigt hatten. „So etwas geht gar nicht“, meinte Königer. Nach seinen Angaben rebellieren inzwischen sechs der zehn AfD-Abgeordneten gegen Kalbitz und Bessin.

In der AfD ist es in der jüngeren Vergangenheit immer wieder zu Streit gekommen

Kalbitz war in der Vergangenheit immer wieder negativ aufgefallen. Er hatte zum Beispiel den Vorsitz eines rechten Vereins inne, dessen Gründer NPD-Mitglied war. In der AfD ist es in den vergangenen Monaten immer wieder zu parteiinternen Streitigkeiten gekommen. So zum Beispiel gilt die Führungsspitze um Frauke Petry und Jörg Meuthen als zerstritten. In Baden-Württemberg war die Abgeordneten der Landtagsfraktion in Streit geraten, worauf sich zwei Fraktionen bildeten. Diese sollen bald wieder vereinigt werden.

Von MAZonline mit dpa

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