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„Ostsee in Flammen“ ist jetzt brandenburgisch

Markengrabbing „Ostsee in Flammen“ ist jetzt brandenburgisch

Streit um die Markenbezeichnung „Ostsee in Flammen“: Ein Unternehmen aus Brandenburg beansprucht den Titel des spektakulären Höhen-Feuerwerks, zu dem Jahr für Jahr Zehntausende Besucher nach Grömitz (Schleswig-Holstein) kommen, für sich.

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„Ostsee in Flammen“ im holsteinischen Grömitz.

Quelle: Fotos: LN, HPI

Potsdam/Grömitz. Streit um die Markenbezeichnung „Ostsee in Flammen“: Ein Unternehmen aus Brandenburg beansprucht den Titel des spektakulären Höhen-Feuerwerks, zu dem Jahr für Jahr Zehntausende Besucher nach Grömitz (Schleswig-Holstein) kommen, für sich. Der Rechteinhaber, die MS Media Agentur UG mit Sitz in Glienicke/Nordbahn (Oberhavel), hat jetzt mehrere Hotels in dem Urlaubsort zwischen Lübeck und der Insel Fehmarn angeschrieben und darauf hingewiesen, dass die Marke bereits eingetragen ist.

In dem Schreiben heißt es: „Nun bieten wir Ihnen die Marke unverbindlich zur Übernahme vor Saisonbeginn einmalig an. Bei Inter­esse Ihrerseits senden Sie uns bitte einen Preisvorschlag.“ Das Fax ist mit dem Hinweis versehen, dass die Gemeinde Grömitz mit dem Eintragen der Marke beim Deutschen Patent- und Markenamt gescheitert sei. Hoteliers sollen sich bis 29. Februar zurückmelden.

„Unser Vorgehen ist legitim“

Es ist nicht das erste Mal, dass solche Schreiben verschickt wurden. „Unser Vorgehen ist legitim“, begründet Enrik Huth, Sprecher der MS Media Agentur, die Aufforderung an die Hotels. „Wer im Hotelbereich mit ,Ostsee in Flammen’ wirbt, wird abgemahnt.“ Grömitz habe die Eintragung verschlafen, so Huth. Schneller war Michael Schladitz, Geschäftsführer der Agentur. Er hat den Begriff 2010 schützen lassen. Der Grund: Die Firma ist auch im Ostseeraum tätig, vermarktet Jugend- und Sportreisen, wie ein Fußball- oder Surfcamp auf dem Campingplatz Zedano in Dahme, Rabattangebote für Weissenhäuser Strand (Ostholstein) und andere Küstenorte sowie zu großen Segelevents. Nachzulesen ist das auf der Internetseite www.ostsee-in-flammen.com.

Grömitz scheiterte 2014 mit der Rechtesicherung

Laut Datenbank des Deutschen Patent- und Markenamtes hat Grömitz versucht, die Marke im April 2014 anzumelden. Dies wurde jedoch abgewiesen. Der Grund: Es fehle an Unterscheidungskraft.

„Für uns ist das ein klarer Fall von Markengrabbing, durch das jemand hofft, Geld zu verdienen“, sagt der Leiter des Tourismus-Service’, Olaf Dose-Miekley. Die Anwälte befassten sich bereits im dritten Jahr mit dieser Frage. An dem Traditionstermin werde sich nichts ändern, betont er und verweist auf Klassen, für die ein Begriff gelten kann. Bei der MS Media Agentur werde „Ostsee in Flammen“ vor allem mit Sportevents in Verbindung gebracht. „Wir haben es mehrfach prüfen lassen: Eine Feuerwerksveranstaltung kann man nicht anmelden.“

Streit um die Summe

Enrik Huth aus Glienicke hält das für „Quatsch“: „Leuchtturm in Flammen“ in Warnemünde sei genauso geschützt, wie „Rhein in Flammen“ und „Wannsee in Flammen“. „Grömitz ist die einzige Gemeinde, die ihre Veranstaltung nicht hat eintragen lassen.“ Man habe ein faires Angebot unterbreitet: Für 9000 Euro hätte die Agentur die Marke abgetreten, Grömitz habe das abgelehnt.

Laut Tourismus-Service ist dagegen von einer höheren fünfstelligen Summe die Rede gewesen. Dass das Feuerwerk in den vergangenen zwei Jahren trotzdem unter gleichem Namen stattgefunden hat, findet Huth zwiespältig. „Alles was man professionell veranstaltet, schützt man auch.“ Klagen wolle man jedoch nicht – „wir sind nicht kriegsbereit“. Doch: „Falls das Feuerwerk als Wettbewerb laufen sollte, wird es als sportliche Veranstaltung abgemahnt.“

Weil das Unternehmen beim Tourismus-Service nicht punkten kann, tritt es an einzelne Hotels her­an. „Wer ,Ostsee in Flammen’ für Arrangements verwendet, Reisen oder Schifffahrten anbietet, hat unter Umständen ein Pro­blem“, sagt Enrik Huth. Abhängig von Größe und Kooperation des Hotels werden 19 000 Euro gefordert, sagt er. Nach dieser Logik müsste nur ein einziger Hotelier zusagen und die Rechte an dem Begriff hätten den Besitzer gewechselt. Huth betont aber gleichzeitig: „Wir wollen fair damit umgehen. Das heißt nicht, dass wir die ganze Ostsee abmahnen.“

„Ostsee in Flammen“

1976 ist der Begriff „Ostsee in Flammen“ in dem Schleswig-Holsteiner Küstenort Grömitz zum ersten Mal erwähnt worden. Er war als Pendant zu „Rhein in Flammen“ ins Leben gerufen worden und hatte immer Bezug zu Feuerwerk.

In diesem Jahr feiert die Großveranstaltung in dem nördlich von Lübeck gelegenen Küstenort also 40-jähriges Bestehen. Termin ist der 26. August. Die Touristiker feilen derzeit mit der Firma, die das Feuerwerk zündet, an einem neuen Konzept. Im vergangenen Jahr kamen 40 000 Gäste – so viele, wie seit acht Jahren nicht.

Eine Brandenburger Agentur aus Glienicke/Nordbahn (Oberhavel) hat sich die Namensrechte an „Ostsee in Flammen“ schützen lassen – zum Unmut der Grömitzer Touristiker.

„Ostsee in Flammen“ ist der Höhepunkt des Grömitzer Lichtersommers. Das Höhenfeuerwerk wird diesmal am 26. August, 22.45 Uhr, gezündet.

40 000 Besucher kamen beim letzten mal zu dem Spektakel, das in dem Küstenort zwischen Lübeck und der Insel Fehmarn liegt.

Der Lichtersommer findet mit Illuminationen und Lasershow vom 13. Juli an immer mittwochs statt.

Von Irene Burow

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