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Brandenburg Paketboten gesucht: DHL will Soldaten rekrutieren
Brandenburg Paketboten gesucht: DHL will Soldaten rekrutieren
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07:44 02.05.2017
Der Bedarf an Paketzustellern ist um bis zu 50 Prozent gestiegen. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Boom des Versandhandels hält die Paketbranche auf Trab – und sorgt für Wachstumsschmerzen: Die Unternehmen in der Region suchen dringend Zusteller. Platzhirsch DHL will ehemalige Soldaten gewinnen, Hermes errichtet derzeit in Etzin im Havelland ein neues Logistikcenter.

Der Bedarf an Personal werde sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen, vor allem wegen des stetig wachsenden E-Commerce-Geschäfts, sagt Neele Bornholdt von Hermes. „Bereits in zwei Jahren werden wir bei Hermes in der Region bis zu 900 Zusteller täglich beschäftigen müssen, um alle Pakete fristgerecht ausliefern zu können.“ Derzeit sind es 750 Boten. Perspektivisch rechnen wir sogar mit einer Verdopplung unseres Bedarfs“, heißt es. Schon heute habe man mit Nachwuchssorgen zu kämpfen. „Das wird sich mittelfristig nicht ändern.“

Bis 2025 rechnen Branchenexperten mit einer Verdopplung des Versandvolumens. Branchenprimus DHL will daher bis 2020 bundesweit rund 10.000 neue Arbeitsplätze in der Paketzustellung schaffen. Vor allem in Ballungsräumen wie Berlin-Brandenburg werden die Mitarbeiter benötigt. Deswegen kooperiert DHL seit März mit der Bundeswehr, um ausscheidende Soldaten für den Paketdienst zu rekrutieren. Jährlich verlassen 10.000 bis 15.000 Menschen die Streitkräfte. In Brandenburg buhlt auch das Innenministerium um ausgediente Feldjäger, die in den Polizeidienst wechseln sollen.

Die Logistikbranche gehört zu den wichtigsten Treibern der märkischen Wirtschaft. Der Großraum Berlin-Brandenburg zählt zu den Top-3-Logistikstandorten Deutschlands – mit entsprechendem Arbeitskräftebedarf. Laut Arbeitsagentur wurden in Brandenburg in den vergangenen zwölf Monaten rund 6660 offene Stellen gemeldet. Das waren 1200 mehr als im entsprechenden Zeitraum davor – ein Plus von mehr als 22 Prozent. „Damit verbucht die Verkehrs- und Logistikbranche den größten Zuwachs an Stellen überhaupt“, erklärte Dennis Hoffmann, Sprecher der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Im März 2017 gab es in diesem Bereich 1956 freie Stellen. „Das waren fast zehn Prozent aller im Land gemeldeten freien Stellen“, sagt er. „Das heißt, die Chancen hier eine Beschäftigung zu finden, stehen gut.“

Laut einer neuen Studie der Bundesvereinigung Logistik macht sich der Personalmangel immer stärker bemerkbar. 77 Prozent der Unternehmen verzeichnen eine rückläufige Bewerberzahl. 82 Prozent erwartet, dass sich der Fachkräftemangel in den kommenden zehn Jahren negativ auf den Unternehmenserfolg auswirkt. Auch deswegen gehen die Unternehmen neue Wege. Die Bedeutung von Paketshops werde zunehmen, man müsse auch über das sogenannte Crowd Delivery – die Zustellung über ein Netzwerk an Privatpersonen – nachdenken, heißt es bei Hermes. DHL testet derzeit mit dem Autohersteller Smart in Berlin die Kofferraumzustellung. Der Paketbote erhält dabei durch ein digitales Schließsystem einmalig Zugriff auf den Kofferraum des Kleinwagens.

Von Torsten Gellner

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