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Panne im Sandsturmprozess

Video kann nicht komplett abgespielt werden Panne im Sandsturmprozess

Acht Tote, 80 demolierte Autos: Im sogenannten Sandsturmprozess sollte ein Video Details zur Ursache der verheerenden Massenkarambolage im April 2011 auf der A19 bei Rostock geben. Wegen einer peinlichen Panne ist aber nur ein Teil gezeigt worden. Dabei ist das, was zu sehen war, eindrucksvoll gewesen.

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Im April 2011 war es nach einem Sandsturm auf der A19 bei Rostock zu einer verheerenden Massenkarambolage gekommen.

Quelle: dpa-Zentralbild

Potsdam. Die im Amtsgericht Rostock mit Spannung erwartete Vorführung eines Polizeivideos der Massenkarambolage im Sandsturm auf der Autobahn 19 ist am Mittwoch abgebrochen worden. Den Gutachtern war von der Staatsanwaltschaft nur ein unvollständiges Video zur Verfügung gestellt worden.

Chaos auf der Autobahn

Doch schon die wenigen Minuten Videomaterial aus der Hubschrauber-Perspektive, die am Mittwoch zu sehen waren, sind eindrucksvoll. Auf der Autobahn herrschte etwa eine halbe Stunde nach der Katastrophe großes Chaos. Dicke, schwarze Rauchschwaden sind zu sehen, gleichzeitig treibt der Sturm mit einer Geschwindigkeit von rund 85 Kilometer pro Stunde Sand an drei Stellen konzentriert über die Autobahn. Dazwischen gibt es Verwirbelungen. Eine Wärmebildkamera zeigt Dutzende brennende Autos und Laster. Ein Polizist ist zu hören, wie er von Explosionen auf einem der LKW spricht. Ein Gutachter wollte zunächst den Inhalt des Videos nicht kommentieren.

An dem Unfall waren mehr als 80 Fahrzeuge beteiligt. Acht Menschen starben. Angeklagt ist eine 54-jährige Brandenburgerin. Sie soll in die Wolke hineingefahren sein, ohne das Tempo zu reduzieren. Dort sei sie auf ein Auto aufgefahren, in dem ein Ehepaar starb.

Gutachter sollen nun das ganze Video sichten

Die Staatsanwältin begründete die Video-Panne mit einem fehlerhaften USB-Stick. Insgesamt seien bis zu 50 Sticks mit dem Unfallmaterial angefertigt worden. Sie versicherte, dass es keine zwei Versionen des Videos gebe. Die Dekra-Gutachter werden nun zum 14. Prozesstag kommende Woche das gesamte Material sichten und zeigen. Dann soll auch das Hauptgutachten vorgestellt werden.

Kritik vom Verteidiger

Der Verteidiger Christian Kiele bezeichnete die Panne als nicht mehr nachvollziehbar. So hätten die Dekra-Gutachter erst am vorherigen Verhandlungstag von der Existenz des Videos erfahren. „Die Staatsanwaltschaft muss dafür Sorge tragen, dass alles Material vorliegt.“ Allerdings habe die am Mittwoch gezeigte Sequenz schon deutlich gemacht, dass es nicht die eine Wolke gegeben habe, sondern mehrere ständig variierenden Verwehungen, sagte Kiele.

Von MAzonline

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