Volltextsuche über das Angebot:

29 ° / 15 ° wolkig

Navigation:
Parteien grenzen sich von AfD ab

Reaktionen auf MAZ-Umfrage Parteien grenzen sich von AfD ab

Wäre am Sonntag Landtagswahl gewesen, wäre die AfD in Brandenburg laut einer MAZ-Umfrage auf 19 Prozent gekommen. Das Umfragehoch der umstrittenen Partei hat am Wochenende die anderen Parteien dazu veranlasst, sich deutlich von der AfD zu distanzieren. Am deutlichsten hat dies die CDU gemacht.

Voriger Artikel
Sohn geht mit Bratpfanne auf Vater los
Nächster Artikel
Favoriten gewinnen bei Bürgermeisterwahlen

Die AfD könnte in Brandenburg derzeit mit rund 19 Prozent der Wählerstimmen rechnen.

Quelle: dpa

Potsdam. Brandenburgs CDU reagiert mit einer klaren Absetzbewegung auf die jüngsten Höhenflüge der Alternative für Deutschland (AfD). „Jegliche Zusammenarbeit zwischen CDU und AfD soll weiterhin auf allen politischen Ebenen kategorisch ausgeschlossen werden. Die AfD ist für die Union weder Ansprechpartner noch Verbündeter“, heißt es in einem Beschluss, den der Landesvorstand der märkischen CDU einstimmig verabschiedet hat.

AfD kann in Umfrage auf 19 Prozent zulegen

Die AfD hatte beim Superwahlsonntag von Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg zweistellige Ergebnisse eingefahren. Auch in Brandenburg ist sie im Aufwind, wie das Brandenburg-Barometer des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der MAZ zeigt. Wenn an diesem Sonntag der Landtag neu gewählt werden würde, käme die AfD auf 19 Prozent. Mit dem Stimmenzuwachs von 6,8 Prozent im Vergleich zur Wahl 2014 läge die AfD gleichauf mit der CDU (- 4 Prozent). Die AfD wäre stärker als die Linke mit 16 Prozent (-2,6). Die SPD würde mit 31 Prozent leicht verlieren (-0,9), die Grünen mit sieben Prozent (+0,8) leicht gewinnen.

Die Ergebnisse der MAZ-Sonntagsfrage

Quelle: Scheerbarth

CDU sieht sich trotz Stimmenverlust in ihrem Kurs bestätigt

„Die Umfrage zeigt die aktuelle politische Herausforderung für alle Parteien, auch für die CDU“, sagte der stellvertretende Landesvorsitzende der Brandenburger CDU, Gordon Hoffmann. Trotz der Stimmenverluste sieht er die Haltung seiner Partei durch das Brandenburg-Barometer bestätigt: „In der Flüchtlingsfrage setzt eine klare Mehrheit der Brandenburger auf eine europäische Lösung und unterstützt damit deutlich die Politik von Bundeskanzlerin Angela Merkel“, sagte er. Die Mehrheit der Brandenburg steht laut Brandenburg-Barometer hinter Merkels Bemühungen um eine „europäische Lösung“ der Flüchtlingsfrage. Die Abschottungspolitik der AfD sehen 13 Prozent als richtig an.

Forsa-Chef findet Abrücken von AfD richtig

Forsa-Chef Manfred Güllner hält die Isolation der Brandenburger AfD im Landtag für den richtigen Umgang mit der Partei. Für die etablierten Parteien mache es keinen Sinn, mit der AfD zu diskutieren, sagte Güllner der MAZ. „Da hilft nur die Abgrenzung.“ 

CDU sieht in der AfD eine rechtspopulistische Partei
In seinem Beschluss schreibt der CDU-Landesvorstand, dass die „AfD in keiner Weise eine konservativere Union ist. Sie ist eine Partei, die bereits in weiten Teilen den Boden des Grundgesetzes verlassen und rechtspopulistische sowie in Teilen rechtsextreme Positionen besetzt hat“. Die CDU wirft der AfD eine „Verrohung der Sprache“ und „Eskalation der politischen Rhetorik“ vor. „Es ist daher dringend erforderlich, dass in öffentlichen Debatten sprachlich abgerüstet und den teilweise unsagbaren und menschenverachtenden Einlassungen der AfD-Vertreter sachlich begegnet wird“, heißt es und weiter: „Die AfD ist im Kern eine rückwärtsgewandte, nationalistische Biedermeierpartei.“

Auch andere Parteien rücken von AfD ab

SPD, CDU, Linke und Grüne rückten noch einmal deutlich von der Gauland-Partei ab.  „Wir werden klarmachen: Die AfD löst kein einziges Problem. Wir haben sie seit einigen Monaten im Landtag und sehen, dass sie sich nicht produktiv einbringen“, betonte SPD-Generalsekretärin Klara Geywitz. Das ganze Land befinde sich in einer polarisierenden Auseinandersetzung, in der die AfD die Flüchtlingspolitik als Katalysator nutze, erklärte der Landeschef  der Linken, Christian Görke. Die Grünen betonten, es sei wichtig, nicht nur zu sagen, dass die AfD-Ansätze falsch seien, „sondern auch zu erklären, warum das so ist“, so Landeschef Clemens Rostock.

Bei der AfD reagiert man entspannt und erfreut

Die AfD-Fraktion reagierte erfreut über den Umfragegewinn, stellte ihn jedoch zugleich infrage: „Erfahrungsgemäß würde die AfD besser abschneiden“, hieß es.

Von Torsten Gellner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr zum Artikel
Medienberichte

In einem MAZ-Interview hat Brandenburgs AfD-Chef Alexander Gauland kürzlich gesagt, dass in seiner Partei kein Platz für ehemalige NPD-Mitglieder sei. Jetzt kommt heraus, dass es die AfD damit wohl nicht immer so genau genommen hat. Ein früheres NPD-Mitglied hat sogar für AfD-Landtagsabgeordnete gearbeitet.

mehr
Mehr aus Brandenburg

Halten Sie die geplante Kreisreform in Brandenburg für sinnvoll?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg