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Brandenburg Patricia Schlesinger wird neue RBB-Intendantin
Brandenburg Patricia Schlesinger wird neue RBB-Intendantin
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07:01 08.04.2016
Patricia Schlesinger hat beim RBB künftig das Sagen. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Patricia Schlesinger wird Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Die 54-jährige NDR-Fernsehjournalistin setzte sich am Donnerstagabend in einem fast fünfstündigen Abstimmungsmarathon in Potsdam am Schluss gegen den ZDF-Journalisten Theo Koll (58) durch. Der Rundfunkrat der Zwei-Länder-Anstalt brauchte allerdings sechs Wahlgänge, bis die erforderliche Zweidrittelmehrheit zustande kam.

– Lesen Sie hier: Eine Analyse über die Stärken und Schwächen des RBB

Fernsehzuschauer kennen Schlesinger unter anderem als Moderatorin des ARD-Politikmagazins „Panorama“. Sie tritt zum 1. Juli die Nachfolge von Gründungsintendantin Dagmar Reim (64) an. „Ich übernehme in einer Zeit, in der es eigentlich aufwärts gehen kann, aufwärts gehen sollte“, sagte Schlesinger.

Neue Intendantin (mit Blumen) trifft alte. Dagmar Reim gratuliert Patricia Schlesinger nach der Wahl. Quelle: dpa-Zentralbild

„Ein Verlust für den NDR, aber ein großer Gewinn für den RBB! Ich gratuliere Patricia Schlesinger herzlich zu ihrer Wahl“, kommentierte der Intendant des Norddeutschen Rundfunks (NDR), Lutz Marmor, das Wahlergebnis. Zurzeit leitet Schlesinger beim NDR-Fernsehen den Programmbereich Kultur und Dokumentation.

Die Vorsitzende des RBB-Rundfunkrates, Friederike von Kirchbach, lobte die designierte neue Intendantin als „versierte Medien-Managerin und profilierte Journalistin“.

Patricia Schlesinger gilt als erfahrene Führungskraft

Durchsetzungsstark, meinungsfreudig, direkt. Die drei Begriffe fallen am häufigsten, erkundigt man sich beim NDR nach Patricia Schlesinger. Fast genau so oft wird die Anekdote erzählt, dass „Extra-3“-Moderator Hans-Jürgen Börner einmal vor versammelter Mannschaft über sie sagte, unter all den Männern beim NDR sei Patricia Schlesinger der einzige Kerl. Es war zweifellos ein großes Kompliment.

Fernsehzuschauer kennen die Frau mit den leuchtend roten Haaren aus der Zeit, als sie aus Washington und Singapur berichtet hat, vor allem aber als Moderatorin des Politmagazins „Panorama“, für das sie nach der Wende viel in Berlin und Ostdeutschland unterwegs war. Ihr Großvater war der DDR-Politiker Artur Schlesinger. Als Kind eines Republikflüchtlings fuhr sie häufig von Niedersachsen, wo sie aufwuchs, zu den Großeltern nach Görlitz.

Politisch ist die 54-Jährige links von der Mitte zu verorten. Mitglied einer Partei ist sie so wenig wie sie einer Kirche angehört. In ihrer Familie finden sich jüdische, katholische und protestantische Wurzeln.

Beruflich wirkte die Mutter einer Tochter und Frau des frisch verrenteten „Spiegel“-Redakteurs Gerhard Spörl in den vergangenen Jahren als Führungskraft im Hintergrund. Beim NDR, wo sie nach ihrem Studium der Wirtschaftsgeographie 1988 volontierte, war sie verantwortlich für Ausland und Aktuelles. Seit 2007 leitet sie den Programmbereich Kultur und Dokumentation, den sie zu neuem Leben erweckt hat. Gezielt förderte sie junge Kollegen und Frauen, umgab sich mit Mitarbeitern, die ihr Paroli bieten, und engagierte mit Hubert Seipel, Stephan Lamby oder Eric Friedler einige der besten Dokumentarfilmer. Damit erstreckte sich ihr Gestaltungswille auch aufs Erste Programm. Der von ihr betreute Film „Citizenfour“ über Edward Snowden gewann 2015 den Oscar.

Ursprünglich waren drei Kandidaten in die engere Wahl gekommen. Der von der Findungskommission ebenfalls vorgeschlagene ARD-Programmdirektor Volker Herres (58) hatte auf eine Kandidatur für den Chefposten beim Rundfunk Berlin-Brandenburg verzichtet. Die Amtszeit der neuen RBB-Chefin beträgt fünf Jahre.

Die bisherige Intendantin Dagmar Reim (64) verlässt den RBB nach 13 Jahren. Sie hatte Ende vergangenen Jahres ihren vorzeitigen Rückzug zum 30. Juni aus privaten Gründen angekündigt.

Von dpa

Seit 1939 gibt es die „Textilwaren Schülke“ in der Babelsberger Garnstraße. Das Kurzwarengeschäft galt bereits zu DDR-Zeiten als Geheimtipp – und dabei ist es geblieben. „Es gibt keine kuriosen Wünsche, irgendwas geht immer“, sagt Inhaberin Birgit Bieseke, die das Geschäft in dritter Generation führt.

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