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Brandenburg Der BER hat einen neuen Hoffnungsträger
Brandenburg Der BER hat einen neuen Hoffnungsträger
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00:21 16.07.2018
Der Flughafen BER soll 2020 öffnen. Quelle: dpa
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Potsdam

Der neue Hoffnungsträger am krisengebeutelten Flughafen BER kommt aus Lothringen, spricht französisch und deutsch, und er bringt eine ganze Menge Erfahrung mit. Frankfurt, London-Heathrow, Doha, Dubai: Patrick Muller hat schon an vielen Flughäfen und für viele Fluggesellschaften gearbeitet. Im August landet er in Schönefeld (Dahme-Spreewald). Er tritt die Nachfolge bisherigen Betriebsleiters Elmar Kleinert an, der Ende Juni zum Bremer Flughafen gewechselt war.

Kleinert hatte sich bei der Flughafengesellschaft einige Meriten verdient, weil unter seiner Regie die Flughäfen Tegel und Schönefeld, die beide schon die besten Tage hinter sich haben, trotz jährlicher Rekordzuwächse am Laufen gehalten hat.

Muller ist schon mit Flughäfen „umgezogen“

Der Aufsichtsrat berief Muller am Freitag bei einer Sondersitzung in Tegel zum neuen Betriebsleiter. Im August soll er anfangen. Laut Aufsichtsratschef Rainer Bretschneider kommt er einer Idealbesetzung gleich. „Wir müssen in Schönefeld und Tegel bis zum letzten Tag hocheffektiv arbeiten“, sagte er. Muller habe als Betriebsleiter an verschiedensten Airports bewiesen, dass er sein Handwerk beherrscht. „Und er hat schon verschiedene Flughäfen umgezogen. Das ist das Thema, das uns bevorsteht“, sagte er.

Muller, Jahrgang 1961, überführte zwischen 2010 und 2014 den alten Flughafen von Doha (Katar) in einen Neubau. In Deutschland gebe es wenig Erfahrung mit der Inbetriebnahme neuer Flughäfen, so Lütke Daldrup. Die letzte große Flughafeneröffnung war 1992 mit München. „Deswegen ist Expertise auf diesem Gebiet bei Menschen zu finden, die ihre Sporen im Ausland verdient haben“, so der Flughafenschef.

Auch Mullers Ex-Airport verzögerte sich ein wenig

Womöglich hat bei der Berufung Mullers noch etwas anderes eine Rolle gespielt. Der Airport von Doha sollte eigentlich schon 2009 eröffnen. Doch der Bau verzögerte sich um fünf Jahre. 2014 ging der neue Flughafen ans Netz. Muller kennt sich also mit Krisenprojekten aus.

Doch der eigentliche Anlass der Sondersitzung war die Klärung der Finanzierung des BER-Projekts nach der Eröffnung im Oktober 2020. Es fehlen etwa 500 Millionen Euro. Finanzchefin Heike Fölster sollte dem Gremium ein Finanzierungskonzept vorstellen. Doch das Thema wurde weitgehend vertagt. Eine Entscheidung darüber wie die zusätzlichen Millionen aufgebracht werden, wurde nicht getroffen. Die Gespräche mit Banken verlaufen offenbar schwierig. Das könnte dazu führen, dass die Gesellschafter Berlin, Brandenburg und der Bund erneut Geld in Form eines Darlehens zuschießen müssen. Brandenburg hatte das wiederholt abgelehnt. Zu Details wollte Aufsichtsratschef Bretschneider keine Stellung nehmen. „Über Zwischenergebnisse in Finanzfragen redet man nicht in der Öffentlichkeit“, sagte er.

Umlandgemeinden wollen gegen Masterplan vorgehen

Auch ein anders Thema wurde vertagt: Der Vorstoß Berlins, die Inbetriebnahme des BER von einem externen Berater überwachen zu lassen. Pikant daran ist, dass dieses Beratungsmandat an das Berliner Aufsichtsratsmitglied Norbert Preuß gehen sollte – und zwar ohne Ausschreibung. Ob es dazu kommt, ist unklar. Eine Arbeitsgruppe soll nun bis Ende August klären, ob ein solches externes Controlling nötig ist.

Im Vorfeld der Sitzung war bekanntgeworden, dass die Umlandgemeinden des BER sich juristisch gegen die Ausbaupläne von Flughafenchef Lütke Daldrup zur Wehr setzen wollen. Sie halten den Masterplan, der eine Erweiterung der Passagierkapazitäten auf über 50 Millionen pro Jahr mit sich bringen würde, für unvereinbar mit dem geltenden Planfeststellungsbeschluss. Dem Projekt droht also eine weitere, womöglich Jahre lange juristische Auseinandersetzung.

Flughafenchef Lütke Daldrup sagte, er sehe dem gelassen entgegen. Für den ersten Ausbauschritt – die Errichtung des Terminals T2 – sei nur eine Planänderung nötig, und kein umfassendes neues Genehmigungsverfahren. „Wir haben in den vergangenen Jahren 35 solcher Planänderungsverfahren gehabt. Das ist ganz üblich“, sagte er. Der Abschluss des Verfahrens stehe kurz bevor, dann könnten die Bagger schon im September anrücken.

Einen Beschluss fasste der Aufsichtsrat dann doch noch: Für den Bau des Terminals wurde ein Baubudget von 200 Millionen Euro freigegeben. Ursprünglich hatte Lütke-Daldrup das Terminal für 100 Millionen Euro bauen lassen.

Von Torsten Gellner

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