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Pause zu kurz: Viele Schüler verzichten aufs Mittagessen

Schulverpflegung in Brandenburg Pause zu kurz: Viele Schüler verzichten aufs Mittagessen

Vor allem an Brandenburgs Oberschulen gehen weniger Jugendliche zum Mittagessen in die Kantine, zeigt eine aktuelle Studie. Das liegt auch daran, weil sie für ihre Pause wenig Zeit haben. Nach wie vor lässt auch die Qualität des Schulessens zu wünschen übrig.

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Nicht alle Brandenburger Schüler nehmen gern am Kantinentisch in der Schule Platz.

Quelle: dpa

Potsdam. Eine Bockwurst am Schulkiosk, ein Schokoriegel oder ein Döner am Imbiss – immer mehr Brandenburger Oberschüler verzichten auf das Schulessen in der Kantine. Das hat eine landesweite Befragung der Vernetzungsstelle Schulverpflegung ergeben, die am Mittwoch an der Potsdamer Rosa-Luxemburg-Schule vorgestellt wurde. Demnach isst die Hälfte aller Brandenburger Kinder und Jugendlichen mittags in der Schule. An den weiterführenden Schulen sind es nur 22 Prozent. Zum Vergleich: Im Schuljahr 2013/14 waren es noch 25 Prozent. In den Grundschulen sieht die Lage besser aus, dort nehmen zwei Drittel der jüngeren Kinder (68 Prozent) am Mittagessen teil.

Keine Zeit, um in Ruhe zu essen

Die Studie zeigt, wo Verbesserungen dringend notwendig sind. So sind in den meisten Schulen die Pausen für das Mittagessen zu kurz. An jeder zweiten Brandenburger Schule dauert die Mittagspause 30 Minuten oder sogar noch weniger. Besonders stressen müssen sich die Kinder und Jugendlichen an den Oberschulen, Grundschulen und Gymnasien.

An den Oberschulen haben sogar mehr als zwei Drittel der Schüler im Schnitt nur 20 bis 30 Minuten Zeit, um ihre Speisen einzunehmen. Ernährungsexperten empfehlen aber, dass sich Kinder und Jugendliche mindestens 45 Minuten für ihre Mittagspause nehmen sollten, um ihre Speisen in Ruhe einzunehmen. „Wenn die Zeit so knapp bemessen ist, braucht man sich nicht zu wundern, warum die Beteiligung am Mittagessen an den Oberschulen so gering ist“, sagt Maren Daenzer-Wiedmer, Leiterin der Vernetzungsstelle Schulverpflegung. Denn genügend Zeit müssten die Schüler auch für das Verlassen der Unterrichtsräume, den Gang zur Toilette und zum Händewaschen, für das Anstehen in der Mensa und das Finden eines freien Platzes einplanen.

Laut der Befragung lässt auch die Qualität der Speisen an vielen Brandenburger Schulen zu wünschen übrig. Demnach enthält die Schulverpflegung oft zu wenig Gemüse und deutlich zu viel Fleisch. Auch Seefisch wird zu selten angeboten. „Wir würden uns wünschen, dass Qualitätsstandards wie täglich frisches Obst und Gemüse sowie kurze Warmhaltephasen verbindlichen Charakter haben“, sagt Daenzer-Wiedmer. Im entsprechenden Schulgesetz stünde nur, dass Schulträger das Essen „warm, zu einem angemessenen Preis und in Absprache mit der Schule“ anbieten müssen. Eine externe Kontrolle der Qualität der Schulspeisen wäre eine „große Erleichterung für die Schulträger“.

Brandenburgs Bildungsminister Günter Baaske (SPD) sieht ein großes Problem darin, dass laut der Studie in jeder vierten Schule immer noch der Schulträger, also meist die Kommune, allein das Essensangebot bestimmt. „Schulträger dürfen nicht über die Köpfe der Eltern und Schulleiter hinweg entscheiden“, sagte der Minister. Brandenburg versucht, über die 2009 eingerichtete Vernetzungsstelle Schulverpflegung für ausgewogene Ernährung zu sensibilisieren.

Von Diana Bade

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