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Pegida in Potsdam bleibt friedlich

Demo und Gegendemos am 3. Februar Pegida in Potsdam bleibt friedlich

Es war die vierte Pegida-Demonstration, die am Mittwoch in Potsdam stattfand. Erstmals zogen etwa 150 Islamfeinde nicht durch die Innenstadt, sondern durch das Wohngebiet Schlaatz – direkt vorbei am Asylheim. 1000 Polizisten sorgten dafür, dass der Protest weitestgehend friedlich blieb. Ein paar Anzeigen und einen Verletzten gab es trotzdem.

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Polizeiaufgebot sichert Demonstrationen am Schlaatz.

Quelle: Julian Stähle

Potsdam. Die vierte Demonstration des Potsdamer Pegida-Ablegers ist am Mittwoch friedlich verlaufen. Erstmals ging der Aufmarsch nicht durch die Innenstadt. Knapp 100 Islamfeinde hatte sich am frühen Abend am genehmigten Treffpunkt im Wohngebiet Am Schlaatz versammelt.

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Geschützt durch ein Polizeiaufgebot von 1000 Beamten zogen die Pegida-Anhänger von der Straßenbahnhaltestelle Biesamkiez in Richtung Magnus-Zeller-Platz und dann an der Alten Zauche entlang. Zwischen der Polizei und Organisator Christian Müller war vereinbart worden, dass beim Vorbeimarsch am Asylbewerberheim keine provozierenden Sprechchöre angestimmt werden. Daran hielt sich der Zug, der zwischenzeitlich auf gut 150 Teilnehmer angewachsen war.

Zur gleichen Zeit waren Gegendemonstranten des Bündnisses „Potsdam bekennt Farbe“aus Babelsberg zum Schlaatz marschiert. Eine weitere Gruppe hatte eine musikalische Gegenveranstaltung am Platz auf dem Schilfhof organisiert. Mit rund 1000 Gegendemonstranten war der Protest gegen Pegida diesmal am stärksten. „Haut ab!“-Rufe ertönten immer wieder. Zahlreiche Schlaatz-Bewohner verfolgten das Geschehen von Fenstern und Balkonen.

Für die Polizei stellte der Pegida-Aufmarsch eine besondere Herausforderung dar, denn in die Strecke des sogenannten Spaziergangs münden zahlreiche Nebenstraßen des Wohngebiets. Kreuzungen waren deshalb mit Sperrgittern abgeriegelt worden und selbst an den Hauseingängen der Wohnblöcke hatten sich Polizisten in voller Kampfmontur postiert. Selbst das Gleisbett der Straßenbahn wurde überwacht, damit sich gewaltbereite Gegendemonstranten nicht mit Schottersteinen bewaffnen konnten. Zwei brennende Mülltonnen wurden rasch gelöscht. Übergriffe sollten auf jeden Fall bereits im Keim erstickt werden. Nach dem Einsatz sagte Polizeiführer Michael Scharf: „Durch einen taktisch klugen Einsatz aller Kräfte ist es uns unter schwierigen Bedingungen heute gelungen, Gewalttätigkeiten der autonomen Szene im Wesentlichen zu unterbinden.“ Bei der ersten Pegida-Demo am 11. Januar in der Innenstadt hatte es – initiiert von linken Gegendemonstranten – Krawalle gegeben, auch weil zu wenig Polizisten eingesetzt waren und die Situation außer Kontrolle geriet. 20 Beamte waren verletzt worden.

Damit das Sicherheitskonzept diesmal aufgeht, erhielt die Brandenburger Polizei erneut massive Verstärkung durch Hundertschaften aus Berlin, Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern und von der Bundespolizei. Weiterhin waren der Polizeihubschrauber, Diensthundeführer sowie Antikonfliktteams im Einsatz. Schwere Räumfahrzeuge und zwei Wasserwerfer waren in Stellung gebracht worden.

Es gab mehrere Störversuche von Pegida-Gegnern. Neben den zwei Anzeigen wegen der brennenden Mülltonnen nahm die Polizei zwei weitere Anzeigen wegen Beleidigung auf. Ein Polizist wurde verletzt , als ein linker Gegendemonstrant Reizstoff gegen ihn sprühte. Der Angreifer wurde vorläufig festgenommen. Noch eine Anzeige gab es wegen des Verdachts des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Drei Platzverweise mussten gegen Teilnehmer der Pegida-Versammlung aufgrund von Verstößen gegen das Versammlungsgesetz ausgesprochen werden.

Anders als geplant konnten die Pegida-Anhänger ihre Abschlusskundgebung nicht vor dem Rewe-Markt am Horstweg abhalten. Sie mussten bereits vorher stoppen, weil sich ihnen zahlreiche Gegendemonstranten mit „Haut ab!“-Rufen in den Weg gestellt hatten. Um die Lage nicht eskalieren zu lassen, wurden die Demo-Blöcke durch die Polizei weiträumig voneinander getrennt.

Nach dem Ende der Demonstration um 20.30 Uhr postierten sich Beamte zur Sicherheit noch an Straßenkreuzungen, Gehwegen und Haltestellen.

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Weitere Details zur Pegida-Demo am 3. Februar 2016

Liveticker zum Nachlesen von der Pegida-Demo am 3. Februar 2016

Von Volkmar Krause

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