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Pendler kommen wieder schneller ans Ziel

Bahnstrecke Berlin-Hannover freigegeben Pendler kommen wieder schneller ans Ziel

Viele Bahnreisende kommen seit Montag wieder schneller ans Ziel: Die stark befahrene ICE-Strecke zwischen Berlin und Hannover ist wieder freigegeben. Vor allem Pendler mussten in den vergangenen fünf Monaten viel Geduld aufbringen. Als Dankeschön bleibt die Strecke von der nächsten Fahrpreiserhöhung verschont.

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Der ICE fährt seit Montag zwischen Berlin und Hannover wieder auf seiner alten Stammstrecke.

Quelle: dpa

Berlin. Nach fünfmonatiger Unterbrechung wird die Fernbahnstrecke Berlin-Hannover wieder planmäßig befahren. Das bestätigte ein Bahn-Sprecher am Montagmorgen. Nach fast fünf Monaten kehren damit rund ein Viertel aller bundesweiten Fernzüge wieder zum alten Fahrplan zurück.

Die Umleitungen hatten die Fahrzeit stark verlängert, die Fahrt von Berlin in den Westen und Süden der Republik dauerte bis zu eine Stunde länger als vor dem Hochwasser. Als kleines Dankeschön für die vielen Verspätungen, die die Fahrgäste auf dieser Verbindung erdulden müssen, bleiben sämtliche Teilstrecken auf der Linie Düsseldorf-Berlin von der Fahrpreiserhöhung zum 15. Dezember verschont.

Die Strecke Hannover-Berlin gehört zu den wichtigsten Bahnverbindungen in Deutschland. Auf der Strecke Hannover-Berlin waren vor der Sperrung täglich etwa 10.000 Fahrgäste unterwegs. Insgesamt sind im Fernverkehr jeden Tag rund 90.000 Bahnkunden von den geänderten Fahrzeiten betroffen.

Die Verbindung war wegen eines Dammbruchs aufgrund des Elbehochwassers in Sachsen-Anhalt seit Mitte Juni unterbrochen. Die Schäden an einem fünf Kilometer langen Abschnitt zwischen Stendal (Sachsen-Anhalt) und Rathenow (Brandenburg) waren zwar nicht so schlimm wie anfangs befürchtet. Das Gleisbett wurde nicht unterspült, wie Untersuchungen ergaben. Dennoch waren aufwendige Reparaturen an den Gleisschwellen und an der Leit- und Sicherungstechnik nötig.

Durch die fünfmonatige Streckensperrung dürfte der Bahn nach früheren Angaben im Personenverkehr ein Umsatzverlust von 80 Millionen Euro entstanden sein. Die Flutschäden aus dem Juni bezifferte das Unternehmen auf bundesweit 150 Millionen Euro.

MAZonline

Fragen und Antworten zur Fahrpreiserhöhung

Wann wird die Erhöhung wirksam?
Die neuen Preise gelten für alle Fahrten vom 15. Dezember 2013 an. Für etwa 80 Prozent aller Fahrten des Nahverkehrs gelten jedoch die Tarife eines Verkehrsverbundes. Nur für die übrigen 20 Prozent ist ein Bahn-Regionalticket zu lösen.
Wie viel müssen Bahnfahrer mehr zahlen?
Das kommt darauf an, auf welcher Strecke man unterwegs ist. Mit dem ICE kann es ein bis vier Prozent teurer werden, im Durchschnitt steigt der Normalpreis im Fernverkehr um 2,5 Prozent. Von Stuttgart nach München sind demnächst regulär 57 Euro zu zahlen, 2 Euro mehr als bisher (plus 3,6 Prozent). Im Nahverkehr beträgt die Anhebung für Standardtickets und Zeitkarten um 3,2 Prozent.

Welche Ausnahmen gibt es?
Im Fernverkehr sind etwa die Hälfte aller 360 Millionen jährlichen Fahrten nicht von der Preiserhöhung betroffen. Die Gründe: Zeitkarten werden nicht teurer, auch nicht die auf allen Strecken gültige Jahreskarte Bahncard 100, von der zurzeit rund 40 000 genutzt werden.

Außerdem bleiben sämtliche Teilstrecken auf der Linie Düsseldorf-Berlin von einer Anhebung verschont. Das soll ein kleines Dankeschön sein für die vielen Verspätungen, die die Fahrgäste auf dieser Verbindung erdulden müssen. Ein Hochwasserschaden zwischen Hannover und Berlin macht seit Juni Umleitungen nötig. Das bleibt noch bis 4. November so.

Was ist mit den Bahncards und Reservierungsgebühr?
Teurer werden die Bahncard 25 (62 statt 61 Euro) und die Bahncard 50 (255 statt 249 Euro). Bei der Bahncard 100 und allen ermäßigten Bahncards bleibt der alte Preis. Für die Reservierung eines Sitzplatzes sind künftig 4,50 Euro statt 4 Euro zu zahlen. Begründung der Bahn: Sie will weniger «Luftbuchungen» haben. Gerade Geschäftsreisende buchen gern für mehrere Züge hintereinander Plätze, weil sie nicht genau wissen, wann sie abfahren. Die Quote der Doppelbuchungen liegt bei mehr als 20 Prozent, so die Bahn.

Wie begründet die Bahn die Preiserhöhung?
Die Bahn begründet den Aufschlag vor allem mit höheren Personalkosten. Sie seien wegen der Tariferhöhungen im ersten Halbjahr um vier Prozent gestiegen. Auch der höhere Strompreis habe eine Rolle gespielt. Dabei sei die Bahn an langfristige Verträge gebunden und könne nicht von günstigeren Großmarktpreisen profitieren.

Was sagen die Kritiker?
Der Fahrgastverband Pro Bahn und der Verkehrsclub Deutschland gefällt die Erhöhung nicht. Noch sei die Leistung der Bahn angesichts vieler Verspätungen und anderer Schwächen nicht gut genug, um sie zu rechtfertigen.

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