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Perseiden und die Tränen des Märtyrers

Sternenhimmel über Brandenburg im August 2015 Perseiden und die Tränen des Märtyrers

Gerade im August lohnt sich der Blick in den prachtvollen Sternenhimmel. Denn die Nächte sind wieder lang, und dank des Kometen 109P/Swift-Tuttle fallen besonders Mitte des Monats viele Sternschnuppen. Früher glaubte man, dies seien die Tränen des Heiligen Laurentius, der auf grausame Weise hingerichtet wurde.

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Die Milchstraße im Sommer.

Quelle: Stellarium

Königs Wusterhausen. Der August ist der für astronomische Beobachtungen der interessanteste Sommermonat. Insbesondere dadurch, dass die Tageslänge wieder deutlich kürzer wird: Während im Juli die Tageslänge um 65 Minuten abnahm, wird die Sonne Ende August 110 Minuten weniger über dem Horizont sein als zu Beginn des Monats. Die noch lauen Sommernächte laden somit zur Beobachtung des Sternhimmels ein.

August ist der Sternschnuppenmonat

Der August ist allgemein als der Sternschnuppenmonat bekannt. In der Nacht zum 13. August kreuzt die Erde bei ihrem jährlichen Umlauf um die Sonne eine kosmische Dreckwolke, welche der Komet 109P/Swift-Tuttle bei seinem 130 Jahre dauerndem Sonnenumlauf hinterlässt. Treten Teile dieser Wolke, Staub und Gesteinsreste, in die Erdatmosphäre ein, so wird die Luft durch Reibung so stark erhitzt, dass sie auf Grund von Ionisation zu leuchten beginnt. Diese Leuchterscheinung nennt man Meteor bzw. Sternschnuppe. Es sind also keine Lichter verglühender Meteoroiden.

Der August ist der Sternschnuppenmonat

Der August ist der Sternschnuppenmonat.

Quelle: Stellarium

Dieser Sternschnuppenstrom erhielt seine Namen Perseiden vom Sternbild Perseus. Von dem Sternbild gehen scheinbar alle diese Leuchterscheinungen aus. Man findet dieses Sternbild leicht am nordöstlichen Himmel unter dem hellen Sternbild Kassiopeia, welches auch als „Himmels-W“ bekannt ist (vgl. Abb.).

Der Komet Swift-Tuttle ist benannt nach den Amerikanern Lewis A. Swift (1820 – 1913) und Horace Parnell Tuttle (1837 – 1923), die den Kometen am 16.7. bzw. 19.7.1862 entdeckten. Swift-Tuttle umläuft die Sonne auf einer stark elliptischen Bahn einmal in ca. 133 Jahren. Das letzte Mal kam er der Erde im Jahr 1992 sehr nahe und wurde nach Voraussage im September durch den Japaner Kiuchi wiederentdeckt.

Interessant ist die mythologische Deutung dieser Sternschnuppenhäufung. Am bekanntesten ist die Sage der Laurentiustränen . Sie beruht auf der im Jahre 258 vom römischen Kaiser Valerian veranlassten grausamen Hinrichtung des Heiligen Laurentius. Noch vor Beginn des Mittelalters entstand ihm zu Ehren ein Fest, welches an seinem Namens- und Todestag, dem 10. August, gefeiert wurde. Da man genau in dieser Zeit stets viele Sternschnuppen beobachtete, entstand der Volksglaube, dass diese Sternschnuppen, die Tränen des Märtyrers seien. Die Stadtkirche in Berlin-Köpenick trägt übrigens den Namen St.Laurentius.

Sommerdreieck dominiert den Nachthimmel

Bei den Sternbildern ist das leicht auffindbare Sommerdreieck, welches durch die Hauptsterne der drei Sternbilder Schwan (Deneb), Leier (Wega) und Adler (Atair) gebildet wird im August dominierend. Zur Monatsmitte steht es mit Einbruch der Dunkelheit gegen 22.30Uhr fast senkrecht über uns. Das Sternbild Schwan gleicht einem riesigen Kreuz, dessen Achse die Richtung der Milchstraße weist. Jetzt ist es möglich, eine tolle Innenansicht unseres Sternsystems zu beobachten.

Elf Milliarden Sterne in der Milchstraße

Die Milchstraße oder auch Galaxis zieht sich von Norden ausgehend entlang der Sternbilder Perseus, Kassiopeia, Schwan, Adler bis zu Schütze und Skorpion am Südhorizont (und natürlich darüber hinaus) und ist als schwache Aufhellung des Sternenhimmels erkennbar. Ein Blick mit einem Fernglas in diese Aufhellung entlarvt diese Wolken sofort als riesige Sternenansammlungen. Astronomen gehen davon aus, dass unsere Sonne einer von über elf Millarden Sternen dieser Galaxie ist.

Pegasus kündigt den Herbst an

Östlich des Schwans zeigt sich bereits Pegasus, der als Herbststernbild die bevorstehende Jahreszeit ankündigt. Im Nordosten befinden sich das ganzjährig sichtbare Himmels-W der Kassiopeia und der momentan erst knapp über dem Horizont stehende Perseus. Westlich der Leier finden wir zuerst das große Sternbild des Herkules, aber auch die Nördliche Krone und der Bärenhüter (Bootes) mit seinem hellen Stern Arktur.

Planeten machen sich rar

Die Planeten machen sich im August dagegen sehr rar. Venus und Jupiter sind nach Sonnenuntergang nicht mehr zu sehen. Die Venus wechselt unter der Sonne auf die andere Seite und wird am Monatsende ab dem 27.8. wieder am Morgenhimmel vor der Sonne aufgehen. Am 14. August ist sie nur am Tageshimmel, da sie direkt in Richtung Sonne steht (untere Konjunktion). Mars bleibt unsichtbar und Saturn ist am Abend noch im Südwesten zu sehen, jedoch verlagert sich seine Untergangszeit immer mehr in die Dämmerung. Am Monatsende verschwindet er bereits um 22.40 Uhr unter dem Horizont.

Getreidemond folgt dem Bluemoon

Nach dem „Bluemoon“, dem zweiten Julivollmond am 31.7., wird der Mond am 29.8. als „ Getreidemond “ den Augustvollmond geben. Vorher ist am 14.8. Neumond.

Uwe Schierhorn ist Fachlehrer für Mathematik, Physik und Astronomie am Friedrich–Schiller–Gymnasium Königs Wusterhausen.

Quellen: Abbildung mit Hilfe von Stellarium 12.0 vom Autor

Daten: www.calsky.com

Von Uwe Schierhorn

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