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Brandenburg Personalengpässe: Firmen stellen mehr Ausländer ein
Brandenburg Personalengpässe: Firmen stellen mehr Ausländer ein
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00:21 02.10.2017
Der Arbeitsmarkt in Brandenburg boomt. Quelle: dpa
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Potsdam

Der Job-Boom in Brandenburg hält an. Im September waren rund 86 400 Menschen arbeitslos gemeldet, das waren 3500 weniger als im Vormonat und 12300 weniger als noch vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sank binnen einen Jahres auf 6,5 Prozent. „Die Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt in Berlin-Brandenburg bleiben gut“, sagte Johannes Pfeiffer, Geschäftsführer bei der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Arbeitsagentur. „Der Arbeitsmarkt in Berlin und Brandenburg bietet derzeit herausragende Chancen, eine Beschäftigung zu finden.“

Das gilt auch für Nicht-Deutsche. Wie aus einer Auswertung der Unternehmensverbände Berlin-Brandenburg (UVB) hervorgeht, liegt der Anteil ausländischer Arbeitskräfte, die einer sozialversicherungspflichtigen Tätigkeit nachgehen, heute anderthalb mal höher als noch vor sechs Jahren. 40 Prozent der neu geschaffenen Stellen wurden demnach im vergangenen Jahr mit Ausländern besetzt. 2009 waren es noch 12,6 Prozent.

Nicht nur Saisonarbeiter

Ein Sonderfall nimmt der Statistik zufolge das Jahr 2013 ein, als 81,6 Prozent der rund 3000 neuen Jobs an Nicht-Deutsche gingen. Damals stagnierte der Arbeitsmarkt noch weitgehend. Laut UVB handelt es sich bei den Stellen weitgehend um Saisonarbeiter. Die Ausländer stammen zu fast 60 Prozent aus den neuen EU-Staaten Osteuropas. Flüchtlinge aus Afghanistan, Eritrea, Irak oder Syrien stellen mit 12 Prozent die zweitgrößte Gruppe.

Für UVB-Geschäftsführer Christian Amsinck verweisen die Zahlen auf den wachsenden Personalmangel; offene Stellen blieben immer länger unbesetzt: „Die Fachkräfte-Engpässe treten immer deutlicher zu Tage“, sagte er. „Das zeigt sich etwa in den Berufen Gesundheit und Pflege, aber auch bei vielen anderen Dienstleistungsbranchen.“

Arbeitsstaatssekretärin fordert Rückkehrrecht aus Teilzeit

Arbeitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) verwies darauf, dass sich die Jugendarbeitslosigkeit weiter verringert habe. „Die gute Entwicklung darf aber nicht den Blick für notwendige Verbesserungen in der Arbeitspolitik trüben“, sagte sie und forderte ein Rückkehrrecht aus Teilzeit in Vollzeit. „Ich appelliere an die künftige Bundesregierung, dieses wichtige Gesetzesvorhaben nicht fallen zu lassen.“

Die Arbeitslosenquoten unterscheiden sich nach wie vor stark. So beträgt die Quote in Uckermark-Barnim 8,2 Prozent, im Agenturbezirk Potsdam mit Umland 5,5 Prozent. Es sind aber mehr Menschen ohne Job als die Statistik ausweist. Nicht mitgezählt werden beispielsweise ältere Langzeitarbeitslose und Teilnehmer von Weiterbildungen. Insgesamt waren im September landesweit eigentlich rund 122 000 Menschen ohne Arbeit, die Agentur spricht hierbei von „Unterbeschäftigung“.

Von Torsten Gellner

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