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Brandenburg Pflicht-Fahrtests für Senioren stoßen auf Kritik
Brandenburg Pflicht-Fahrtests für Senioren stoßen auf Kritik
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18:04 26.01.2016
Senioren können ihre Fahrsicherheit freiwillig überprüfen lassen, etwa beim ADAC – aber die Nachfrage ist geringer als erwünscht. Quelle: dpa
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Potsdam

Die Forderung nach verpflichtenden Fahrtauglichkeitstest für Senioren hat in Brandenburg Kritik hervorgerufen. Der Vorschlag sei diskriminierend, sagte Sieglinde Heppener, Vorsitzende des Seniorenrates des Landes Brandenburg. „Die Entscheidung zu solchen Tests sollte jeder Verkehrsteilnehmer nach eigener Einschätzung treffen.“ Auch der Präsident der Landesverkehrswacht, Rainer Genilke, warnte vor der Stigmatisierung älterer Verkehrsteilnehmer. Sie kompensierten Probleme bei Schulterblick und Reaktionsfähigkeit durch Erfahrung, hielt Genilke dagegen.

Senioren-Fahrtauglichkeit ist Thema beim Verkehrsgerichtstag

Im Vorfeld des am heutigen Mittwoch beginnenden Verkehrsgerichtstags im niedersächsischen Goslar hatten die Grünen vorgeschlagen, Autofahrer ab 75 Jahren zu regelmäßigen Tests zu verpflichtend. Auf dieser Grundlage sollen Senioren freiwillig entscheiden, ob sie den Führerschein abgeben oder nicht, wie Stephan Kühn, verkehrspolitischer Sprecher der Grünen-Bundestagsfraktion, erklärte.

Verkehrsgerichtstag diskutiert auch über Dashcams

Weitere Themen des 54. Deutschen Verkehrsgerichtstags sind unter anderem neue Messmethoden zu Alkohol am Steuer und der Umgang mit Dashcams, also ständig laufende Kameras auf dem Armaturenbrett von Autos.

Dashcams sind aus Datenschutzgründen umstritten. Bislang gibt es widersprüchliche Gerichtsurteile, ob die Aufnahmen als Beweismittel verwertbar sind. Versicherer setzen sich dafür ein, die Kameras zu legalisieren.

Der Verkehrsgerichtstag findet seit 1963 jährlich in Goslar statt. Wegweisend war etwa der Beschluss zur Einführung der Gurtpflicht ab 1976.

Das brandenburgische Verkehrsministerium reagierte zurückhaltend auf den Vorstoß. Sprecher Steffen Streu sprach von einem „schwierigen Thema, besonders in den Weiten des Landes“. Vielerorts sei man für Einkäufe, Arzttermine und den Besuch von Freunden und Verwandten auf das Auto angewiesen. Gleichwohl rät Streu Senioren dazu, die Fahrtüchtigkeit regelmäßig freiwillige überprüfen zu lassen. Das Land will künftig noch stärker dafür sensibilisieren, etwa mit einer breit angelegten öffentlichen Kampagne.

Verkehrsministerium und ADAC raten zu freiwilligen Tests

Der ADAC, der speziell auf Senioren zugeschnittene Überprüfungsfahrten anbietet, sieht Pflichttests grundsätzlich skeptisch. „Wir setzen auf das Prinzip der Freiwilligkeit“, sagte Sprecher Andreas Hölzel. Er rief auch die Ärzte in die Verantwortung, fahruntaugliche Senioren davon abzubringen, sich weiter ans Steuer zu setzen.

Fahrtauglichkeit: Sollten Tests für Senioren Pflicht werden?

Immer wieder kommt die Forderung, dass sich ältere Menschen auf Fahrtauglichkeit prüfen lassen sollen. Aktuell fordern das unter anderem die Grünen im Bundestag. Manche halten das für diskriminierend.

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Versicherer und Deutscher Anwaltverein untersützen Grünen-Vorstoß

Unterstützung findet der Grünen-Vorstoß dagegen bei der Unfallforschung der Versicherer (UDV) und der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins. „Wenn Senioren über 75 Jahren in Unfälle verwickelt sind, haben sie diese zu rund 75 Prozent selbst verursacht“, sagte UDV-Leiter Siegfried Brockmann. Viele hielten sich aber für gute Fahrer und ließen sich nur schwer auf Fehler ansprechen. Freiwillige Maßnahmen würden deshalb kaum angenommen, bedauerte Brockmann.

Von Bastian Pauly

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