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Piraten-Politiker bedroht MAZ-Redaktion

Anzeige gegen Raimond Heydt Piraten-Politiker bedroht MAZ-Redaktion

Der Piraten-Politiker Raimond Heydt hat sich einen erneuten Aussetzer geleistet. Er hat der MAZ-Redaktion ein Foto geschickt, dass ihn als Pirat zeigt, der mit zwei Pistolen auf den Betrachter zielt. Nur Tage zuvor hatte der Politiker schon einmal eine Bedrohung ausgesprochen. Zu seiner Mail an die MAZ hat sich Heydt inzwischen geäußert.

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Dieses Bild hat Piraten-Politiker Raimond Heydt einem MAZ-Redakteur geschickt.

Quelle: privat

Falkensee. Im April wird im Havelland ein neuer Landrat gewählt. Acht Kandidaten kämpfen um die Nachfolge des SPD-Politikers Burkhard Schröder. Raimond Heydt von den Piraten ist einer von ihnen.

Sein Wahlkampf wird überschattet von verbalen Aussetzern. Es begann damit, dass er Mitglieder des Kreiswahlausschusses mit dem Tode bedrohte. „In letzter Instanz bin ich auch bereit zu töten“, kündigte er an. Hintergrund ist die Nichtzulassung eines Kandidaten zur Landratswahl. In der Sache ermittelt inzwischen die Staatsanwaltschaft. Auch die MAZ berichtete darüber. Am Dienstagabend war auf MAZonline ein kritischer Kommentar (siehe auch Ende des Textes) zu lesen, in dem Heydts Rückzug als Landrats-Kandidat gefordert wird.

MAZ zeigt Piraten-Politiker wegen Bedrohung an

Nun ein weiterer Aussetzer von Heydt. In der Nacht zu Mittwoch schickte er der Redaktion eine unmissverständliche E-Mail: „Hallo Redaktion, mit besten Grüßen vom „Fluch der Politik“ Raimond Heydt“. Angehängt war unten zu sehendes Bild, das den Politiker in einer Fotomontage als Piraten mit zwei Pistolen zeigt. Die E-Mail liegt der Redaktion vor. Die MAZ hat am Mittwochnachmittag Anzeige gegen Heydt wegen Bedrohung gestellt.

„Keine Bedrohung“

Der Piraten-Politiker Heydt hat sich am Donnerstag per E-Mail zu seiner fragwürdigen Nachricht geäußert. Ihm käme es nicht in den Sinn, „jemanden zu bedrohen“.

Sein Bild sei lediglich eine Scherzantwort auf den Kommentar in der MAZ. Er werde zukünftig humoristische Beiträge als Satire kennzeichnen. Außerdem stellt Heydt klar, dass er die Berichterstattung über seinen Wahlkampf und über seine Person als angemessen empfinde und keinen Groll hege.

Hier die Meldung im Wortlaut:

„Hallo liebe Redaktion, das Bild sollte eine scherzhafte Kurzantwort auf den Kommentar von Stefan Kuschel sein. Da sich offensichtlich Mitarbeiter bedroht fühlen, möchte ich klar stellen, dass ich ihre kritische Berichterstattung zu meiner Person und meiner Kampagne als angemessen empfand und meilenweit davon entfernt bin auch nur Groll zu empfinden, geschweige denn, dass es mir in den Sinn käme jemanden von ihnen zu bedrohen. Zukunftige humoristische Beiträge werde ich explizit als Satire kennzeichnen. Hoffe, dass jetzt alle wieder entspannt ihrer Arbeit nachgehen und gut schlafen können.

Mit besten Grüßen aus Nauen

Raimond Heydt“

Dieses Foto schicke Heydt der MAZ-Redaktion

Dieses Foto schicke Heydt der MAZ-Redaktion. Es zeigt den Politiker in einer Fotomontage.

Quelle: privat

Am Mittwochnachmittag wandte sich Heydt erneut an die MAZ-Redaktion. In einer E-Mail, die er auch auf seiner persönlichen Homepage veröffentlicht hat, nimmt der Piraten-Politiker Bezug auf den MAZ-Kommentar. „Unsere real existierende Demokratie pfeift aus dem letzten Loch, unsere Freiheiten werden Stück für Stück eingeschränkt“, schreibt er unter anderem. Seine politische Ansprache richte sich an Nichtwähler. Er wünsche sich, dass über den inhaltlichen Kern seines Wahlkampfes berichtet werde.

Kommentar: Schluss mit lustig

Die Tragik des Raimond Heydt besteht darin, dass sein verstörendes Treiben überhaupt nur möglich ist in einem Staat, der demokratisch verfasst ist und der die Rechte jedes seiner Bürger – vor allem auch die Freiheit ihrer Meinung – per Verfassung schützt. Ausgerechnet diesen Staat zu attackieren, diese Attacke ausgerechnet als Protagonist der nach internen Kämpfen kaum noch existenten Piratenpartei zu reiten und dann auch noch das Widerstandsrecht aus Artikel 20 des Grundgesetzes für eine krude Argumentation zu missbrauchen – alles in allem ist das an Einfältigkeit und Fehleinschätzung der eigenen Möglichkeiten und Freiheiten nicht zu überbieten. Raimond Heydt hat sich auf gefährliche Art verirrt, nur leider versteht er selbst das bisher nicht. Gegen ihn laufen mehrere Anzeigen, der Staatsanwalt ermittelt, der Verein Mikado hat seinen Ex-Vorsitzenden achtkantig rausgeschmissen, der Landrat spricht ein Hausverbot aus – alles richtig und nötig. Was jetzt noch fehlt, ist Raimond Heydts Rückzug von der Kandidatur für das Landratsamt. Er täte sich einen Gefallen damit, und er würde die Öffentlichkeit erlösen von einem selbst ernannten Demokratie-Verteidiger, der Menschen Angst macht und ihnen mit dem Tode droht. Es ist überfällig, das sich der Wahlkampf Sachthemen zuneigt. Die Zeit der Selbstdarsteller ist um.
Stefan Kuschel

Raimond Heydt

Raimond Heydt.

Quelle: Privat

Von MAZonline

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