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Brandenburg Platzeck ruft zum Dialog mit Moskau auf
Brandenburg Platzeck ruft zum Dialog mit Moskau auf
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09:56 20.03.2014
Quelle: dpa
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Berlin

Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) hat davor gewarnt, in der aktuellen Krise um die Krim den Gesprächsfaden mit Russland abreißen zu lassen. Gerade in der momentan sehr schwierigen Phase sei der Dialog zwischen Berlin und Moskau besonders wichtig, sagte Platzeck (60) gestern in Berlin. Dort wurde er zum neuen Vorsitzenden des Deutsch-Russischen Forums gewählt, eines einflussreichen Vereins, dessen Mitglieder führende Positionen in Politik oder Wirtschaft innehaben.

Während die EU-Staats- und Regierungschefs vor ihrem heutigen Gipfel in Brüssel den Druck auf Russlands Präsident Wladimir Putin erhöhten, schlug Platzeck versöhnliche Töne an. „Ich war, bin und bleibe ein Freund Russlands“, betonte er in seiner Vorstellungsrede und bekam dafür viel Applaus von den Mitgliedern. Unter Bezug auf die Ereignisse auf der Krim und in der Ukraine sagte Platzeck, er habe sich günstigere Rahmenbedingungen für seinen Amtsantritt gewünscht. Er sei aber fest überzeugt, „dass sich unsere beiden Länder auch in Zukunft brauchen werden“. Platzeck erinnerte daran, dass er zu Zeiten der deutschen Teilung nahe der Glienicker Brücke groß geworden sei, die auch einen Bezug zu Russland gehabt habe. Zu den Sanktionen der USA und der EU gegen Russland äußerte er sich nicht.

Ziel des Deutsch-Russischen Forums ist es, auf verschiedenen Ebenen den Dialog zwischen beiden Völkern zu fördern. Seine besondere Bedeutung gewinnt der Verein auch aufgrund der Tatsache, dass fast zwei Drittel der 30 größten Unternehmen Deutschlands in ihm vertreten sind. Platzeck ist Nachfolger des Diplomaten Ernst-Jörg von Studnitz, der von 1995 bis 2002 deutscher Botschafter in Moskau war.

Russland hat unterdessen seine militärische Kontrolle über die Krim weiter ausgebaut. Prorussische Kämpfer stürmten gestern zwei ukrainische Militärstützpunkte auf der Halbinsel und setzten den Oberbefehlshaber der ukrainischen Marine fest. US-Vizepräsident Joe Biden bekräftigte gestern die Bereitschaft der USA, die osteuropäischen Nato-Staaten gegen russische Aggressionen zu verteidigen. Die Ukraine beschloss die Visa-Pflicht für russische Staatsbürger. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) stoppte angesichts der Krim-Krise ein Geschäft des Rüstungskonzerns Rheinmetall mit der russischen Armee vorerst.

Von Joachim Riecker

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