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Pleitefirma Imtech baut weiter am BER

Aufsichtsrat tagt Pleitefirma Imtech baut weiter am BER

Die Pleitefirma Imtech soll den BER zu Ende bauen, um den Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 nicht zu gefährden. Das ist das vorläufige Ergebnis der von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld vor gut einer Woche eingesetzten Task Force. Demnach verpflichtet sich Imtech, die verabredeten Arbeiten an der Sprinkleranlage, Klima- und Elektrotechnik weiterzuführen.

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Quelle: AFP

Berlin, Schönefeld. Die Pleitefirma Imtech soll den BER zu Ende bauen, um den Eröffnungstermin im zweiten Halbjahr 2017 nicht zu gefährden. Das ist das vorläufige Ergebnis der von Flughafenchef Karsten Mühlenfeld vor gut einer Woche eingesetzten Task Force. Demnach verpflichtet sich Imtech, die verabredeten Arbeiten an der Sprinkleranlage, Klima- und Elektrotechnik weiterzuführen. Als Vorsichtsmaßnahme sollen alle Zahlungen für bereits erbrachte und geprüfte Leistungen auf ein vom Insolvenzverwalter eingerichtetes Sonderkonto fließen. „Wir haben mit der heutigen Imtech-Vereinbarung eine erste wichtige Entscheidung getroffen, um die Folgen der Insolvenzankündigung von Imtech für den BER so gering wie möglich zu halten“, sagte Mühlenfeld.

Er musste am Montag bei einer Sondersitzung des Projektausschusses des BER-Aufsichtsrats Rede und Antwort stehen. Einmal mehr geht es auch um die Frage, ob der Flughafen das Kontrollgremium ausreichend über eine drohende Pleite und einen möglichen Plan B informiert hat. Den Vorwurf, den Aufsichtsrat getäuscht zu haben, wies Mühlenfeld zurück. Das Risiko einer möglichen Insolvenz von BER-Baufirmen sei Bestandteil der „allgemeinen Risikobetrachtung“, sagte der Flughafenchef.

Das Brandenburger Aufsichtsratsmitglied Wolfgang Krüger von der IHK Cottbus  zeigte sich verärgert. Er sei nicht informiert gewesen, sagte er  und verlangte Aufklärung darüber, ob das nun ein „alter Mehdorn“ oder ein „neuer Mühlenfeld“ sei.  Mühlenfeld ist erst seit März an Bord. Ist also die Informationspolitik in Sachen Imtech eine Altlast seines Vorgängers Hartmut Mehdorn?  

Doch schon lange war klar, dass es finanziell nicht gut um das niederländische Un- ternehmen stand. Auch der Korruptionsverdacht, der sich um Imtech rankt, hängt mutmaßlich damit zusammen: 150 000 Euro Schmiergeld soll ein BER-Manager im Dezember 2012 erhalten haben, um eine Zahlung  von 65 Millionen Euro an Imtech rasch freizugeben. Als die Affäre Anfang dieses Jahres bekannt wurde, schaute sich der BER  nach einem  Unternehmen um, das bei einer Pleite  einspringen könnte. „Wir haben einen rechtswirksamen Vertrag mit einem Rahmenvertragspartner. Wir können jederzeit Einzelbeauftragungen vornehmen“, schrieb  Mühlenfeld dem Aufsichtsrat.

Zu den Betrugsvorwürfen nach hohen Nachtragsforderungen der BER-Technikfirmen Siemens, Bosch und T-Systems sagte Mühlenfeld am Montag nichts. Brandenburgs Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider erklärte, der Vorfall zeige, dass das interne Kontrollsystem des BER  funktioniere. Elke Schaefer, Antikorruptionsbeauftragte des Flughafens, prüft, ob die Nachtragsforderungen der Firmen aus der Zeit vor Mitte 2012 vorschnell beglichen wurden. Die Staatsanwaltschaft Cottbus ist eingeschaltet.

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Von Torsten Gellner

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