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Brandenburg Polen sollen Flüchtlingen Deutsch beibringen
Brandenburg Polen sollen Flüchtlingen Deutsch beibringen
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20:22 10.06.2016
Es gibt zu wenig Sprachlehrer, beklagen Lehrerverbände. Quelle: dpa-Zentralbild
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Potsdam

Für die tausenden Flüchtlingskinder im Land gibt es nach Angaben des Brandenburger Philologenverbandes nach wie vor viel zu wenig Lehrkräfte. Im vergangenen Jahr seien zwischen 5000 und 6000 Flüchtlingskinder in die Mark gekommen, die meisten von ihnen im Grundschulalter, sagte die Landesvorsitzende Kathrin Wiencek am Freitag bei einer Pressekonferenz im Landtag.

Von den zusätzlich bereitgestellten Planstellen seien erst rund 870 besetzt. „Das System funktioniert nur noch aufgrund des selbstlosen Einsatzes der Lehrkräfte“, mahnte sie. In Folge der Überlastung habe die Zahl der Erkrankungen von Lehrkräften bereits deutlich zugenommen.

In Polen werden Lehrer entlassen – Chance in Deutschland?

Besonders gefragt seien Lehrer für Deutsch als Fremdsprache, da den Kindern zunächst die Sprache beigebracht werden müsse, sagte die Gewerkschafterin. „Doch dieser Markt ist leergefegt“, sagte sie. Hilfe käme allerdings aus Polen, weil dort nach einer Umstrukturierung des Schulsystems zahlreiche Lehrer entlassen worden seien. „Diese Kollegen haben ja im Nachbarland Deutsch als Fremdsprache unterrichtet“, erläuterte Wiencek.

„Viele Grundschulklassen sind sehr voll, die angestrebte Höchstzahl von 25 Kindern pro Klasse ist nicht zu halten“, mahnte die Gewerkschafterin. „Bei weiterem Zuzug von Flüchtlingen wird das System kollabieren.“ Derzeit funktioniere angesichts das Vertretungskonzept in erster Linie dadurch, dass Rentner zurückgeholt würden. „Daher ging der brandenburgische Lehrerpreis dieses Jahr unter anderem an eine etwa 75 Jahre alte Kollegin, die schon länger in der Vertretung arbeitet“, sagte Wiencek.

Bundespolizei: 150 Tschetschenen auf der Autobahn

Auch die Bundespolizei steht nach wie vor vor großen Herausforderungen. Axel Bonitz, Landeschef der Bundespolizeigewerkschaft, sagte, die Beamten an der Grenze zu Polen seien nur bedingt einsatzfähig. Trotz des Rückgangs der Flüchtlingszahlen seien weiterhin 50 Beamte aus der Region nach Bayern abgeordnet. Zusätzlich steige der Arbeitsaufwand an den Flughäfen Tegel und Schönefeld, wegen des deutlich gestiegenen Verkehrsaufkommens. „Die Zahl der dort eingesetzten Beamten hat sich drastisch erhöht“, sagte Bonitz. „Diese Kräfte fehlen uns dann an der Grenze.“

Derzeit seien die Kollegen vor allem mit der illegalen Einreise von Tschetschenen befasst. Jeden Monat würden etwa 100 bis 150 Tschetschenen auf der Autobahn 12 gefasst, sagte Bonitz. Diese hätten meist zuvor in Polen in Asyl beantragt und versuchten sich nach Deutschland durchzuschlagen. „Wie hoch die Dunkelziffer der nicht gefassten Illegalen wegen des Personalmangels bei der Bundespolizei ist, kann nur vermutet werden“, sagte Bonitz.

Migrationsbericht mit veralteten Daten

Sozialministerin Diana Golze (Linke) stellte im Landtag den Migrationsbericht für 2016 vor, der allerdings weitgehend auf Daten von 2014 basiert, vor dem starken Anstieg der Flüchtlingszahlen. Demnach lebten 2014 rund 127 500 Menschen ausländischer Herkunft in Brandenburg, darunter Flüchtlinge, Asylsuchende und EU-Bürger mit und ohne deutschen Pass. Das entspricht 5,2 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Laut Ministerium ist es nicht möglich, die jeweils aktuellsten Gesamtzahlen aufzubereiten, da der Bericht zum Teil auf Daten des sogenannten Mikrozensus basiert. Diese Bevölkerungsstatistik stellt das Landesamt für Statistik nur alle zwei Jahre auf.

Von Klaus Peters und Torsten Gellner

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