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Politik reagiert auf Spree-Verschmutzung

Krisengipfel im November Politik reagiert auf Spree-Verschmutzung

Endlich reagiert die Politik: Seit langem ist bekannt, dass Sulfate in der Spree nicht „nur“ das Ökosystem im Biosphärenreservat Spreewald bedrohen, sondern auch das Trinkwasser in Brandenburg und Berlin verschmutzen. Im November soll es endlich einen Krisengipfel der Staatssekretäre geben.

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Eine hohe Sulfatbelastung im Trinkwasser kann zu Durchfall führen.

Quelle: dpa

Berlin. Wegen gestiegener Sulfat-Werte in brandenburgischen und Berliner Gewässern ist im November ein Krisengipfel geplant. Bei dem Treffen der Staatssekretäre solle die Belastung besprochen werden, sagte eine Sprecherin der Berliner Umweltverwaltung. Berlins Umwelt-Staatssekretär Christian Gaebler (SPD) kündigte laut einem Medienbericht an, dass noch in diesem Jahr ein „konkreter Maßnahmen-Katalog gegen erhöhte Sulfat-Werte“ stehen soll.

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace beklagt seit langem die Verockerung der Spree und warnt davor, dass das Ökosystem im Biosphärenreservat Spreewald gefährdet sei.

Ursache: der Braunkohletagebau in der Lausitz

Als Ursache für die Belastung gilt der Braunkohletagebau in der Lausitz. Sulfat-Salze gelangen unter anderem in Flüsse, wenn behandeltes Grubenwasser aus der Braunkohleförderung eingeleitet wird. Die Beteiligung Sachsens am Gipfel ist laut Umweltverwaltung noch offen.

Spreewasser wird zu Trinkwasser

Der Anstieg der Sulfat-Werte ist seit längerem bekannt - in den Flüssen Dahme, Müggelspree und Stadtspree laut Umweltverband BUND seit 1996. Problematisch, denn zur Trinkwasserversorgung wird vielerorts Uferfiltrat der Spree genutzt: Dabei erzeugen Tiefbrunnen nahe des Ufers einen Sog vom Oberflächen- ins Grundwasser. Auf dem langen Weg durch die Bodenschichten wird das Wasser natürlich gefiltert. Auch deshalb wurde der Grenzwert von 250 Milligramm pro Liter Trinkwasser bislang nicht überschritten. Wäre zu viel Sulfat enthalten, könnte dies beim Menschen etwa zu Durchfall führen.

Briesen nutzt kein Spreewasser mehr

Erste Wasserversorger geraten jedoch an ihre Grenzen: In Brandenburg hatte das Wasserwerk Briesen (Oder-Spree) vor knapp einem Jahr angekündigt, wegen der hohen Belastung langfristig kein Spreewasser mehr zu Trinkwasser aufbereiten zu wollen. Stattdessen solle nur noch Grundwasser genutzt werden. In Brandenburger Gewässern ist deutlich mehr Sulfat enthalten als in Berlin: Teils wurden 2014 in der Spree bei Niedrigwasser Werte von bis zu 600 Milligramm pro Liter gemessen.

Der bisherige Berliner Spitzenwert lag laut Umweltverwaltung bei 280 Milligramm pro Liter in Rahnsdorf am Müggelsee. Zum Zeitpunkt der Messung gab es keine Angabe. Aktuell wurden 258 Milligramm gemessen, hieß es. „Die Werte schwanken und kurzfristige Überschreitungen stellen kein Problem dar“, sagte Sprecherin Petra Rohland.

BUND fordert Umrüstung der Wasserwerke

Umweltschützer befürchten dennoch, dass langfristig auch die Gewässerqualität für das Berliner Trinkwasser nicht mehr ausreicht: «Die Welle rollt auf Berlin zu», sagte BUND-Sprecherin Carmen Schultze. Konsequenzen für neue Infrastruktur und Kosten der Trinkwasseraufbereitung müssten bedacht werden.

Um Sulfate filtern zu können, müssten Wasserwerke technisch nachrüsten. Das ist teuer: Die Berliner Wasserbetriebe gehen nach den Zeitungsberichten von Mehrkosten von 20 bis 50 Cent pro Kubikmeter Wasser aus. «Die Politik darf die Kosten für Umweltschäden nicht auf die Allgemeinheit umlegen», kritisierte Schultze vom BUND. Vielmehr müssten die Verursacher die Kosten tragen. Neue Tagebau-Genehmigungen dürften nicht mehr erteilt werden.

Von dpa

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