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Polizei: „Halle war nicht in Gefahr“

Asylunterkunft in Nauen Polizei: „Halle war nicht in Gefahr“

Der Staatsschutz ermittelt weiter nach dem Fund einer verkohlten Leiste neben der Traglufthalle in Nauen (Havelland) wegen versuchter Brandstiftung. Eine Polizeisprecherin sagt aber: Für einen echten Anschlag war die Situation zu ungefährlich.

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Traglufthalle in Nauen.

Quelle: Julian Stähle

Nauen. Nach dem Fund einer angekohlten Latte neben einer als Flüchtlingsunterkunft vorgesehenen Traglufthalle in Nauen (Havelland) geht die Polizei davon aus, dass „zu keinem Zeitpunkt Gefahr für die Halle bestand“, wie die Sprecherin der Polizeidirektion West, Jana Birnbaum, sagte. Die 45 Zentimeter lange, „angekokelte und Rußanhaftungen aufweisende Leiste“, so Birnbaum, sei „in ihrer Beschaffenheit nicht geeignet, Schaden an dem provisorischen Bauwerk anzurichten“. Nach neuestem Stand gehe die Polizei nicht von einem tatsächlichen Anschlag aus. „Es war einfach nicht gefährlich genug“, so Birnbaum.

Gleichwohl ermittelt der polizeiliche Staatsschutz weiter zum Verdacht einer versuchten Brandstiftung an dem Behelfsgebäude, das 300 Asylbewerber aufnehmen soll. Es soll die nur etwa hundert Meter entfernte, von mutmaßlichen Neonazis im August 2015 in Brand gesteckte Sporthalle des Oberstufenzentrums Havelland ersetzen. Den Leisten--Fall hat die Ermittlungsgruppe übernommen, die zur Serie fremdenfeindlicher Straftaten ermittelt, welche Nauen seit mehr als einem Jahr erschüttern – die Staatsanwaltschaft Potsdam lastet sie einer Zelle um den Nauener NPD-Stadtverordneten Maik Schneider an. Neben der Halle wird ein Fahrzeugbrand der Gruppe zugeordnet. Gegen die Traglufthalle hatte es laut Sicherheitskreisen schon einmal eine konkrete Anschlagsdrohung gegeben. Deshalb bewachen mindestens acht Objektschützer den Bau.

Die Leiste war von einem der Wachschutzmitarbeiter am Mittwochmorgen auf einem Erdhügel in etwa zwölf Metern Entfernung vom Schutzzaun, jedoch ebenso weit von der Kunststoffhaut der Halle entfernt gefunden worden – die MAZ hatte am Mittwoch irrtümlicherweise eine geringere Distanz angegeben. Der Sicherheitsmann übergab das verdächtige Stück am Mittwochmorgen der Polizei, die sofort Ermittlungen einleitete. „Wir spielen das nicht herunter, wir sind sehr sensibilisiert“, sagte Sprecherin Birnbaum.

Nauens Bürgermeister Detlef Fleischmann (SPD) sagte in einer Reaktion auf den Vorfall: „Es sollte niemand auch nur ansatzweise glauben, dass er mit solchen terroristischen Taten verhindern kann, dass in Nauen Flüchtende untergebracht werden.“ Die Stadtverwaltung Nauen werde sich „entschlossen den rechtsextremen und rassistischen Kräften entgegenstellen und umso mehr ihren Teil dazu beitragen, asylsuchenden Menschen eine faire Chance auf ein Leben in Frieden zu ermöglichen“, so Fleischmann. Die Nauener Bürger rief Fleischmann auf, Zivilcourage zu zeigen. „Nauen benötige derzeit mehr denn je eine starke Zivilgesellschaft, die sich aktiv für eine Willkommenskultur einsetzt, um Geschlossenheit und null Toleranz für Rassismus zu demonstrieren“, so der Bürgermeister.

Von Ulrich Wangemann

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