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Polizei erwischt „Raser-König“ auf der B 169

„Blitz-Marathon-Bilanz“ 2016 Polizei erwischt „Raser-König“ auf der B 169

Gerast wurde trotz Vorwarnung, doch war die „Trefferquote“ geringer als üblich, so die Polizei, aber das eigentliche Ziel habe man erreicht: Die Raserei mal wieder ins Bewusstsein der Autofahrer zu bringen. Ein wichtiger Aspekt, wie die schweren Unfälle während des „Blitz-Marathon 2016“ verdeutlichen.

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Quelle: dpa

Potsdam.  Trotz tagelanger Vorberichterstattung und Erwähnung der Blitzer-Schwerpunkte hatte die Polizei während des diesjährigen „ Blitz-Marathons“ alle Hände voll zu tun. Wenn auch die „Trefferquote“ naturgemäß deutlich geringer war, als bei unangekündigten Kontrollen, so die Polizei am Tag danach.

Mehr als 7.000 Geschwindigkeitsüberschreitungen stellten Polizei und Kommunen in Brandenburg fest. Von Donnerstag 6 Uhr bis Freitag 6 Uhr wurden dabei insgesamt 205.084 Fahrzeuge mit automatisierter Messtechnik und mit Handlasergeräten angemessen und deren Geschwindigkeit überprüft.

338 Polizisten kontrollieren an 222 Standorten die Einhaltung der Geschwindigkeit. Es wurden landesweit 7.028 Verkehrsteilnehmer beim Überschreiten der zulässigen Geschwindigkeit erwischt. Das entspricht einer Quote von 3,43 Prozent. An Tagen ohne Ankündigung liegt diese Quote etwa bei 6 Prozent. Im Vergleich zum letzten Jahr (2,73 Prozent) ist ein leichter Anstieg zu verzeichnen. 2015 wurden knapp eine Viertel Million Fahrzeuge angemessen, dabei waren 6.751 Fahrer geblitzt worden.

Die diesjährige Bilanz für den...

... Norden,

... Osten,

... Westen,

... Süden.

Kontrolle in Falkensee-Finkenkrug

Kontrolle in Falkensee-Finkenkrug.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Blitzer im Norden

Im Norden Brandenburg waren insgesamt 83 Beamten am so genannten „Blitzer-Marathon“ im Einsatz. In den 24 Stunden des „Blitz-Marathons“ wurden 22.282 Fahrzeuge überprüft. Genau 583 – das entspricht 2,6% der kontrollierten Fahrzeuge – wurden dabei geblitzt. Sie erwartet nun ein Verwarngeld bzw. ein Bußgeldverfahren.

Die höchsten Geschwindigkeitsverstöße wurden auf der A10 im 100er-Bereich zwischen Oranienburg und Oberkrämer ( Oberhavel ) gemessen; am Vormittag waren es 193 km/h und am Nachmittag 172 km/h. Folgen sind hier jeweils mindestens zwei Punkte, drei Monate Fahrverbot und ein Bußgeld von 600 Euro.

Auf der Pinnower Chaussee in Velten wurde zudem ein PKW mit 99 km/h auf einer 50er-Strecke gestoppt. Diesen Fahrzeugführer erwarten mindestens 200 Euro Bußgeld, zwei Punkte und ein Fahrverbot von einem Monat. Auch wurden in diesem Bereich noch sechs Bußgeldanzeigen gefertigt, weil Fahrzeugführer das Haltegebot beim „Grünen Pfeil“ missachtet haben und vier Verwarngelder wegen Gurtverstößen erhoben.

Herausragend war ein Pkw mit 158 km/h auf der B 189 in der Prignitz zwischen Groß Pankow und Pritzwalk (100er Bereich), dessen Führer nun mit zwei Punkten, einem Monat Fahrverbot und mindestens 240 Euro Bußgeld rechnen muss. Auf der Landesstraße 13 in Meyenburg war zudem ein Fahrer mit 79 km/h auf der 60er-Strecke unterwegs, dies bedeutete 35 Euro Verwarngeld. An der Bundesstraße 107 in Groß Welle leiteten die Beamten ein Bußgeldverfahren ein, weil ein Kind ohne korrektes Rückhaltesystem (Gurt + Kindersitz) mitgeführt wurde. Insgesamt wurden zudem 14 Verwarngelder erhoben, weil keine Gurte angelegt waren.

 Die höchste Überschreitung im Landkreis Ostprignitz-Ruppin betrug 80 km/h bei erlaubten 50 km/h in geschlossener Ortschaft; d.h. ein Punkt und mindestens 100 Euro Bußgeld für den Fahrer. Geblitzt wurde zudem ein Fahrzeugführer im Autobahndreieck Wittstock auf der 100er-Strecke mit 142 km/h, dies bedeutet mindestens zwei Punkte, ein Monat Fahrverbot und 160 Euro Bußgeld.

Aufgrund eines Bürgerbegehrens führten Beamte der Revierpolizei dabei von 6 bis 8 Uhr eine Geschwindigkeitskontrolle im Bereich Stöffin durch. Dort wurden bei 31 Fahrzeuge angemessen. Schnellster an diesem Tag war ein Pkw mit 58 km/h bei erlaubten 50 km/h. Der Fahrzeugführer hatte Glück und wurde nur mündlich verwarnt.

Zu erwähnen ist der Audi A 8, der Donnerstagmorgen gegen 8 Uhr auf der A24 mit 164 km/h anstatt der erlaubten 130 von Berlin in Richtung Mecklenburg-Vorpommern raste. Der Wagen wurde zur Kontrolle auf dem Gelände der Rast- und Tankanlage Walsleben Ost angehalten. Es stellte sich heraus, dass das Fahrzeug bereits am 8. April außer Betrieb gesetzt worden war. Am Fahrzeug waren noch die ursprünglich für den Pkw ausgegebenen Kennzeichen angebracht, jedoch mit gefälschten Siegeln. Es wurde ein Strafverfahren wegen Urkundenfälschung und Verstoß gegen das Pflichtversicherungsgesetz eingeleitet. Der Fahrzeugführer gab an, das Fahrzeug gutgläubig von einem Bekannten gemietet zu haben. Eine Sicherheitsleistung von 650 Euro wurde erhoben, die Kennzeichen und der Fahrzeugschlüssel wurden sichergestellt und die Weiterfahrt bis zur Wiederzulassung untersagt.

Auch Brummi-Fahrer wurden geblitzt. 214 der überprüften Fahrzeuge waren Lkw, von denen 30 zu schnell waren. Eingeleitet wurden 11 Bußgeldverfahren und dazu wurden 19 Verwarngelder erhoben. Der schnellste Lastwagen wurde mit 88 km/h innerorts auf einer 60er-Strecke gestoppt, ihn erwarten mindestens zwei Punkte, 140 Euro Bußgeld sowie ein Fahrverbot von einem Monat.

Übrigens : Vier eigentlich geplante Kontrollen mussten aufgrund anderer Einsätze wegfallen, in erster Linie aufgrund mehrerer schwerer Verkehrsunfälle.

Blitzer im Osten

Im Osten Brandenburgs wurden insgesamt 43.647 Fahrzeuge kontrolliert. In 1.770 Fällen (rund 4,1 %) war dabei eine Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit registriert worden.

In Angermünde (Uckermark) stand ein Messgerät im Parsteiner Weg. Dort wurden bei 110 gemessenen Fahrzeugen vier Überschreitungen geahndet. In dem auf 50 km/h beschränkten Bereich lag der höchste Messwert bei 103 km/h.

In der Berliner Straße von Prenzlau wurde der 30 km/h Bereich im Auge behalten. Bei 18 Überschreitungen lag der Höchstwert bei 51 km/h.

Auch auf der A 20 , beim Kreuz Uckermark, kam es zu Kontrollen. In einem mit 100 km/h ausgeschilderten Bereich lag der Höchstwert bei 173 km/h.

In der Ringstraße Eberswalde (Barnim) hielten sich von 58 Fahrzeugführern insgesamt acht nicht an die vorgeschriebene Geschwindigkeit. Auch in der Eberswalder und der Heegermühler Straße wurden Kontrollen durchgeführt. In der Eberswalder Straße traf es von 1.252 gemessenen Fahrzeugen 93, welche zu schnell unterwegs waren. Der Höchstwert bei erlaubten 50 km/h lag bei 84 km/h. Diesen Wert erreichte auch ein Autofahrer in der Heegermühler Straße, wo ebenfalls 50 km/h erlaubt sind. Hier waren fast 4.400 Fahrzeuge angemessen worden. 148 davon fuhren zu schnell.

In Tiefensee beachteten 32 von 412 angemessenen Fahrzeugführern nicht die vorgeschriebenen 50 km/h. Der Spitzenreiter war hier mit 94 km/h unterwegs gewesen!

In Vogelsdorf fuhren von 412 gemessenen Fahrzeugen 32 zu schnell. Der Höchstwert in der auf 50 km/h begrenzten Strecke lag bei 94 km/h.

Auf der A11 bei Finowfurt musste ein Spitzenwert von 192 km/h registriert werden. Erlaubt waren 120 km/h. Den Lärmschutz für die Anwohner an der A10 bei Rüdersdorf nahmen 179 Fahrzeugführer nicht so genau. Statt der erlaubten 100 km/h war einer der Gemessenen mit 165 km/h unterwegs.

In Bad Freienwalde (Märkisch-Oderland) kontrollierten Polizisten u.a. vor einem Altenheim und einem Kinder- und Jugendzentrum in der Berliner Straße. 26 Fahrzeugführer wurden in diesem auf 50 km/h beschränkten Bereich herausgewunken. Der Spitzenwert lag bei 87 km/h. In Hoppegarten b. Müncheberg waren es gar 94 km/h bei erlaubten 50 km/h. Und dies, obwohl der Bereich von Schülern frequentiert wird!

Am Spreeauer Dreieck mussten auf der A 10 im Laufe des Einsatzes 487 Überschreitungen registriert werden. Statt der erlaubten 80 km/h kam hier ein Fahrzeugführer mit 153 km/h entlang.

In der Inspektion Oder-Spree/Frankfurt (Oder) wurden in der Müllroser Straße von Eisenhüttenstadt 89 Fahrzeuge vor einer Grundschule angemessen. Drei Fahrzeugführer hielten sich nicht an die vorgeschriebenen 30 km/h. Genauso viele waren es in einem auf 30 km/h beschränkten Bereich vor einer Grundschule in der Kirchstraße.

In Brieskow-Finkenheerd , Am Kanal, wurden in einem 30`er Bereich sechs Überschreitungen festgestellt. Hier lag der Spitzenwert immerhin bei 64 km/h.

Auf der B112, bei Finkenheerd/Lossow , fuhren 46 der 179 gemessenen Fahrzeuge zu schnell. In dem wegen seiner Unfallträchtigkeit auf 80 km/h begrenzten Bereich war der Schnellste mit 151 km/h unterwegs gewesen!

Blitzer im Westen

Die Polizeidirektion West kontrollierte mit insgesamt 105 Beamte an 55 Messstellen. Von gemessenen 59.415 Fahrzeugen, waren 2358 (knapp 4 %) zu schnell unterwegs.

Die höchste dabei gemessene Überschreitung war ein Autofahrer auf dem westlichen Berliner Ring, im Bereich Havelland , der mit 169 km/ h bei erlaubten 120 km/h unterwegs war.

Dreizehn Autofahrer hatten während der Fahrt den Sicherheitsgurt nicht angelegt, fünf telefonierten während der Fahrt und einer fuhr bei Rot über die Ampel.

In vier Fällen wurden auf den Autobahnen im Bereich der Polizeidirektion West wegen Verstößen Sicherheitsleistungen von ausländischen Verkehrsteilnehmern erhoben.

Blitzer im Süden

Im Süden kontrollierten die Beamten an insgesamt 18606 Stellen. Dabei wurden 847 Autofahrer (rund 4,6 %) ertappt, die sich nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung hielten.

In Cottbus staunten die Beamten nicht schlecht, als ein Autofahrer sein Gefährt mit 106 km/h in der Humboldtstraße steuerte – 46 km / h zu schnell. Bei erlaubten 60 km/h treffen eine Fußgänger-und Radfahrerquerung aufeinander, der Verkehrssünder fuhr jedoch mit sage und schreibe 106 km/h durch diese Zone. Als Konsequenz schlagen hier 200 Euro Bußgeld und 1 Monat Fahrverbot zu Buche.

In Gallinchen war ein Fahrzeugführer mit 64 km/h bei erlaubten 30 km/h unterwegs. Neben einer Geldstrafe von 160 € und zwei Punkten beim Kraftfahrtbundesamt musste ein Fahrverbot von einem Monat verhängt werden.

Auf der B 96 zwischen Schönefeld und Mahlow (Dahme-Spreewald) wurde ein Fahrzeug bei erlaubten 100 km/h mit 167 km/h gestoppt werden. Bei einer Überschreitung von 67 km/h drohen nun 440 Euro Bußgeld und 2 Monate Fahrverbot.

 In der Wilhelm-Pieck-Straße von Lauchhammer (Oberspreewald-Lausitz) kontrollierten Polizeibeamte ein Fahrzeug, das mit 57 km/h statt 30 km/h unterwegs war. Bei einer Überschreitung von 27 km/h innerorts sieht der Bußgeldkatalog 100 Euro als Verwarnung vor. Doch hier wurde nicht nur „gerast“. Die Polizei nahm zudem zwei Anzeigen wegen Trunkenheit im Straßenverkehr auf, ahndete ein Gurtverstoß und das Fahren ohne Fahrerlaubnis.

Der „Raser-König“ wurde jedoch im Landkreis Elbe-Elster registriert. Mit rasanten 144 km/h wurde er bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 70 km/h auf der  B 169 zwischen Plessa und Lauchhammer angehalten. Diese zu schnell gefahrene Geschwindigkeit von immerhin 74 km/h wird dem Fahrer mit 600 Euro und drei Monaten Fahrverbot wohl teuer an den Geldbeutel gehen und lange zu denken geben, hofft die Polizei.

Von MAZonline

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