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Polizei findet nicht genügend Anwärter

Einstellungsoffensive Polizei findet nicht genügend Anwärter

Die Landespolizei in Brandenburg soll nach Jahren des Abschmelzens wieder mehr Nachwuchs erhalten – 300 Stellen für Anwärter gibt es 2016. Zum 1. April aber bleiben einige Plätze an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg unbesetzt. Viele Bewerber sind nicht geeignet.

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Polizeianwärter sind in allen Bundesländern begehrt.

Quelle: dpa

Oranienburg. Brandenburg bekommt nicht genügend geeignete Berufsanwärter zusammen, um die stark beanspruchte Polizei zu entlasten. Nach MAZ-Informationen sollen zum 1. April 175 Nachwuchsbeamte ihre Ausbildung an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Oberhavel) beginnen. Doch nach Ende der Bewerbungsfrist fehlen noch 16.

So soll die Bewerberlücke geschlossen werden

Sollten – wie allgemein üblich – außerdem noch einige Bewerber, die sich etwa parallel in anderen Bundesländern beworben haben, abspringen, würde die Lücke noch deutlich größer. Wie die MAZ erfuhr, hat die Polizeispitze bereits Bewerber vorab angesprochen, die eigentlich erst zum 1. Oktober ihre Ausbildung beginnen wollten. So soll die Bewerberlücke offenbar zumindest teilweise geschlossen werden.

Tattoos verstecken: So wird man Polizist

Die Polizei wirbt auf der Internetseite www. polizei-brandenburg-karriere.de für eine Ausbildung und listet die Voraussetzungen dafür auf:

1,60
Meter muss ein angehender Polizist mindestens sein, außerdem soll er in „geordneten wirtschaftlichen Verhältnissen“ leben und mindestens die Fachoberschulreife besitzen. Vorhandene Tätowierungen müssen durch die Dienstkleidung verdeckt sein, heißt es.

3
Klimmzüge müssen männliche Bewerber im Sporttest mindestens schaffen. Von Frauen werden zehn Liegestütze verlangt. Die Bewerber sollen außerdem mindestens das Schwimmabzeichen in Silber vorweisen.

Brandenburg zahlt im Bundesvergleich am zweitwenigsten für seinen Polizeinachwuchs. Nur in Berlin werden Beamte noch schlechter besoldet. Im Vergleich zu Bayern etwa beträgt der Unterschied bei den Bezügen bis zu 400 Euro im Monat.

„Der öffentliche Dienst in Brandenburg ist nicht attraktiv genug“, sagt Andreas Schuster von der Gewerkschaft der Polizei (GdP) in Brandenburg. Weil sich ein Besoldungsgefüge nicht Hals über Kopf ändern lasse, drängt der Gewerkschaftschef auf improvisierte Image-Korrekturen. „Das Land sollte den Bewerbern wenigstens die 250 Euro Unterkunft im Monat bezahlen – so wie es der Bund für seine Polizisten auch tut“, sagt Schuster.

Feldjäger sollen Löcher stopfen – aber auch die wollen nicht

Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) hatte vor Wochen schon angekündigt, es werde wohl schwierig werden, die aufgestockten Stellen an der Fachhochschule auch „zu bewirtschaften“, sprich, hierfür genügend geeignete Bewerber zu finden.

Im gesamten Jahr 2016 sollen 300 Anwärter des mittlerren und gehobenen Polizeivollzugsdiensts eingestellt werden. Dafür gab es laut Ministerium 2153 Bewerber. 50 Feldjäger – also Militärpolizisten – sollen außerdem übernommen werden. Dafür gibt es derzeit 26 Bewerber. Ministeriumssprecher Ingo Decker sagte auf Anfrage, man sei im Ministerium froh, dass insgesamt „die Zahl der Anwärter wesentlich erhöht wurde“. Das sei angesichts der Aufgaben der Polizei – etwa im Zusammenhang mit Demonstrationen und Schutz von Asylbewerberheimen – unbedingt erforderlich. Im Jahr 2010 habe es gerade noch 100 Anwärter gegeben – ein Drittel der in diesem Jahr eingeplanten Stellenzahl. „Die Wende ist gemacht“, so Decker. Eine verschärfte Konkurrenz um gute Nachwuchskräfte betreffe fast alle Branchen und Behörden – nicht nur die Polizei.

Da die Einstellung von Nachwuchskräften im Zuge der Polizeireform zurückgefahren worden war und derzeit viele Beamte in Ruhestand gehen, ist es besonders schwierig, die Lücken jetzt rasch zu schließen.

Von Ulrich Wangemann

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